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Neue OZ: Kommentar zu Picasso-Museum





Qualität in der vermeintlichen Nische

Grafikserien, Malerbücher, Drucktechniken: Das Picasso-Museum
bezieht Charme und Energie aus jenen Bereichen der Kunst, die in
anderen Häusern in kleinen Räumen versteckt oder gleich ganz im Depot
abgelegt werden. Die Münsteraner beweisen, dass es nicht immer
plakative Großformate sein müssen, die das Publikum begeistern. Die
gedruckte Kunst taugt zu mehr als zum Pläsier der Spezialisten. Sie
fasziniert viele Museumsgänger – wenn mit ihr auch spannende
Geschichten erzählt werden.

Auf luftig-leichte Weise vermittelt uns dieses Museum damit eine
wichtige Kulturbotschaft: Es gibt keine Minderheitenthemen. Sie
werden nur zu genau solchen gemacht: durch Ignoranz, lieblose
Präsentation, Vorurteile. In Münster vertiefen sich Museumsgänger in
verzwickte grafische Techniken, lassen sich fesseln von feinsten
Nuancen der Zustandsdrucke. Kein Wunder. Das Haus erzählt große Kunst
im kleinen, aber feinen Rahmen. Mitten im Hype um Blockbuster und
Museumserweiterungen demonstriert das Picasso-Museum, wie aus dem
kleinen Segment ein Qualitätsmerkmal erwachsen kann. Darin liegt eine
besondere kuratorische Leistung – und eine kulturpolitische Lehre.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: 0541/310 207

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veröffentlicht von auf 6. Sep 2010. gespeichert unter Kunst & Kultur. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

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