Interview: Reisen, Mobilität, Alltagswelt: Unser Leben 2030 – Ein Blick in die nahe Zukunft mit Trendbeobachter Mathias Haas (FOTO)

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Technische Entwicklungen und Mobilität prägen unser Privat- und
Berufsleben immer mehr. Wir sind flexibler, erreichbarer, viel
unterwegs und ständig online. Das ist die Gegenwart. Aber wie sieht
unser Leben 2030 aus? Eines ist sicher: immer mehr Menschen werden
mobil sein. Bis 2030 plant die Deutsche Bahn deshalb ihr jetziges
Angebot um 25 Prozent zu erweitern. Künftig wird es 150 ICE-Fahrten
mehr pro Tag geben. Mehr Kundenkomfort, hohe Umweltfreundlichkeit,
und der Einsatz neuester Technologien haben jetzt und zukünftig hohe
Priorität. Der neue ICE 4 ist das Rückgrat des zukünftigen
Fernverkehrskonzepts. Im Dezember 2017 geht er in den regulären
Betrieb. Was uns bis und in 2030 noch bewegen wird, erläutert
Trendbeobachter Mathias Haas im Gespräch mit der DB. Er ist
„Zukunftsdetektiv“ und ständig auf der Suche nach Hinweisen darauf,
wie wir unser Leben in ein paar Jahren tatsächlich führen werden.
Seine Empfehlung: Wer sich schon jetzt auf die Zukunft einstellt, ist
für das Kommende bestens gewappnet.

Herr Haas, überraschende Dinge passieren gegenwärtig. In Schweden
kann man sich Fahrkartenchips in die Hand implantieren lassen. Gibt
es aus Ihrer Sicht noch mehr Anzeichen für zukünftige
Reise-Standards, die wir uns heute kaum vorstellen können?

Tatsächlich machen immer mehr Menschen „Upgrades“. Warum auch
nicht: technisch ist dies möglich. So sind wir die letzte Generation,
die sich „nur“ Tattoos stechen lässt. Und ja, in Stockholm gibt es
schon so manche Cyborgs, also Träger von Chip-Implantaten. Heute
unterstützt uns das Smartphone nahe am Körper, morgen funkt der Chip
eben aus dem Körper. Davon abgesehen wird der Koffer smart. Derartige
Funktionen werden sehr schnell zum Status-Symbol. Bald weiß also der
Reisende, dass sich sein Gepäck „bewegt“, obwohl er oder sie
vielleicht gerade entspannt im Speisewagen sitzt.

Werden uns 2030 noch echte Taxifahrer zum Bahnhof fahren?
Autonomes Fahren ist ja die nächste große Veränderung in der
Mobilität. Was ist Ihr Tipp für die „Schiene“: Kommt der Hyperloop
oder ein neuer Hochgeschwindigkeitszug im traditionellen Stil?

Nun, das selbstfahrende Auto kommt – aber es kommt stufenweise
über mehrere Jahrzehnte. Durch den Einsatz von wirkungsvolleren
Technologien können mehr Autos, Züge und Flugzeuge betrieben werden.
Beispielsweise fahren sie dichter. Doch schlussendlich sind moderne
Gesellschaften auch mobile Gesellschaften. Wir reisen alle immer mehr
und damit wächst der Wunsch nach Geschwindigkeit. Mit dem ICE 4 haben
wir ja schon heute ein Verkehrsmittel, das sich an unseren wachsenden
Reisebedürfnissen orientiert. Der Hyperloop kommt genauso, wie die
Neuauflage der Concorde. Menschen werden schon in drei bis fünf
Jahren wieder in dreieinhalb Stunden von Europa nach New York
fliegen.

2030 ist die Generation Z erwachsen. Wird sich ihr Anspruch an
Freizeitgestaltung und Komfort im Vergleich zu heute wesentlich
geändert haben?

