„Der Prinz und der kleine Planet“ – ein poetisches Märchen für Herz und Seele

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Cover „Der Prinz und der kleine Planet“ von Felix Florin Lunaire
 

Mit einem Interview des Autors von „Der Prinz und der kleine Planet“, Felix Florin Lunaire.

Es ist über 70 Jahre her, dass „Der kleine Prinz“ bei seinem Besuch vom kleinen Planeten das Licht der Erde erblickte. Seitdem ist die All-Age-Geschichte von Antoine des Saint-Exupéry zum Mega-Weltbestseller geworden – vom Verbreitungsgrad her nur vergleichbar mit der Bibel oder dem Koran. Kaum ein Regal in westlich geprägten Kulturen, in denen das Buch nicht steht.
Mit „Der Prinz und der kleine Planet“ ist nun endlich eine gelungene Fortsetzung erschienen: Beim Lesen entsteht genau die Freude, die innere Wärme und metaphysische Tiefe, die schon „Der kleine Prinz“ auszeichnete. Der Leser findet zwei mit dem Herzen erzählte, ineinander verwobene Handlungsstränge.
Der erste Handlungsstrang ist der um die Blume des kleinen Prinzen, die er bei seiner Rückkehr zum kleinen Planeten verdorrt vorfindet. Er möchte sie retten und kehrt dafür zur Erde zurück. Auf der Reise trifft er mit dem Geographen oder dem Laternenanzünder auf alte Bekannte. Er begegnet aber auch dem Satelliten, dem Gärtner, dem Berater oder dem Fuhrmann, die Metaphern für moderne Zeitentwicklungen sind, die Antoine de Saint-Exupéry so noch nicht vorhersehen oder literarisch verarbeiten konnte, und die Felix Florin Lunaire nun in einfühlsamer Weise aufgreift.
Die zweite Handlungsstrang ist die autobiographische Geschichte des Autors, der sehr krank ist und erst durch die Begegnung mit dem kleinen Prinzen geistig wieder neue Hoffnung schöpft. Es wird damit auch zu einer Genesungsgeschichte, die auch den jungen oder älteren Lesern Hoffnung gibt, aus beinahe jeder prekären Situation wieder herauszukommen oder sie bewältigen zu können.
Beide Handlungstränge sind dabei bereits für Kinder ab ca. 6 Jahren verständlich erzählt. Damit ist es durchaus ein Kinderbuch. Aber auch für Erwachsene bietet sich durch tiefere, metaphorische Bedeutungsebenen eine wirklich lesenswerte Gedankenreise, die von Denkblockaden befreien kann und zum Blick in den Spiegel wird: Wer wollen wir sein? Wo wollen wir hin? Wie wollen wir leben? Was gibt uns Hoffnung gegen unsere Ängste?
Häufig ist dieser Blick in den Spiegel überraschend einfach und fast frappierend wahr:
„Wenn in Krankenhäusern mehr gelacht würde, würden die Kranken bestimmt schneller gesund. Dann würden sie aber viel besser auch ?Genesungshäuser‘ heißen.“
„Nur den großen Leuten fällt es ein, Liebe aufzuteilen in wahre Liebe und törichte Liebe. Törichte Liebe ist die einzig wahre Liebe, denn sie fragt nicht nach Gründen.“
Dabei ist dem Autoren Felix Florin Lunaire ein Kunststück gelungen: die aktuellen, äußeren und inneren Herausforderungen der modernen Welt aufzugreifen und zugleich in zeitlose, poetische Worte zu gießen. Da kommt Facebook genauso vor wie die Flüchtlingskrise – ohne diese freilich beim Namen zu nennen.
Das lässt sich schnell mit zwei weiteren, kurzen Zitaten belegen:
„Freundschaft ist wie die Wärme der Sonnenstrahlen. Man kann sie nicht zählen oder hinzufügen. Man kann sie nur annehmen und sich daran erfreuen.“
„Mauern sind immer Barrieren in beide Richtungen. Wenn du eine aufbaust, um dich zu schützen, mauerst du dich zugleich ein.“
In den poetischen Begegnungen kommt aber auch der Humor nicht zu kurz. Nur wenigen Lesern wird es gelingen, ohne Schmunzelfalten das Lesevergnügen zu beenden. Das liegt an den phantasievollen Begegnungen, aber auch an den über 30 liebevollen Bildern des spanischen Illustrators Borja Díaz Hernández.

