Lena Schmidt „Outdoors“ @ 30works II

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credits: 30works Gallery
 

Lena Schmidt „OUTDOORS“ @ 30works II
03. Juni 2017, 12:00-19:00 Uhr

30works II widmet Lena Schmidt mit „Outdoors“ ihre erste Kölner Einzelausstellung. Und zeigt Bildobjekte, die nicht von dieser Welt scheinen…

Hypnotisch, wagemutig und äußerst geheimnisvoll: Die Bildwelten von Lena Schmidt üben eine magische Sogwirkung aus. Denn die mysthischen, menschenleeren Landschaftsbilder der jungen Hamburgerin bleiben bewusst schemenhaft und zelebrieren das Zwielicht als ästhetischen Gegenentwurf zur sonst lichtdurchfluteten Landschaftmalerei. Was den Betrachter in einem imaginären, zeitlosen Raum zurücklässt, der surrealen Träumen entsprungen zu sein scheint.

Die Faszination von „Nicht“-Orten
Es sind brachliegende Industrieanlagen, marode Straßen, die ins Nichts zu führen scheinen, alte Strommasten und Brücken, die Lena Schmidt inspirieren. Diesen „Nicht“-Orten, die sowohl funktional als auch symbolisch für Übergang und Transformation stehen, verleiht die 36-Jährige eine somnanbule Aura, wo an sich klare Strukturen durch kunstvoll erzeugte Düsterheit mystifiziert werden. Und an deren Ende, Deus ex machina gleich, eine Ahnung von Licht sich Bahn bricht, um Ortung und Orientierung zu geben. Davor, daneben und mittendrin: Entlaubte Bäume und Astgebilde, die in ihrer ganzen Schwärze zunächst bedrohlich erscheinen, inmitten des vermeintlichen Chaos aber auch als Allegorien für Erhabenheit und Kontinuität stehen. „Es geht um die direkte Konfrontation; darum, in der Landschaft etwas gespiegelt zu sehen, was jeden einzelnen Betrachter persönlich umtreibt.“, sagt Lena Schmidt. So wird der nebulöse, von ihr nur angedeutete Ort erst durch den Betrachter zu einem real erfahrbaren Raum; womit sich die ästhetische Wahrhaftigkeit ihrer Bildwelten letzten Endes über die Metaebene erschließt.

Ihre hypnotische, stark suggestive Kraft verdanken Lena Schmidts Werke neben der Motivik und der dramatischen Tag/Nachtanmutung auch dem statischen, mitunter sehr flächigen Aufbau, der nicht zufällig an Theaterkulissen und Moodboards von Filmsets erinnert. Wie ihr Vorbild David Lynch lässt sich Lena Schmidt vom Abseitigen, Verödeten und Gebrochenen faszinieren; Orten, denen eine kaum erkennbare, tief verborgene Schönheit innewohnt, die erst durch das artifizielle Mise en Scène zutage tritt. Auf ihren Reisen durch Indien und Thailand, aber auch in der norddeutschen Tiefebene und im New York jenseits der eingetretenen Glamourpfade findet die Hamburgerin ihre Motivwelten, deren vermeintliche Banalität sie in schiere Bildgewalt umzusetzen weiß. Das wirkt jedoch niemals effektheischerisch, sondern beeindruckend subtil und angenehm leise. Und nimmt mit seiner gezielten Hell-Dunkeldramatik und punktuell vibrierenden Farbigkeit sowohl Anleihen bei der Romantik als auch beim Impressionismus.

Bild, Objekt oder beides?
Lena Schmidts Werke entstehen zumeist auf Holz, welches sie in Paletten- oder Brettform an ihren Inspirationsorten findet und mittels ihrer Kunst „recycelt“. Das Zurückführen des Materials zu seiner eigentlichen Bestimmung, die Wiederbefüllung mit Eigenleben und Funktion, die Konservierung seiner Geschichte – das alles ist Teil von Lena Schmidt Schaffensprozess. Mag Holz als Naturressource dem industriellen Kontext ihrer Bildwelten diametral gegenübestehen, so ist es schlussendlich doch Teil und Essenz dieser „Nicht“-Orte, die ihre Erschaffung eben auch genau diesem Material verdanken.
Duch das geschichtsbehaftete Trägermaterial erweckt die 36-Jährige ihre Sehnsuchtsorte gleichsam wieder zum Leben – und schreibt deren Vita fort. Das drückt sich auch in ihrer Technik aus: Lena Schmidt versieht das Holz mit mal filigranen, mal markanten Schnittgravuren, die eine signifikante Strukturlastigkeit evozieren und so den narrativen Charakter verstärken. „Ich binde in meinen Werken skulpturale Elemente mit ein.“, sagt Lena Schmidt. „Deshalb sind sie auch nicht rein als Bilder anzusehen; vielmehr schwanken sie zwischen Bild, Objekt und Installation.“
Ihre Motive bannt sie mit Acrylmarkern; sorgsam platzierte Farbigkeit erzielt sie durch Lasierungen, und ihre flächigen Astgebilde entstehen durch klassische Pinseltechnik. Das gipfelt in Bildobjekten, die uns die Tore zu einer faszinierenden Zwischenwelt öffnen. Die es zu ergründen gilt…

Lena Schmidt lebt und arbeitet in Hamburg. Sie absolvierte ihr Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg und genoss Förderprogramme in Deutschland und den USA. Ihre Werke wurden bereits international ausgestellt und finden sich in zahlreichen Privatsammlungen im In- und Ausland.

Lena Schmidt „Outdoors“ @ 30works II
03.06.2017, 12:00-19:00 Uhr

Ausstellung: vom 3.6.2017 bis 17.6.2017
Öffnungszeiten: Mo – Sa 12-19 Uhr

30works Galerie II
Pfeilstraße 47
50672 Köln
0221/5700250
www.30works.de
hello@30works.de

Beitrag von am 23. Mai 2017. Abgelegt unter Kunst & Kultur, Vermischtes. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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