Bei welchem Zehenabstand ins Krankenhaus?

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Woran erkennen Sie Eröffnungswehen?

Eine Geburt beginnt mit den sogenannten Eröffnungswehen. Dabei zieht sich die Gebärmutter in regelmäßigen Abständen zusammen und der bis dahin geschlossene Muttermund wird auf ca. 10 Zentimeter ausgeweitet, damit das Baby auf die Welt kommen kann. Anfangs erinnern die Wehen Sie vielleicht an Menstruationsschmerzen. Es gibt aber auch Frauen, die den Wehenschmerz eher im Rücken wahrnehmen. Jede Frau fühlt das anders. Deshalb ist nicht unbedingt die schmerzende Stelle entscheidend, sondern die Regemäßigkeit der Intervalle, deren Dauer und Intensität.

Eröffnungswehen erkennen Sie daran, dass sie

– regelmäßig auftreten – zuerst in unregelmäßigen Abständen, später ca. alle 10 Minuten, und am Schluss beträgt der Wehenabstand zwei bis drei Minuten oder ist sogar noch kürzer

– jeweils etwa eineinhalb Minuten dauern

– leicht beginnen, sich bis zu einem Höhepunkt steigern und dann wieder allmählich abflauen.

Wie misst man den Wehenabstand?

Wenn Sie spüren, dass es zu regelmäßigen Wehen kommt, beginnen Sie damit, den Wehenabstand zu messen. Dazu benötigen Sie eine geeignete Uhr, bei der Sie auch die Sekunden ablesen können. Am besten wäre natürlich eine Stoppuhr. Legen Sie sich zudem Papier und Stift bereit und fertigen Sie eine kleine Tabelle an. Hier sollte je eine Spalte für „Startzeit“, „Endzeit“, „Dauer“ sowie „Abstand“ vorgesehen sein.

Notieren Sie immer die genaue Uhrzeit bis auf die Sekunde genau – z.B. 15:20:10 für den Beginn und 15:20:25 für das Ende. In dem Fall beträgt die Dauer der Kontraktion 15 Sekunden. Sie können auch in einer weiteren Spalte mehr Infos notieren: Wo hat der Schmerz begonnen, wie fühlte er sich an, was hat sich verändert usw. Das könnte Ihnen dabei helfen, Muster zu erkennen bzw. Arzt oder Hebamme Auskunft zu geben.

Um den Wehenabstand zu berechnen, nehmen Sie den Start der vorangegangenen Wehe und subtrahieren ihn vom Start der letzten Wehe. Wenn also eine Wehe um 15:20:10 begonnen hat und die darauffolgende Wehe um 15:31:40 gestartet ist, beträgt der Wehenabstand 11 Minuten und 30 Sekunden.

Beginnen Sie die Messung des Wehenabstands immer mit dem Anfang einer Kontraktion, wenn Sie spüren, dass sich der Bauch zusammenzieht – nicht etwa, wenn sie schon mehrere Sekunden andauert. Die Messung endet, wenn der Schmerz nachlässt und die Spannung sich löst. Keine Sorge: Sie werden das schnell in den Griff bekommen und ein Gefühl für die Abläufe in Ihrem Körper entwickeln. Das Ganze ist vollkommen natürlich und Ihre inneren Instinkte werden Ihnen dabei helfen.

Jetzt geht“s looos: Ab ins Krankenhaus!

Sind die Wehen kürzer als 45 Sekunden, ist dies noch kein Anzeichen für den direkten Beginn des Geburtsprozesses. Meist wird bei einer Länge von 1 bis 1,5 Minuten davon ausgegangen, dass es nun so langsam losgeht. Zudem wird als Faustregel für Erstgebärende ein Wehenabstand von 5 Minuten genannt, um die Fahrt ins Kranken- oder Geburtshaus zu starten. Dabei sollten die Wehen regelmäßig in gleichen Abständen und in gleicher Stärke erfolgen. Ab dem zweiten Kind ist der Wehenabstand von 10 Minuten bereits Grund aufzubrechen – hier kann es dann schon mal schneller gehen. Sollten Sie bei der Geburt des ersten Kindes eine schnelle Geburt unter 6 Stunden erlebt haben, sind bereits einzelne, kräftige Wehen ein Signal zum Aufbruch.

Bei allem Messen und Zahlenangaben, mit denen ich Sie hoffentlich nicht verwirrt habe, ist immer Ihr Wohlgefühl und Ihr allgemeiner Zustand entscheidend. Wenn Sie also das Gefühl haben, dass Sie in der Klinik oder im Geburtshaus besser aufgehoben sind, dann fahren Sie bitte auch hin bzw. lassen sich fahren. Im Übrigen gilt, dass Sie nach dem Platzen der Fruchtblase umgehend aufbrechen sollten – unabhängig von Wehenabstand, Dauer und Intensität der Wehen. Auch wenn Sie das Gefühl haben, dass die Wehen stärker werden, ist die Fahrt in die Klinik auch bei unregelmäßigem Wehenabstand sinnvoll.

Sehr gut für sich und Ihr Kind ist es natürlich, wenn Sie es schaffen, ruhig und entspannt zu bleiben. Je länger Sie zuhause bleiben, desto mehr Energie und Kraft tanken Sie für die bevorstehende Geburt.

Für mehr Sicherheit sorgt auf jeden Fall, dass Sie Ihre Checkliste für die Kliniktasche bereits rechtzeitig „abgearbeitet“ haben und Ihre Geburtstasche gepackt bereitsteht. Tipps dazu und eine Liste zum Ausdrucken finden Sie im verlinkten Beitrag. So können Sie dem „großen Tag“ schon mal in dieser Hinsicht ruhig entgegensehen und müssen nicht ständig darüber nachdenken, was Sie alles noch benötigen.

Beitrag von am 27. Juni 2017. Abgelegt unter Gesundheit. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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