Wetlands International: Degradation von Feuchtgebieten in der Sahelzone zerstört Leben und treibt die Migration von Afrika nach Europa

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Wetlands International veröffentlichte einen Bericht mit dem Ziel,
politischen Entscheidungsträgern die Beziehung zwischen der
Gesundheit von Ökosystemen in Feuchtgebieten und der unfreiwilligen
Migration von Menschen aus der afrikanischen Sahelzone zu
verdeutlichen. Die Veröffentlichung mit dem Titel „Water Shocks:
Wetlands and Human Migration in the Sahel“ (Schlag ins Wasser:
Feuchtgebiete und die Migration von Menschen in der Sahelzone)
untersucht, wie unzulängliche Wasserwirtschaft zur Zerstörung von
Ökosystemen führt, und wie diese eine häufig übersehene Ursache für
die Abwanderung von Menschen, inklusive nach Europa, darstellt.

(Photo:
http://mma.prnewswire.com/media/494762/Wetlands_International_1.jpg )

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Konflikte und Flucht sind im Sahel an der Tagesordnung. So hat zum
Beispiel Boko Haram seit Mitte 2013 mehr als 2,3 Millionen Menschen
von den Ufern des Tschadsees vertrieben, darunter 1,3 Millionen
Kinder. Das Tschadbecken hat aufgrund der Wasserentnahme für
Bewässerungsprojekte 95 % seiner Oberfläche verloren, und Jugendliche
aus dieser Region schließen sich aufgrund mangelnder Perspektiven
zunehmend bewaffneten Gruppen an.

„Menschenrechtsorganisationen müssen ihre Arbeit mit Umweltschutz-
und Entwicklungsgruppen koordinieren, um nachhaltige Lösungen zu
finden. Wir müssen die komplexen und vielfältigen Gründe für
unfreiwillige Migration, soziale Konflikte und Armut, die
möglicherweise ihre Wurzeln in der Erschöpfung der natürlichen
Ressourcen haben, besser verstehen“, folgert Juriaan Lahr, Leiter
internationale Hilfeleistung, niederländisches Rotes Kreuz.

Die Europäische Union hält ein fünfjähriges
80-Millionen-Euro-Finanzierungspaket für die Unterstützung des
Katastrophen-Risikomanagements in Subsahara-Afrika bereit. Die
Europäische Union und der afrikanische Kontinent planen, ihre
Energieeffizienz sowie die Nutzung erneuerbarer Energien bis 2020
durch den Bau von Wasserkraftwerken mit einer Kapazität von 10.000 MW
zu erhöhen.

Laut der UN leiden 20 Millionen Menschen in der Sahelzone unter
Ernährungsunsicherheit, in erster Linie aufgrund von Wassermangel.
Wenn bei Entwicklungsplänen für Wasserkraftwerke und
Bewässerungsprojekte nicht die Ökosysteme im Mittelpunkt der
nationalen und regionalen Entwicklungsstrategien stehen, werden die
europäischen und andere Länder ihre Nachhaltigkeitsziele nicht
erreichen.

„Die Förderung einer inklusiven und nachhaltigen Entwicklung in
der Sahelzone ist eine dringende, globale Priorität. Diese lässt sich
jedoch nur erreichen, wenn die traditionellen Entwicklungsparadigmen
und harten Infrastruktur-Schemata, die die natürliche Hydrologie der
Region durcheinanderbringen, aufgegeben werden. Die Erhaltung und
Wiederherstellung der natürlichen Ressourcen ist wesentlich, um
Wasser- und Lebensmittelproduktivität zu erhöhen, und um Strategien
für die Erhaltung von Lebensgrundlagen angesichts des Klimawandels zu
liefern. In diesem Kontext sind Feuchtgebiete wie Flussauen und Seen
überproportional wichtig – insbesondere für die Randgruppen in der
Region,“ sagt Jane Madgwick, CEO von Wetlands International.

Bericht: http://www.wetlands.org/watershocks.

Pressekontakt:
Mira Bai Simon
press@wetlands.org
+31-318-660-910.

Original-Content von: Wetlands International, übermittelt durch news aktuell

Beitrag von am 3. Mai 2017. Abgelegt unter Gesundheit. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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