10 Jahre Health Claims – 10 Jahre Hängepartie / Dringender Handlungsbedarf bei Botanicals

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Am 1. Juli feiert die Health Claims Verordnung
ihren 10. Geburtstag der Gültigkeit. Doch bis heute hat die
Europäische Kommission es nicht geschafft, die Health Claims für
Botanicals zu prüfen. Für den Bundesverband der Pharmazeutischen
Industrie (BPI) gibt es daher keinen Grund, das Jubiläum zu feiern.
Dr. Norbert Gerbsch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BPI:
„Die gesundheitsbezogenen Angaben bei pflanzlichen Stoffen und
Zubereitungen sind weiterhin ungeprüft, werden auf Verpackungen
gedruckt und können in der Werbung genutzt werden. Hier wird der
Verbraucherschutz seit Jahren missachtet.“

Die Health Claims Verordnung aus dem Jahr 2006 legt fest, dass
gesundheitsbezogene Angaben zu Lebensmitteln nur noch gestattet sind,
wenn sie wissenschaftlich bewertet und von der EU-Kommission
zugelassen sind. Die Umsetzung der Verordnung wurde von der
Kommission jedoch 2010 für pflanzliche Produkte gestoppt, als
absehbar war, dass viele der Aussagen nicht ausreichend
wissenschaftlich belegbar sind. Seitdem hat sie zwei
Stellungnahmeverfahren angestoßen. Aktuell läuft die so genannte
REFIT-Befragung, deren Aufbau schon wieder Spielraum für jegliche
gewünschte Deutung lässt. So ist kaum absehbar, wie lange noch mit
nicht überprüften und eventuell überzogenen Werbeaussagen der
Eindruck erweckt werden darf, dass Lebensmittel einen
gesundheitlichen Zusatznutzen haben.

Gerbsch: „Alle ausstehenden Bewertungsverfahren müssen
abgeschlossen werden. Eine Aufweichung der Health Claims Verordnung
wäre für den Verbraucher trügerisch: Pflanzliche Produkte, die wie
ein Arzneimittel anmuten, aber keiner behördlichen Prüfung
unterliegen, können dann nicht von überwachten und sicheren
Arzneimitteln unterschieden werden. Produkte mit nicht geprüften
Gesundheitsaussagen gehören nicht in den Markt. Die Bundesregierung
muss endlich auf die Durchsetzung des längst geltenden europäischen
Rechts bestehen.“

Pressekontakt:
Julia Richter (Pressesprecherin), Tel. 030/27909-131, jrichter@bpi.de

Original-Content von: BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie, übermittelt durch news aktuell

Beitrag von am 28. Juni 2017. Abgelegt unter Gesundheit. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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