„ttt – titel thesen temperamente“ (hr) am Sonntag, 9. Juli 2017, um 23:05 Uhr

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„ttt“: Ein Warlord als Türsteher zwischen Europa
und der Hölle Wie die neue „EU-Außengrenze“ in Libyen verteidigt wird

Gerade schlagen Europäische Union und die Deutsche Regierung vor,
in großangelegten Hilfsmaßnahmen, die Flüchtlinge aus dem Mittelmeer
nach Libyen zurück zu bringen. Der Reporter Michael Obert war in der
Nähe von Tripolis unterwegs mit hochbewaffneten, selbsternannten
Milizen, die mit aufgerüsteten Küstenkontrollbooten tausende
Flüchtlinge aus den Booten der Schlepper holen und zurück in libysche
Lager zwingen. Im Auftrag der EU. Eine Million Flüchtlinge und
Migranten afrikanischer Herkunft sitzen nach Schätzungen der
Bundesregierung aktuell an der libyschen Mittelmeerküste fest.
Hunderttausende von ihnen wollen in diesem Sommer auf Schlepperbooten
nach Europa. Ihre Lage ist desaströs. KZ-ähnliche Verhältnisse
herrschten in den Lagern, so ein deutscher Botschafter. Nachdem die
internationale Gemeinschaft vor sechs Jahren Diktator Gaddafi
weggebombt hat, gibt es eine international anerkannte
Übergangsregierung in Tripolis, eine selbsternannte in Tobruk im
Osten des Landes, konkurrierende Armeen und den Islamischen Staat,
der mehrere Emirate ausgerufen hat.

Michael Obert wurde nun Augenzeuge des Dilemmas, in dem die
europäische Interessenspolitik steckt. Denn die libysche Küstenwache
der Übergangsregierung wird mit Hilfe der EU zum Türsteher der
Festung Europa aufgebaut, obwohl die Verhältnisse völlig
unkontrollierbar sind. Darf man diese zynische Seenotrettung einem
Bürgerkriegsland überlassen, das über keinerlei Rechtsstaatlichkeit
verfügt? Darf man Flüchtlinge abfangen, bevor sie die rettenden
Hilfsschiffe erreichen? Wissentlich Migranten in Lager rückführen, in
denen Menschen wie Tiere gehalten werden?

„ttt“ trifft Michel Obert und spricht mit dem
UN-Sonderbeauftragten für Libyen, Martin Kobler.

Außerdem bei „ttt“:

Soviel Protest war noch nie. Nach G20: Wohin mit Wut und Frust?
„ttt“ trifft den Soziologen Harald Welzer und fragt nach den
Perspektiven für eine gelingende globale Zukunft.

Preisgekrönte Literatur aus dem Kongo. „Tram 83“ von Fiston Mwanza
Mujila: „ttt“ trifft den kongolesischen Autor in seiner Wahlheimat
Graz und spricht mit ihm über den Kongo, sein Leben als afrikanischer
Literat in Europa, über Flüchtlinge und den „Marshallplan für
Afrika“.

Moderne afrikanische Kunst in der Pariser „Fondation Louis
Vuitton“. Warum Jean Pigozzi die weltgrößte Sammlung zusammengetragen
hat: „ttt“ hat die Ausstellung in der Fondation Louis Vuitton besucht
und den Millionenerben Jean Pigozzi in Paris getroffen.

„Lorde“ – David Bowie nannte sie „die Zukunft der Musik. Jetzt ist
sie 20 und veröffentlicht ihr zweites Album „Melodrama“: „ttt“ hat
Lorde in Köln getroffen und mit ihr gesprochen, über ihre Musik und
das, worauf sie ihr Leben aufbaut, ihren „selbstverständlichen
Feminismus“.

Im Internet unter www.DasErste.de/ttt

Moderation: Max Moor Redaktion: Edith Lange, Christine Romann und
Anke Schnackenberg (hr)

Pressekontakt:
Agnes Toellner, Presse und Information Das Erste,
Tel: 089/5900 23876, E-Mail: agnes.toellner@DasErste.de

Original-Content von: ARD Das Erste, übermittelt durch news aktuell

Beitrag von am 7. Juli 2017. Abgelegt unter Kunst & Kultur, Literatur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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