JES-Bundesverband zum Weltdrogentag am 26. Juni 2017

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Im Dezember 1987 wurde der Weltdrogentag von den
Vereinten Nationen als Aktionstag für die Drogenprohibition
etabliert. Dieser Tag ist daher auch als Anti-Drogen-Tag bekannt.
Gemeint sind hier aber in erster Linie die illegalisierten Substanzen
wie z.B. Cannabis, Opiate oder die sogenannten Partydrogen.

„Wir als JES (Junkies, Ehemalige, Substituierte) verweisen aus
diesem Anlass noch einmal auf unseren Standpunkt, dass die
Illegalisierung einer stets steigenden Zahl von Genussdrogen und die
Kriminalisierung ihrer Konsumenten nicht zielführend und sogar als
kontraproduktiv zu werten ist“, erklärt Mathias Häde vom
JES-Bundesvorstand.

Eine bundesweit bereits im vierten Jahr in Folge und im Vergleich
zum Vorjahr um 9 % auf 1333 gestiegene Zahl an Drogentoten ist aus
unserer Sicht die Folge einer verfehlten Drogenpolitik. „Genau
genommen sollte es daher Drogenverbotstote heißen“, führt Häde weiter
aus.

Große Teile des Landes profitieren noch immer nicht von der
erwiesenermaßen erfolgreichen Substitutionstherapie, und das in den
Kanon der für diese Behandlung zulässigen Mittel aufgenommene
Diamorphin kann bisher nur in wenigen Städten verabreicht werden.

Die für Sicherheit und Gesundheit der Konsumenten so elementar
wichtigen Drogenkonsumräume existieren in einigen südlichen und
östlichen Bundesländern noch immer nicht, weil man sich hier offenbar
hartnäckig weigert, der unbequemen Realität ins Auge zu sehen: dass
nämlich der sogenannte war on drugs, der „Krieg gegen die Drogen“,
nicht funktioniert.

Eine wirkliche Wende, jenseits von den derzeit üblichen
Notmaßnahmen, würde für JES daher nur die Regulierung und Kontrolle
des Drogenhandels, also eine Legalisierung derzeit illegalisierter
Drogen bringen. Es geht hier u.a. darum:

– der Organisierten Kriminalität eine ihrer Haupteinnahmequellen
zu nehmen und so auch Wettbewerbsverzerrungen in Konkurrenz mit
der legalen Wirtschaft einzudämmen,
– die fatale Kriminalisierung und Verfolgung der Drogenkonsumenten
zu beenden,
– Konsumsicherheit durch überwachte und kontrollierte, also legale
Strukturen des Drogenhandels zu gewährleisten. Stichwort:
Drogenfachgeschäfte mit qualifiziertem Fachpersonal und
gesetzlichen Vorgaben.

„Auf diese Weise könnten viele Menschenleben gerettet und prekäre
Lebensläufe vermieden werden“, bringt es Claudia Schieren vom
JES-Bundesvorstand abschließend auf den Punkt.

Pressekontakt:
Mathias Hände
JES-Bundesvorstand
Tel.: 0176 39 56 94 96

Original-Content von: JES Bundesverband, übermittelt durch news aktuell

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