Frank Loris [duoblock] in  “KunstStoff: Materialrevolution für Design + Kunst. Objekte der Sammlung Winkler” im MAK Köln

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Der Stuhl [duoblock] ist eines von sieben Objekten aus Lori Franks Abschlussarbeit an der HTW Dresden names „schön unbequem“ (2007) und gleichzeitig ein Kommentar über die Art und Weise, wie Produkte entworfen, vermarktet und benutzt werden.

Ausgangspunkt für den Entwurf sind die weltweit präsenten Monobloc Kunststoffstühle. Im Spritzgussverfahren hergestellt, stellen sie nicht nur eine schnelle und fast endlos reproduzierbare, sondern ebenso die stapelbare, wetterresistente, leichte und unschlagbar preiswerte Variante eines Stuhles dar. Ein absolut praktischer Stuhl für den Preis einer warmen Mahlzeit. Und doch verdammen, so scheint es, Materialität, Herstellungsverfahren, Formgebung und letztendlich seine Erschwinglichkeit für jedermann den Monobloc zu einem eher unrühmlichen Image.

Der Entwurf [duoblock] huldigt diesen Stuhl und holt ihn von der Straße, den Kneipen und Schrebergärten in eine der letzten Domänen, in die er noch nicht vorgedrungen ist. Konzeptioniert als Besucherstuhl, als Sitzgelegenheit für den kultur- und kunstbegeisterten Menschen gelangt er nun ins Museum. Nicht als Ausstellungsstück, sondern als Gebrauchsgegenstand, vis-a-vis zur Kunst.
Das Rücken an Rücken gefügte und „morphierte“ Objekt aus zwei baugleichen Monobloc`s wird zum [duoblock]. Doch es fehlt ihm das, was wir von einem Stuhl, soll es kein Hocker sein, grundlegend erwarten: Die Rückenlehne. Im weiteren sind die Sitzflächen in ihrem Winkel stärker nach hinten geneigt als gewohnt um sich letztendlich da, wo sonst die Rückenlehnen beginnen, vor einer Art Lücke zu begegnen. Geblieben sind die Armlehen, die den Stuhl nun skulptural, – fast wie ein Gehege – umranden.

Schnell wird klar das sich dieser Stuhl nicht gewohnt einfach besetzen, sich nicht gewohnt einfach „bezwingen“ und benutzen lässt. So interessant seine Form auch wirkt, so unbequem ist sie dann auch. Die steiler angestellten Sitzflächen verursachen ein nach hinten Gleiten des Sitzenden, bis zu jenem Punkt, an dem nur der Halt einer Rückenlehne wieder für ein entspanntes Sitzen sorgen könnte. Diese aber fehlt.

Die Lösung dieses Problems liegt in der Kommunikation und Interaktion: In dem Augenblick, in dem sich zwei Personen zusammensetzen, sich Rücken an Rücken lehnen, entpuppt sich der [duoblock] nicht nur als bequeme Sitzgelegenheit sondern auch als Brücke zwischen Kunst und Mensch.

Als den Designer repräsentierende Galerie freuen wir uns außerordentlich über diese großartige Gelegenheit, Frank Lori im Museum für Angewandte Kunst zeigen zu dürfen.

Beitrag von am 1. Dezember 2009. Abgelegt unter Museen. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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