Neue OZ: Kommentar zu Musik
Zwei Konzerte und Dinner for One
Selbst am letzten Tag des Jahres bleiben dem Klassikfreund
schwerwiegende Entscheidungen nicht erspart: In der ersten Reihe
sitzen bei den Berliner Philharmonikern und dem jugendlichen Dudamel
oder gut sehen mit der Dresdner Staatskapelle und dem
traditionsbewussten Thielemann?
Normalerweise spielt klassische Musik im Fernsehen so gut wie
keine Rolle. Da mutet es wie ein schlechter Witz an, dass sich an
Silvester zwei große Orchester um Zuschauer balgen. Woher dieses
finale Interesse? Nun, offenbar scheint sich das Jahr nur mit Geigen,
Pauken und Trompeten würdig beschließen zu lassen.
Genauso beginnt es ja nur würdig mithilfe der Wiener
Philharmoniker und Musik der Dynastie Strauss. Das aber konkurrenzlos
am Neujahrsmorgen. Was aber das Silvesterproblem nicht löst – die
Qual der Wahl bleibt. Fest steht nur, dass um 19 Uhr der symphonische
Zauber in jedem Fall vorbei ist, und das ist gut so: Dann kann man
umschalten auf die Dritten zu “Dinner for One”. Da wird man einmal
mehr daran erinnert, wie man auch in extremen Umständen seine Würde
bewahrt.
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Neue Osnabrücker Zeitung
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