Kunststipendium „Zeltplatz Residenz“ auf Spiekeroog: Siegerprojekt „Leichte Bilder“ übersetzt Sprache in Fotografie

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Spiekeroog/Frankfurt, Juni 2017. Zum vierten Mal ist die Nordseeinsel Spiekeroog einen Sommermonat lang das Zuhause eines Künstlers im Rahmen des Kunststipendiums „Die Spiekeroog Zeltplatz Residenz“. Die unabhängige Jury aus Kunstschaffenden, Einheimischen und dem Vorjahressieger Marcus Große kürte vergangenen Dezember die Münchner Künstlerin Vera Nowottny zur Siegerin. Sie überzeugte mit ihrem Projekt „Leichte Bilder“ zum Thema „Willkommenskultur“ und wird noch bis Ende Juni auf dem Spiekerooger Zeltplatz ihr Vorhaben realisieren. Es ist das erste Mal, dass das Stipendium an eine Künstlerin vergeben wurde.
Das Kunstprojekt zielt auf eine bessere Verständlichkeit der deutschen Sprache und deren Regelwerk für Nicht-Muttersprachler ab. Das Konzept basiert auf Vera Nowottnys Erfahrungen aus der Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in München. Das Hauptproblem dabei sei, so Nowottny, die Verständigung mit den Flüchtlingen, die bei ihrer Ankunft in Deutschland nur ihre Muttersprache sprechen. Auch die Kommunikation mit „Hand und Fuß“, so stellte die Künstlerin fest, funktionierte nicht immer, da Zeichensprache in verschiedenen Kulturen unterschiedliche Bedeutungen haben kann. „Umso besser funktioniert das Medium Fotografie, das Personen nicht nur die Dekodierung einer Botschaft erleichtert, sondern auch das Erlernen einer Sprache, wie Studien gezeigt haben“, sagt Nowottny.
Gerade in Deutschland ist das auf Schrift basierende Regelwerk im öffentlichen Raum von großer Bedeutung, wie die Allgegenwärtigkeit von Informationstafeln, Hinweis- und Verbotsschildern in unseren Städten zeigen. Deswegen zielt „Leichte Bilder“ auf eine bessere Verständlichkeit von Sprache ab sowie darauf, sowohl jungen als auch erwachsenen Flüchtlingen, die noch Probleme mit der deutschen Sprache haben, mehr Selbstbestimmung in ihrer neuen Heimat zu ermöglichen. Einen wichtigen Bestandteil des Projekts sollen auch die Inselbewohner selbst bilden, denen eine offene Willkommenskultur auf ihrer Insel am Herzen liegt. Die Künstlerin möchte sie wann immer möglich in die Fotografien integrieren.

• Über die Künstlerin
Vera Nowottny hat von 1988 bis 1991 eine Ausbildung zur Fotografin in Würzburg absolviert. Es folgten Auslandsaufenthalte in Santiago de Chile und den USA und von 1993 bis 1998 das Studium an der Fachhochschule Würzburg im Studiengang Kommunikationsdesign. 2009 bis 2013 promovierte sie im Fach Kunst und Design an der Bauhaus Universität in Weimar. Als Dozentin für Fotografie ist sie seit 2014 an der Hochschule Diploma tätig und wird seit 2015 durch die Galerie Campoi in München vertreten.
• Über die Spiekerooger Zeltplatz Residenz
Das Kunststipendium „Spiekerooger Zeltplatz Residenz“ wird von der Nordseebad Spiekeroog GmbH und privaten Stiftern ausgerichtet. Der Wettbewerb ermöglicht dem Gewinner die Umsetzung eines temporären Kunstprojekts auf der autofreien Nordseeinsel. Als Residenz wird ein Zelt auf dem Spiekerooger Zeltplatz zur Verfügung gestellt – daher auch der Name der Aktion. Gefördert werden Kunstprojekte, die im öffentlichen Raum stattfinden, Aufmerksamkeit für soziale und ökologische Problematiken generieren und in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein dafür schaffen. Die Ausschreibung richtet sich an Künstler und Künstlerinnen der Installations-, Land Art-, Performance-, Foto- und Video-Kunst ohne Altersbeschränkung. Die erste Spiekerooger Zeltplatz Residenz beschäftigte sich 2014 mit dem Thema „Wohnraum“, es folgten 2015 „Ich sehe was, was du nicht siehst“ und 2016 „Reizklima“.

Beitrag von am 19. Juni 2017. Abgelegt unter Freizeit, Vermischtes. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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