Für eine verpflichtende Impfberatung

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„Impfungen gehören zu den wirksamsten präventiven
Maßnahmen der Medizin. Moderne Impfstoffe sind gut verträglich und
unerwünschte Arzneimittelwirkungen werden nur in extrem seltenen
Fällen beobachtet und stehen in keinem Verhältnis zu den möglichen
Komplikationen, die bei den Erkrankungen auftreten können, gegen die
wir in Deutschland impfen“, sagt Dr. Max Kaplan, Präsident der
Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK) in der gegenwärtigen Debatte um
ein härteres Vorgehen der Bundesregierung gegen Impfgegner. Denn
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will Kitas
verpflichten, Eltern beim Gesundheitsamt zu melden, wenn sie keinen
Nachweis über eine Impfberatung beim Haus- oder Kinderarzt vorlegen.

Der Minister will damit erreichen, dass die Gesundheitsämter
gezielt auf Eltern zugehen und sie dazu bringen können, ihr Kind
impfen zu lassen. Bei einer hartnäckigen Verweigerung sollen die
Ämter gar Bußgelder gegen die Impfmuffel verhängen. Harte
Zwangsmaßnahmen sind für Kaplan jedoch nur die allerletzte
Alternative; er spricht sich jedoch für einen Nachweis über eine
Impfberatung beim Haus- oder Kinderarzt aus, geht es um einen Platz
in Kita, Kindergarten oder Hort.

Kaplan appelliert an die Vernunft und an die Solidarität: „Für
einen ausreichenden Impfschutz der Patienten zu sorgen, ist eine
wichtige Aufgabe unserer ärztlichen Tätigkeit.“ Daher sei der
frühzeitige Beginn der Grundimmunisierung bei Säuglingen und
Kleinkindern zeitgerecht durchzuführen.

Aus ärztlicher Sicht könne man von unterlassener Hilfeleistung und
von Vernachlässigung elterlicher Fürsorgepflicht sprechen, wenn einem
Kind der derzeit mögliche Schutz vor impfpräventablen Erkrankungen
vorenthalten wird. Schutzimpfungen seien dabei nicht ausschließlich
eine individualmedizinische Maßnahme.

„Wer sich und seine Kinder impfen lässt, schützt nicht nur sich
selbst, sondern auch alle Menschen, die mit ihm in Kontakt treten.
Impfen ist ein Gebot der Solidarität aller mit allen“, so Kaplan. „An
Masern müssten heute keine Menschen mehr sterben, daher spreche ich
mich für die verpflichtende Impfberatung aus. Den Forderungen nach
einer Impfpflicht, die bereits von der Politik diskutiert wird,
möchte ich mich nicht anschließen, letztendlich aber auch nicht
ausschließen“, sagt Bayerns Ärzte-Chef.

Mit Impfungen erreicht man einen flächendeckenden Schutz vor
gefährlichen Erkrankungen, wenn eine Durchimpfungsrate von 95 Prozent
der Bevölkerung erzielt wird.

Pressekontakt:
Bayerische Landesärztekammer
Pressestelle
Dagmar Nedbal
Mühlbaurstraße 16
81677 München
Telefon: 089 4147-268
Fax: 089 4147-202
E-Mail: presse@blaek.de
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Beitrag von am 6. Juni 2017. Abgelegt unter Gesundheit. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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