Lagazuoi Cairn Festival Steinmännchenbauer-Contest 14.-16. Juli 2017

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Das Lagazuoi Cairn Festival ist eine großartige Gelegenheit, um Steinmännchen in einer unvergleichlich schönen Landschaft zu errichten: Entlang der Strecke zwischen der Hütte Rifugio Lagazuoi und dem Gipfel des Lagazuoi.
Im Antlitz der majestätische Dolomiten, die im Grunde genommen riesige kunstvolle Steindauben sind, werden die Teilnehmer prekäre und temporäre Kunstwerke errichten und einen Orientierungspunkt im Universum, ein Zeichen ihrer Anwesenheit, vor allem aber eine Huldigung an die immense emotionale Kraft der Berge hinterlassen, die den Lagazuoi umgeben.
Von Freitag, 14. Juli um 11 Uhr bis Sonntag, 16. Juli um 12.00 Uhr können die Teilnehmer (Einzelpersonen oder Zweier-Teams) in 40 abgegrenzten Arbeitsbereichen, die mittels Verlosung zugewiesen werden, ihr emotionales, spirituelles und gravitatives Gleichgewicht zum Ausdruck bringen.
Die Auswertung der Jury erfolgt am 16. Juli gleich nach Abschluss des Wettbewerbs und der Gewinner wird sofort mit der Preisverleihung bekannt gegeben.
In einer zweiten Phase wird durch die Publikumswertungen der Besucher des Lagazuoi und in den Social Media das Steinmännchen des Jahres bestimmt und sein/seine Schöpfer in das Goldene Buch der Steinmännchenbauer eingetragen.

Aufeinander gestapelte Steine, die fortan von der Schwerkraft und ihrem Eigengewicht gehalten werden. Doch was bedeuten diese Stein-Gebilde überhaupt?

Steintürme gibt es schon seit jeher. Ursprünglich entstanden sind sie als Wegzeichen, die einen Pfad markierten. In verschiedenen Religionen und Kulturen haben die Steinmännchen bis heute unterschiedliche Bedeutungen.
Schon im antiken Griechenland kamen die Steinmännchen vor, hier mit kulturellen Belangen, die mit Hermes in Verbindung standen. In Skandinavien sollten sie vor Trollen schützen. Wanderer sollten auf jeden gesichteten Steinhaufen am Wegesrand einen weiteren Stein legen, um unbehelligt zu bleiben. So entstanden teils riesige Gebilde.
In nordamerikanischen Indianerkulturen dagegen wurden Steinhaufen an Orten angelegt, die dem Gebet dienten, während sie in Südamerika die Wege markierten, die zu Kultstätten führten.

In westlichen Kulturen haben die Steinmännchen dagegen eine weniger religiöse Bedeutung: Dort zeigen sie vor allem die Verbundenheit mit einem Ort. Wer sich besonders wohl fühlt oder gern wiederkehren möchte, signalisiert dies durch den Aufbau einer solchen Stein-Skulptur.
Wie bei jeder menschlichen kreativen Ausdrucksform spiegeln die Cairns ein emotionales und gravitatives Gleichgewicht, Harmonie von Form und Gedanken wider. Und das mit dem Bewußtsein der Vergänglichkeit der Dinge. Denn nach dem Festival werden die Steinmännchen in keiner Weise geschützt sondern von den extremen Witterungseinflüssen des Hochgebirges zerstört.
Eine bedeutungsvolle Geste, die an die Vergänglichkeit der Dinge und an die Wiedergeburt erinnert: Die zerstörerische Kraft ist auch eine Kraft, die das Leben erschafft und das unbändige Bedürfnis des Menschen stärkt, ein Zeichen seines Aufenthalts zu hinterlassen.

Die pure Freude am Bauen – vielleicht brauchen die Steinmänner ja auch gar keinen tieferen Sinn, keine mythologische Verklärungen und esoterischen Weihen.
Vielleicht sind sie einfach nur da, weil es Freude macht, dass sie da sind.

Detaillierte Informationen, Reglement und Anmeldeformular auf der Website
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Mariagrazia Soravia
lagazuoi@lagazuoi.it

Beitrag von am 30. Juni 2017. Abgelegt unter Urlaub & Reisen, Vermischtes. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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