Am 21. Juni 2018 ist der Tag des Schlafes:

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Was würden Sie sagen: Fährt ein Auto auch ohne Stoßdämpfer? Könnte man sich seinen Schreibtischstuhl nicht einfach mit Holz aus dem Baumarkt bauen, statt auf die teuren Ergonomieversprechen der Industrie „hereinzufallen“? Und wer braucht schon eine Comfort Class im Flugzeug oder in der Bahn? Es stimmt schon, auf all diesen „Schnickschnack“ könnte man auch verzichten, um Geld zu sparen. Aber möchten Sie nicht lieber selbst entscheiden, wie viel Bequemlichkeit und Komfort Ihnen die Produkte bieten sollen, in die Sie investieren?

Im Laufe seines Lebens verbringt der Mensch rein statistisch etwa zwei bis vier Jahre im Auto – schlafend im Bett kommen wir dagegen durchschnittlich auf mehr als 24 Jahre! Beim Schlaf handelt es sich um eine wichtige Erholungsphase, damit wir am Tag leistungsfähig sind und uns wohlfühlen. Genauso wie die Stoßdämpfer, auf die wir im Auto nicht mehr verzichten wollen, haben deshalb auch besondere Liegeeigenschaften von Matratzen ihre Berechtigung. Der Tag des Schlafes am 21. Juni ist ein Anlass, um sich das einmal bewusst zu machen.

In diesem Zusammenhang drängt sich die Frage auf, warum die Stiftung Warentest gerade in Bezug auf Matratzen seit Jahren immer wieder so titelt, als lohne es sich gar nicht, auf besondere Qualität zu achten:

„Teuer lohnt sich nicht“ (1-2012)
„Alle teuer, nur eine gut“ – „Teuer kaufen? – Selber bauen!“ (10-2015)
„Einen teuren Lattenrost können Sie sich sparen“ (9-2017)
Und anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens im Mai 2018 finden sich zahlreiche Veröffentlichungen mit Überschriften und Zitaten von Stiftung Warentest-Vorstand Hubertus Primus, wie:
„Die 7-Zonen-Matratze bringt gar nichts.“ (Tagesspiegel, 22.05.20189
„‚Bringt überhaupt nichts‘ – Stiftung Warentest rät von teuren Matratzen und Lattenrosten ab.“ (Focus online, 22.05.2018)
„Man kann sich seinen Lattenrost selbst bauen – der ist genauso gut.“ (Bild Zeitung, 22.05.2018)

Obwohl immer wieder Transparenz suggeriert wird, bleibt unklar, wie die Stiftung Warentest zu all diesen Pauschalaussagen gelangt, wie genau die Tests ablaufen und wie es kommt, dass hochwertige Matratzen kaum eine Chance haben.
Erst im letzten Test (März 2018) erreicht eine Matratze „sogar das beste jemals gemessene Prüfergebnis in den Liegeeigenschaften. Der Latextraum hat allerdings […] einen stolzen Preis“ (S. 50). Ein sensationell gutes Ergebnis in der Kategorie „Liegeeigenschaften“ (Note: 2,0, Test-Gesamtnote: 2,3), die für Matratzen entscheidend sein sollte! Die Redaktion widmet diesem Ergebnis gerade mal sechs Zeilen, zwei davon thematisieren nur den Preis. In der gleichen Veröffentlichung wird eine andere Matratze „die günstigste jemals mit gut bewertete Latexmatratze“ (Liegeeigenschaften Note: 2,5, Test-Gesamtnote 2,4) – und das trotz offensichtlicher Einschränkungen: „Auf ihr liegen allerdings nur eher kleine Personen mit kräftigem Hüftschwung“ gut (S. 50). Dieselbe Matratze „müffelte sowohl einen als auch 28 Tage nach dem Auspacken am stärksten nach Lösungsmitteln. Die Stiftung Warentest bewertet derartige Übelgerüche mit Rücksicht auf empfindliche Nasen streng“ (S. 53). Dennoch bekommt das billigere Produkt mit 12 Zeilen doppelt so viel Aufmerksamkeit, obwohl das teurere das bessere Gesamtergebnis erzielte.

Ob Hubertus Primus selbst auf einem Lattenrost Marke Eigenbau schläft, der schon im Test-Magazin von Oktober 2015 empfohlen wurde, wissen wir nicht. Aus dem Fachhandel wissen wir aber, dass so mancher Händler aus der Not heraus mittlerweile das Do-it-Yourself-Modell nachgebaut hat. So können sich Kunden nämlich selbst überzeugen, ob es beim Liegekomfort wirklich nicht auf Qualitätsunterschiede ankommt – die dann auch gewisse Preisunterschiede rechtfertigen.

Bettenfachhändler lassen Kunden verschiedene Matratzen vergleichen und probieren. So kann jeder selbst herausfinden, ob Unterschiede zu spüren sind oder nicht. Auch die gleiche Matratze auf verschiedenen Lattenrosten wird zeigen, was die Unterfederung bringt. Jeder sollte selbst entscheiden können, wie er am besten liegt und wieviel „unnötigen“ Komfort man braucht.

Übrigens: Matratzen haben verschiedene Liegezonen, weil wir in der Körpermitte schwerer sind als am Kopf und im Fußbereich. Deshalb sollte die Matratze im Beckenbereich mehr Unterstützung bieten. Ob dafür nun 3, 5 oder 7 Zonen optimal sind, darüber kann man diskutieren – aber am Ende entscheiden Sie! Wer möchte sich von Stiftung Warentest sagen lassen, dass Stufen-Schneiden die Frisur nur teuer macht und „nichts bringt“? Menschen sind verschieden – der eine liebt seine Luxuslimousine und der andere fährt per Anhalter. Warum sollte es bei der Matratze nicht auch so sein? Auch hier unterscheiden wir uns nicht nur beim Körperbau und den Schlafgewohnheiten, sondern auch bei unseren Ansprüchen an Qualität und Bequemlichkeit. Deshalb reicht dem einen das gute Basismodell und der andere bevorzugt „den Latextraum mit stolzem Preis“, den er mit einer stufenlos verstellbaren Unterfederung kombiniert.

Unser Tipp zum Tag des Schlafes am 21. Juni lautet deshalb: Nehmen Sie sich kurz Zeit und überlegen Sie selbst, wie viel Komfort für Sie beim Thema Schlaf richtig und wichtig ist!

Beitrag von auf 18. Juni 2018. Abgelegt unter Rücken. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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