Diese Altersgruppe hat eine völlig andere Normalität: Ich. Jetzt.
Überall. Die Damen und Herren von morgen werden genauso
Aufmerksamkeit lieben wie die Generation davor, doch jeder junge
Mensch weiß ganz genau: Für ein normales Leben gibt es keine Likes.
Also muss das extrem seltene Hobby her. Ich meine, wir sind früher
auch zum Frühstück nach Paris gefahren, warum soll das 2030 anders
sein? Paris ist nur zu naheliegend, damit der „Social Media-Post“
durch die Decke geht. Jetzt kommt dazu, dass die Generation Z
durchaus Budget hat. Und wer reist nicht gerne bequem? Am liebsten
bei 250km/h.

Was könnten 2030 typische Hobbys sein? Welcher heutige Lifestyle
wird sich am ehesten weiterentwickeln?

Wie die Hobbys in 13 Jahren genau aussehen, ist kaum seriös
vorhersehbar. Jedoch ist glasklar, dass es extreme Nischen geben wird
und Menschen das „Durchschnittshobby“ auf Teufel komm raus vermeiden
werden. Wer als Freizeitbeschäftigung blaue, nur blaue,
Schmetterlinge beobachtet, der findet dieselben „Freaks“ irgendwo auf
diesem Planeten. Irgendwo gibt es auch dafür einen Blog und ein Forum
zum Austausch. Wir alle kennen zunehmend nur noch Menschen, die uns
sehr ähnlich sind. Blaue Schmetterlinge eben.

Der Vormarsch der Künstlichen Intelligenz und des Internet of
Things ist Realität. Sind apokalyptische Schreckensvisionen
gerechtfertigt, wo sind sie völlig überflüssig?

Gesunder Menschenverstand hilft auch bei diesen Megatrends. Egal
wie sexy oder wie beängstigend eine neue Entwicklung sein mag: Es
kommt immer darauf an, was man daraus macht. Wir müssen uns mit
diesen Themen beschäftigen, sie testen, ausprobieren. Nur so werden
Ängste abgebaut und eigene Erfahrungen gemacht. Es ist grob
fahrlässig, Themen wie die Künstliche Intelligenz nicht
mitzugestalten. Die Welt bewegt sich weiter. Sicher, reine
Bedenkenträger brauchen wir, aber bitte nicht 82 Millionen davon.

Werden wir 2030 noch googlen? Wird öffentliches WLAN in
Deutschland überall sicher und verfügbar sein?

Leistungsstarker Internetempfang ist für viele heute schon ein
Grundrecht, zu Recht! Also ja, wir werden auch 2030 noch suchen –
vermutlich mehr denn je – und wir werden dies mit unserer Stimme und
zunehmend auch mit Gesten machen. Algorithmen und automatisierte
Kommunikation bedienen zunehmend unseren Wunsch nach Einfachheit. Wir
alle lieben es bequem, und Informationen kommen immer häufiger
aufbereitet zu uns, statt wir zu ihnen.

Was würden Sie Ihrem jüngeren ICH für 2030 mit auf den Weg geben?

Selbstbewusstsein. Die Gewissheit, dass wir anpassungsfähig sind,
ist vielleicht das wichtigste Instrument im Umgang mit Veränderung.
Und ich würde ihm einpflanzen, dass 2030 mehr denn je gilt: „You got
to find what you love, if you haven’t found it… don’t settle, keep
looking.“ Dieser Satz kommt von Steve Jobs und appelliert an uns, zu
suchen, bis die eigene Leidenschaft gefunden ist. Warum? Die Welt
wird zum Dorf, jeder Spezialist wird gefunden – egal wo er oder sie
lebt. Ganz sicher. Und „der beste der Welt“ auf meinem Spezialgebiet
kann ich nur dort sein, wo ich meine Leidenschaft habe. Wir Menschen
stehen im globalen Wettbewerb und wir werden zusätzlich von Maschinen
herausgefordert. Die besagte Künstliche Intelligenz ist ein Beispiel
dafür, dass wir wirklich gut sein müssen, damit wir nicht im direkten
Wettbewerb enden. Also verrückt sein, wenig Routine zulassen und
Vollgas geben. Es wird 100%ig belohnt!