Eine Zitatesammlung ist übrigens auf dem Blog kleinerprinz.wordpress.com verfügbar. Hier und in der kostenfreien Leseprobe des eBooks (Link siehe unten) können Interessierte auf den Geschmack kommen, die Weitererzählung der Geschichte des kleinen Prinzen zu lesen.
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In einem Interview erläutert der Autor Felix Florin Lunaire seine Beweggründe dafür, mit „Der Prinz und der kleine Planet“ eine Fortsetzung der weltberühmten Geschichte zu schreiben:

Frage: „Herr Lunaire, gestatten sie zum Einstieg eine Frage: Sind sie mit Antoine de Saint-Exupéry verwandt?“

Lunaire: „Biologisch nein. Aber ich würde mich als geistesverwandt bezeichnen, gemeinsam mit vielen anderen Menschen, denen der kleine Prinz ans Herz gewachsen ist. Und genau wie Saint-Exupéry eine Botschaft des Herzens in die kalte Welt des zweiten Weltkrieges senden wollte, so möchte ich dies tun in einer Zeit, in der viele über den drohenden dritten Weltkrieg reden.“

Frage: „Das heißt, sie sehen sich als Saint-Exupéry des 21sten Jahrhunderts?“

Lunaire: „Nein, denn das würde ich für Anmaßung halten. Wir teilen nur dieselben Beweggründe oder dieselbe Botschaft, wenn sie so wollen. Ich schreibe auch viel langsamer als Saint-Exupéry, habe fast fünf Jahre für das Buch gebraucht und es wieder und wieder verbessert. Außerdem kann ich viel schlechter malen.“

Frage: „Das hat Antoine de Saint-Exupéry auch von sich gesagt, dass er nicht malen könne. Nachher wurden seine Bilder Kult. Macht ihnen das nicht Mut, ihre Eigenkritik zu mildern?“

Lunaire: „Nein, in meinem Falle stimmt es wirklich. Ich kann nicht so tiefsinnig, mehrdeutig malen. Bei mir sind es eher Skizzen geworden. Deshalb bin ich sehr froh, dass ich den Illustrator Borja kennengelernt habe, der dann nach Vorlage meiner Skizzen die wirklich wundervollen Bilder gemalt hat, mit einer enormen perspektivischen Tiefe. Es ist ihm damit gelungen, die Bedeutungsebenen meiner Geschichte liebevoll einzufangen.“

Frage: „Was hat sie motiviert, das Buch zu schreiben?“

Lunaire: „Ich liebte schon immer den kleinen Prinzen, und es hat mich bereits als Kind gestört, dass die Geschichte so – sagen wir ?unerfreulich‘ – zuende geht. Für meine Kinder wollte ich das so nicht stehenlassen und habe die Geschichte deshalb weitergedichtet. Immerhin hat Saint-Exupéry selbst mit dem Schlangenbiss am Ende einige Interpretationsmöglichkeiten offengelassen. Vielleicht hatte er ja selbst eine Fortsetzung geplant, die er dann nicht mehr umsetzen konnte.“

Frage: „Und was sagen ihre Kinder nun zu ihrer Fortsetzung? Gefällt sie ihnen?“

Lunaire: „Meine Tochter ist gerade 5 und kommt jetzt erst in das Alter, wo sie etwas mit dem kleinen Prinzen anfangen kann. Ich lese ihr das Buch gerade vor, und bin glücklich über ihre Reaktion. Die Spinne im Fernrohr fand sie toll – besonders natürlich, dass sich die Erwachsenen davor so schön ekeln. Und die Zeichnungen von Borja gefallen ihr sehr. Und übrigens: Die Geschichten von kleinen Prinzen sind ja All-Ager. Erwachsene lesen sie genauso gerne wie Kinder. Das machen die verschiedenen Bedeutungsebenen möglich.“

Frage: „Was wünschen sie sich also für die Zukunft des Buches?“

Lunaire: „Ich wünsche mir, dass es die Freunde des kleinen Prinzen als Bereicherung empfinden und es ihnen Hoffnung gibt, denn so ist das Buch gemeint. Und dass diese Freunde vielleicht auch ein wenig zueinander finden auf meinem Blog kleinerplanet.wordpress.com. Dort gibt es für Fans auch eine zusätzliche, neue Kurzgeschichte kostenfrei zum Download.“

Frage: „Herr Lunaire, vielen Dank für das Interview.“

Felix Florin Lunaire: „Der Prinz und der kleine Planet – Herzensgeschichten für Groß und Klein mit Illustrationen von Borja Díaz Hernández“, 124 Seiten mit über 30 meist farbigen Illustrationen, ISBN 978-3744800310 (Paperback, 9,99?) und ASIN 978-3744800310 (Kindle eBook, 6,99?). Link zum Buch: Der Prinz und der kleine Planet.

Beitrag von am 4. Mai 2017. Abgelegt unter Kunst & Kultur, Vermischtes. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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