„ttt – titel thesen temperamente“ (NDR) am Sonntag, 2. Juli 2017, um 23:35 Uhr

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Die geplanten Themen:

Performance, Politik, Protest – Künstler gegen G20 Hamburg Hamburg
vor dem G20-Gipfel: eine Stadt in Angst vor autonomen Krawallmachern,
die zum 7./8. Juli erwartet werden. Große Teil der Stadt werden
abgeriegelt, Gefangenensammelstellen für 400 Menschen sind schon
eingerichtet. Sänger Johnny Mauser von der Band Neonschwarz ruft in
einem Musikvideo zur Teilnahme an der autonomen „Höllendemo“ auf.
Doch neben dem erwarteten gewalttätigen Protest gibt es einen ganz
vielfältigen friedlichen Widerstand in der Stadt. Gegen das
„Machtspektakel“ von Putin, Erdogan, Trump und Co. wollen Künstler
mit kreativen Ideen protestieren, etwa bei der Performance „1000
Gestalten“: In verkrusteten, grauen Anzügen, mit leeren grauen
Gesichtern bewegen sich Gestalten durch die Stadt, um sich dann zu
verwandeln. Die Aktivisten von „Alles allen“ aus dem alternativen
Kunstzentrum Gängeviertel wollen mit charmanten Ideen den
öffentlichen Raum zurückerobern. Auf Kampnagel findet ein
alternativer Gegengipfel mit internationalen Wissenschaftlern statt.
Stars wie Andreas Bourani und Herbert Grönemeyer spielen beim „Global
Citizen“-Festival für internationale Solidarität. „ttt“ begleitet die
Vorbereitungen und fragt nach, was die Aktivisten antreibt.

Das dunkle Erbe des Kolonialismus – Die Erben der Herero verklagen
Deutschland Als Namibia noch eine deutsche Kolonie war, verübten die
Deutschen dort den ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts. Gouverneur
Lothar von Trotha ordnete 1904 die planmäßige Vernichtung von mehr
als 60.000 Herero und Nama an, die deutschen Kolonialherren
enteigneten ein Viertel des Herero-Landes, vergewaltigten die Frauen
und raubten hunderte Schädel, die bis heute in deutschen Museen und
Sammlungen lagern. Für die in der ehemaligen Kolonie
Deutsch-Südwestafrika (dem heutigen Namibia) begangenen Verbrechen
haben Vertreter der Volksgruppen der Herero und der Nama in New York
Sammelklage gegen Deutschland eingereicht, der nächste
Verhandlungstermin ist der 21. Juli. Sie fordern
Entschädigungszahlungen und eine Beteiligung an Verhandlungen
zwischen Deutschland und Namibia. Die Bundesregierung spricht
mittlerweile auch von Völkermord, lehnt aber individuelle
Entschädigungen ab.

Aufbruch oder Rückschritt? – Wie sich deutsche Innenstädte
verändern In Frankfurt entsteht gerade zwischen Römerberg und Dom das
Mittelalter wieder. Über dreißig Häuser werden am angestammten Platz
rekonstruiert – oder besser: neu gebaut. In Lübeck wird das ältestete
Kaufmannsviertel, das im Zweiten Weltkrieg stark zerstört wurde, nun
nach historischem Vorbild gebaut. Potsdam will mit neuen, auf alt
gemachten Gebäuden am Alten Markt wieder ins Zeitalter Friedrichs des
Großen zurück, und in Berlin steht das Schloss bereits wieder im
Rohbau. Alles „Disneyland“ oder Ausdruck eines städtebaulichen
Paradigmenwechsels? Und welche Stadtarchitektur steht für welches
Gesellschaftsbild? „ttt“ forscht der Rückbesinnung auf das Alte und
dem Unbehagen an der modernen Architektur nach.

Starke Stimme, ungewöhnliche starke Frau – Die Jazz-Sängerin Youn
Sun Nah Jazz aus Süd-Korea? Ja, eine der interessantesten Stimmen
unserer Zeit stammt ursprünglich aus Seoul: Youn Sun Nah war in ihrer
Heimat eine erfolgreiche Musical-Sängerin, doch das wurde ihr zu
langweilig. Deshalb ging sie nach Paris, studierte Chanson und Jazz
und machte mit ihrem wandlungsfähigen Gesang und regelrechter
Vokalakrobatik auf sich aufmerksam. Sie bekam Preise, z.B. den Echo
Jazz 2011, für ihre vorherige CD erhielt sie eine „Goldene
Schallplatte“. Auf ihrer neuen CD „She moves on“ geht sie musikalisch
weiter, mit eigenen Versionen von Songs von Lou Reed, Joni Mitchell,
Jimi Hendrix oder Paul Simon. Aufgenommen in New York mit
amerikanischen Musikern – ein neues Kapitel in der Karriere von Youn
Sun Nah.

Wie geht Frieden eigentlich? – Eine Ausstellung in der Frankfurter
Schirn sucht nach Antworten Wie geht Frieden eigentlich? Das ist
nicht nur eine immerwährende, drängende weltpolitische Frage, erst
recht in heutigen Zeiten. Sondern auch Kernfrage der Ausstellung
„Peace“ in der Frankfurter Schirn (1. Juli – 24. September). Zwölf
internationale Künstlerinnen und Künstler ganz unterschiedlichen
Alters zeigen ihre persönliche Annäherung an das Thema, darunter
Michel Houellebecq, Jan de Cock und Agnieszka Polska. „ttt“ ist beim
Aufbau dabei und versucht zu verstehen, was Frieden sein kann. Im
Internet unter www.DasErste.de/ttt

Moderation: Max Moor

Redaktion: Edith Beßling, Christine Gerberding, Niels Grevsen,
Melanie Thun

Pressekontakt:
Agnes Toellner, Presse und Information Das Erste,
Tel: 089/5900 23876, E-Mail: agnes.toellner@DasErste.de

Original-Content von: ARD Das Erste, übermittelt durch news aktuell

Beitrag von am 30. Juni 2017. Abgelegt unter Kunst & Kultur, Literatur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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