Über Mathias

Haas Mit seinem Team beschreibt Trendbeobachter Mathias Haas das
„Hier und Jetzt“, denn die Zukunft ist heute schon sichtbar. So reist
der Trendexperte zu Paradebeispielen und deren Machern. Er testet
selbst und nimmt sich Zeit – zum Denken. Er ist kein Berater, sondern
bietet Megatrend-Updates und hilft bei der Entwicklung eigener
Antworten. Der internationale Schwabe hat über hundert
Markteinführungen mitgestaltet und ist seit einem Jahrzehnt am
„Zukunftsmarkt“. Mehr auf www.trendbeobachter.de

Über den ICE 4

Der ICE 4 bildet das Rückgrat des Fernverkehrskonzepts, mit dem
die DB ihr Angebot bis 2030 um 25 Prozent erweitert. Künftig wird es
150 ICE-Fahrten mehr pro Tag in ICE-Qualität geben. Rund 50 Millionen
Kunden will die DB bis 2030 pro Jahr dazu gewinnen. Das neue
Flaggschiff soll Schritt für Schritt die ICE-1- und ICE-2-Flotte
ablösen. Der etwa einjährige Probebetrieb der neuen ICE-Generation
ist einer der längsten Tests der Bahngeschichte. Der 12-teilige ICE 4
verfügt über 830 Sitzplätze – rund 10 Prozent mehr als in einem ICE 1
bei vergleichbarer Länge. Die Sitzplätze verteilen sich auf 205 in
der 1. und 625 Plätze in der 2. Klasse. Wie alle ICE verfügt auch der
neue ICE 4 mit der Multiprovider-Technik über die neueste
WLAN-Technologie. Reisende können das kostenlose WLAN sowohl in der
ersten als auch in der zweiten Klasse nutzen. Die umfassende
Fahrgastinformation wird durch Deckenbildschirme in den Wagen
gewährleistet. Die Familienbereiche und Kleinkindabteile wurden im
ICE 4 deutlich vergrößert. Ein innovatives Beleuchtungskonzept mit
tageszeitabhängiger LED-Lichtsteuerung schafft in allen Wagen eine
angenehme Atmosphäre. Die neuen modernen Sitze haben Rückenlehnen,
die beim Verstellen nicht nach hinten, sondern in die Sitzschale
gleiten und den hinteren Sitznachbarn nicht stören. Der ICE 4 besitzt
große Panoramascheiben und bietet deutlich mehr Stauraum für Gepäck
als die Vorgänger-ICE. Sitzplatznummern und Reservierungsdisplays
sind gut sicht- und tastbar in die Kopfstützen der Sitze integriert.
Taktile Piktogramme und Informationen in Braille-Schrift in den Ein-
und Ausstiegsbereichen sowie die Fußbodenleisten zur Abgrenzung des
Gangbereichs im Großraumwagen geben auch sehbeeinträchtigen Reisenden
Orientierungshilfe. Das neu gestaltete Bordrestaurant bietet Platz
für 22 Gäste. Neu im ICE 4 ist auch die Möglichkeit der
Fahrradmitnahme. Weitere Informationen zum ICE 4 finden Sie unter
www.deutschebahn.com/ice4

Pressekontakt:
Medienteam DB Fernverkehr
Faktor 3 AG
Kattunbleiche 35
22041 Hamburg
Fon: +49 (0)40-67 94 46-68
Mail: db@faktor3.de

Original-Content von: Deutsche Bahn AG, übermittelt durch news aktuell

Beitrag von am 11. Juli 2017. Abgelegt unter Freizeit, Vermischtes. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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