Endoprothetische Fachgesellschaften fokussieren Patientensicherheit und Versorgungsqualität

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Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und
Orthopädische Chirurgie (DGOOC) und die Deutsche Gesellschaft für
Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) nehmen zu der aktuellen
Diskussion um Versorgungsqualität und Mindestmengen im Bereich der
Endoprothetik wie folgt Stellung:

Die Qualifikation der Operateure, der Krankenhäuser und die
Qualität der verwendeten Implantate sind von zentraler Bedeutung für
eine sichere und hochwertige Durchführung dieses hochkomplexen
Eingriffs. Der ständig wachsende Anspruch an die Funktion eines
Kunstgelenkes muss durch immer weiter verfeinerte Operationstechniken
realisiert werden. Kunstgerecht ausgeführt, resultiert nahezu immer
eine hohe Zufriedenheit der Patienten.

Durch zwei zentrale Qualitätsinitiativen der DGOOC und die
Aktivitäten der Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik – AE auf dem
Gebiet der Fortbildung der Operateure wird dieser Anspruch realisiert
und die Qualität der endoprothetischen Versorgung stetig weiter
maximiert.

1. Mit dem EPRD (Endoprothesenregister Deutschland) wurde ein
Endoprothesenregister in Deutschland mit dem Ziel geschaffen, die in
Deutschland implantierten Endoprothesen hin-sichtlich der Standzeit
bzw. Qualität zu kontrollieren. So sollen Auffälligkeiten bei
einzelnen Prothesentypen bzw. Behandlungskonzepten frühzeitig erkannt
werden. Obwohl die Teilnahme zurzeit noch freiwillig ist, werden
bereits ca. 70 % aller in Deutschland durch-geführten
Endoprothesenimplantationen erfasst. Durch die Zusammenarbeit mit der
AOK und dem Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) sowie dem
Bundesverband Medizintechno-logie e.V. (BVMed) wurde eine weltweit
einzigartige Erfassung der Patientendaten und der
Implantateigenschaften geschaffen.

2. Das EndoCert-Zertifizierungssystem kontrolliert seit 2012 die
Qualität von Operateur und Einrichtungen, in denen
Gelenkendoprothesen implantiert werden. Durch Vorgaben für die
Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität sowie die regelmäßige
Überprüfung (Audits) durch erfahrene, speziell ausgebildete
Fachexperten wird die hochwertige Versorgung der Patienten
sichergestellt. Einrichtungen, die einen wesentlichen Schwerpunkt
ihrer Arbeit auf dem Gebiet der Endoprothetik sehen, können sich als
Endoprothetikzentrum (EPZ) oder als Endoprothetikzentrum der
Maximalversorgung (EPZmax) zertifizieren lassen. Dabei wird die
Einhaltung der Mindestmengen durch eine konkrete Fallzahlvorgabe für
die Einrichtung (EPZ: 100, EPZmax: 200 Gelenkersatzoperationen) als
auch für die verantwortlichen Operateure (EPZ: zwei sogenannte
Hauptoperateure müssen je 50 Endoprothesen am Knie- oder Hüftgelenk
implantieren) realisiert. An einem Endoprothetikzentrum der
Maximalversorgung müssen sogar mindestens zwei Senior-Hauptoperateure
tätig sein, die jeweils 100 solcher Eingriffe pro Jahr durchführen.
Damit folgt EndoCert der wissenschaftlichen Datenlage, dass ein
persönlich erfahrener Operateur und ein eingespieltes Team durch ein
aufeinander abgestimmtes Vorgehen weniger Komplikationen aufweisen.

3. Wesentlichen Anteil an der Versorgungsqualität haben dabei auch
die Aktivitäten der AE – Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik
(einer Sektion der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und
Unfallchirurgie – DGOU), die seit Jahrzehnten die Institution für die
Aus- und Fortbildung auf dem Gebiet der Kunstgelenke ist. Der Umfang
der Tätigkeit der AE ist durch jährlich 27 Basis- und Masterkurse,
mehrere Kongresse, Weiterbildungen für das OP-Personal, Erarbeitung
von Handlungsempfehlungen, internationalen Austausch und vieles mehr
gekennzeichnet. Ein wesentlicher Inhalt der Kurse ist dabei auch die
Abgrenzung der Indikation zur Endoprothese gegenüber
gelenkerhaltenden und konservativen Therapien.

Zur Sicherstellung einer weiter gesteigerten Versorgungsqualität
und Patientensicherheit empfehlen die Unterzeichner Mindestmengen und
definierte Behandlungspfade für die Krankenhäuser einer-seits und
personenbezogene Mindestmengen und Ausbildungsanforderungen für die
Operateure andererseits. Die bei EndoCert festgelegten Anforderungen
an die Struktur- und Prozessqualität, sowie die Mindestmengen sind
ausgewogen und sollten hierfür als Maßstab dienen. Die verpflichtende
Teilnahme am Endprothesenregister EPRD ist zwingend zu fordern.

Unterzeichner:
Prof. Dr. Dr. R. Hoffmann, Generalsekretär DGOU
Prof. Dr. B. Kladny, Generalsekretär DGOOC
Dr. H. Haas, Vorsitzender Zertifizierungskommission EndoCert
Prof. Dr. V. Jansson, wissenschaftlicher Direktor EPRD
Prof. Dr. C. Perka, Executive Committee-Sprecher EPRD
Prof. Dr. K. D. Heller, Generalsekretär AE

Pressekontakt:
DGOU-Pressestelle
Susanne Herda und Swetlana Meier
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU)
Straße des 17. Juni 106-108
10623 Berlin
Tel.: 030 – 340 603 -606 oder -616
Fax: 030 – 340 603 621
E-Mail: presse@dgou.de

Original-Content von: Deutsche Gesellschaft f?r Orthop?die und Orthop?dische Chirurgie e.V. (DGOOC), übermittelt durch news aktuell

Beitrag von am 12. Juni 2017. Abgelegt unter Gesundheit. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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