Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Streaming-Diensten

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Der Reiz des weltweiten Netzes liegt ja auch
darin, dass man dort, geschützt vor der Fremdbestimmung durch das
Programmfernsehen, ungestört die Selbstinszenierung vorantreiben
kann. Warum also sollte man zur Flimmerkiste wechseln? Warum nicht
bei Laptop, iPad, Smartphone bleiben? Zum einen leben doch heute Oma
und Opa vielleicht, Mama und Papa wahrscheinlich, auf jeden Fall aber
die lieben Kleinen, allesamt Digital Natives, vor dem eigenen
Empfangsgerät. Zum anderen machen Oma, Opa, Mama und Papa längst
Matratzenhorchdienst, wenn es den Halbwüchsigen nach Binge Watching
gelüstet: Alle Folgen der neuen Staffel auf einen Streich! Yippie!
Und drittens: Was, bitte, ist Fritz Wepper (»Um Himmels willen«)
gegen Kida Khodr Ramadan alias Toni Hamady aus »4 Blocks«? Antwort:
langweilig. Verkürzt also: Streaming ist internationales
Qualitätsfernsehen. In der guten alten Flimmerkiste läuft gerne
Immergleiches. Seit Jahrzehnten beobachtet die Soziologie die
Vereinzelung des Menschen in der Gesellschaft. Jetzt eben auch vor
dem Empfangsgerät. Netflix ist nicht die Ursache. Bloß ein Symptom.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

Beitrag von am 26. Mai 2017. Abgelegt unter Kunst & Kultur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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