Bain-Studie zum US-Gesundheitsmarkt / Einfluss vonÄrzten soll wieder wachsen

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Sicherstellung einer guten, bezahlbaren
medizinischen Versorgung bleibt die größte Herausforderung für das
US-Gesundheitssystem

– Ärzte müssen stärker in erfolgskritische Entscheidungsprozesse
einbezogen werden
– Ergebnisse sind auch für Deutschland von Bedeutung

Dem US-amerikanischen Gesundheitssystem mangelt es weiterhin an
einem tragfähigen Modell für eine qualitativ hochwertige medizinische
Versorgung, die langfristig bezahlbar bleibt. Keiner der in den
letzten Jahren eingeführten Managementansätze hat zu einem Durchbruch
geführt. Im Gegenteil: Der erhoffte Fortschritt durch neue Reformen
hat sich laut der aktuellen Studie „Front Line of Healthcare Report
2017″ der internationalen Managementberatung Bain & Company in den
vergangenen zwei Jahren sogar verlangsamt. Die Suche nach einem
tragfähigen Versorgungsmodell geht damit weiter – und sie bedarf der
stärkeren Einbindung von Medizinern in die Entscheidungsprozesse. Die
Bain-Studie erscheint das dritte Jahr in Folge und basiert auf der
Befragung von rund 1.000 Ärzten sowie jeweils 100 Klinikeinkäufern
und Krankenhausfinanzchefs.

Reformbereitschaft der Ärzte gesunken

Nach Jahren des Ausprobierens tun sich viele Ärzte schwer damit,
weitere Reformen zu unterstützen. 60 Prozent glauben mittlerweile,
dass es in den nächsten zwei Jahren schwieriger wird, eine
vergleichbar hochwertige medizinische Versorgung aufrechtzuerhalten.
Gründe dafür sind vor allem die steigenden regulatorischen und
administrativen Herausforderungen. Neue Versuche zur
Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung werden von vielen Ärzten
nur noch mitgetragen, wenn der Nutzen für eine bessere medizinische
Versorgung klar belegt ist.

Kostenkontrolle spielt im US-amerikanischen Gesundheitssystem eine
zentrale Rolle. In den letzten Jahren haben zunehmend Manager und
Einkäufer die Entscheidungen über den Kauf medizinischer Produkte und
Dienstleistungen in Krankenhäusern und Gesundheitszentren getroffen.
Doch inzwischen hat eine Gegenströmung eingesetzt: Ärzte werden
wieder stärker eingebunden. „Viele Akteure haben erkannt, dass der
Wandel des Gesundheitssystems den Input der Mediziner braucht“,
erklärt Michael Kunst, Bain-Partner und Leiter der europäischen
Praxisgruppe Pharma und Gesundheitswesen. „Ärzte können den Weg hin
zu einer besseren und vor allem nachhaltigen medizinischen Versorgung
maßgeblich mitgestalten.“ Laut Bain-Studie wollen sie zudem eine
aktivere Rolle in ihren Kliniken spielen und generell stärker in
Entscheidungsprozesse einbezogen werden.

Operateure entscheiden mit über den Kauf von Medizintechnik

Diesen Sinneswandel spüren die Medizintechnikunternehmen in den
USA deutlich. Gerade die Krankenhäuser hatten in den vergangenen zehn
Jahren die Ärzte aus den Einkaufentscheidungen für medizinische
Geräte weitestgehend hinausgedrängt und Anschaffungen vornehmlich
nach Kostenaspekten getätigt. Jetzt werden wieder die Empfehlungen
der Chirurgen eingeholt. Das bestätigen 80 Prozent der Befragten.
Darüber hinaus bleibt laut 85 Prozent der Operateure der Einkauf bei
Kaufentscheidungen neutral oder hat sogar einen positiven Einfluss
auf sie. 70 Prozent der Chirurgen halten zudem den Preis bei
Neuanschaffungen für wichtig.

Deutschland könnte dem Trend bald folgen

„Eine ähnliche Entwicklung ist in Deutschland denkbar“, stellt
Bain-Experte Kunst fest. Auch hierzulande stehen derzeit noch
Kostenkontrolle und eine Ökonomisierung des Gesundheitswesens im
Zentrum vieler Bemühungen. Dabei befürchtet jeder dritte Arzt in
Europa, dass sich Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen negativ auf die
medizinische Versorgungsqualität auswirken. Und 42 Prozent rechnen
sogar damit, dass eine gleichbleibend hohe medizinische
Versorgungsqualität nicht mehr für alle Menschen sichergestellt
werden kann. „Viele Klinikärzte betrachten die Kostenkontrolle im
Gesundheitswesen nicht als Notwendigkeit, sondern als Sparmaßnahme“,
betont Kunst. „Entsprechend kritisch stehen sie ihr gegenüber.“

Aller Kritik zum Trotz ist durch die Strukturreformen im
Gesundheitswesen auch das Kostenbewusstsein der Akteure deutlich
gestiegen. „In Zukunft steht die Gesundheitspolitik europaweit nicht
nur vor der Herausforderung, die steigenden Kosten in den Griff zu
bekommen“, so Kunst. „Vielmehr gilt es parallel dazu eine
ausreichende Patientenversorgung zu gewährleisten sowie die
medizinische Qualität weiter zu verbessern.“ Dafür bedarf es nicht
zuletzt in Deutschland der stärkeren Einbindung von Ärzten in
erfolgskritische Entscheidungsprozesse.

Bain & Company

Bain & Company ist eine der weltweit führenden
Managementberatungen. Wir unterstützen Unternehmen bei wichtigen
Entscheidungen zu Strategie, Operations, Informationstechnologie,
Organisation, Private Equity, digitale Strategie und Transformation
sowie M&A – und das industrie- wie länderübergreifend. Gemeinsam mit
seinen Kunden arbeitet Bain darauf hin, klare Wettbewerbsvorteile zu
erzielen und damit den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Im
Zentrum der ergebnisorientierten Beratung stehen das Kerngeschäft des
Kunden und Strategien, aus einem starken Kern heraus neue
Wachstumsfelder zu erschließen. Seit unserer Gründung im Jahr 1973
lassen wir uns an den Ergebnissen unserer Beratungsarbeit messen.
Bain unterhält 55 Büros in 36 Ländern und beschäftigt weltweit 7.000
Mitarbeiter, 800 davon im deutschsprachigen Raum. Weiteres zu Bain
unter: www.bain.de.

Pressekontakt:
Leila Kunstmann-Seik, Bain & Company Germany, Inc., Karlsplatz 1,
80335 München
E-Mail: leila.kunstmann-seik@bain.com, Tel.: +49 (0)89 5123 1246,
Mobil: +49 (0)151 5801 1246

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Beitrag von am 4. Juli 2017. Abgelegt unter Gesundheit. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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