AOK PLUS und 4sigma starten „AOK-HerzAktiv“ – Telemedizin fürs Herz

Abgelegt unter: Behandlung & Beratung,Vermischtes |


Die Herzinsuffizienz ist eine der häufigsten internistischen Erkrankungen. In Deutschland leiden etwa drei Prozent der Bevölkerung an einer Herzmuskelschwäche, bei den über 80-Jährigen sind es sogar zehn Prozent. Nur etwa jeder fünfte Patient erhält eine adäquate Therapie nach internationalen Standards, zudem ist die Herzschwäche der häufigste Grund für wiederholte und kostenintensive Krankenhausaufenthalte. Wegen der hohen Sterblichkeit, der steigenden Inzidenz und Prävalenz sowie der hohen Kosten, die die Diagnostik und Therapie der Erkrankung jährlich verursachen, gilt die Herzinsuffizienz als eine der wichtigsten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts für die Gesundheitssysteme westlicher Industrienationen. Die AOK PLUS hat sich vorgenommen, mit „AOK-HerzAktiv“ die medizinische Versorgung von Versicherten mit schwerer chronischer Herzmuskelschwäche in Sachsen und Thüringen unter Anwendung der Telemedizin qualitativ zu verbessern.

Die Herzschwäche gilt in Expertenkreisen als „Referenzindikation“ für die Telemedizin, da sie Lösungen in Hinblick auf mehrere Problemstellungen der Versorgung herzinsuffizienter Patienten bietet. Die telemonitorische Betreuung ist eine ökonomisch günstige Möglichkeit, wichtige Vitalparameter chronisch herzkranker Versicherter patientenfreundlich im häuslichen Umfeld zu überwachen und so drohende Verschlechterungen des Gesundheitszustands frühzeitig aufzufangen bzw. langfristig der Progredienz der Erkrankung entgegenzuwirken. Insbesondere Hochrisiko-Patienten profitieren vom Einsatz telemedizinischer Verfahren, wie aktuelle Ergebnisse der deutschen Langzeitstudie TIM-HF zeigen: Die Sterblichkeit von Patienten mit einer schweren chronischen Herzinsuffizienz reduzierte sich im Untersuchungszeitraum um über 50 Prozent, die Zahl der Klinikeinweisungen sank deutlich und die Lebensqualität stieg signifikant an. Zudem bescheinigen verschiedene Beobachtungs- und randomisierte Studien der telemedizinischen Überwachung eine hohe Akzeptanz bei den Patienten, die die Vorteile einer ortsunabhängigen „Rund-um-die-Uhr-Betreuung“ von zu Hause aus schätzen, sich dadurch sicherer im Umgang mit der Erkrankung fühlen und im Notfall schnellere Hilfe erwarten können.
Die AOK PLUS hat die Chancen der Telemedizin erkannt und zusammen mit der 4sigma GmbH unter dem Motto „AOK-HerzAktiv“ ein Betreuungskonzept entwickelt, das die Vorteile des Telemonitorings mit bewährten Strategien der Versichertenmotivation und -information verbindet. Das mehrstufige Modell sieht ein auf die Bedürfnisse des Patienten und die Schwere der Erkrankung abgestimmtes Interventionsspektrum vor, das für ein optimales Kosten-Nutzen-Verhältnis der eingesetzten Maßnahmen bürgt. Basis der Betreuung ist die strukturierte Beratung aller teilnehmenden Versicherten im Rahmen regelmäßiger telefonischer Kontakte durch 4sigma – mit dem Ziel, die Patienten über die Grundlagen der Erkrankung und Therapie zu informieren, die Therapietreue zu fördern sowie eine nachhaltige Befähigung zum Selbstmanagement der eigenen Krankheit zu entwickeln. Für Hochrisikopatienten erweitert die AOK PLUS diese Basisbetreuung durch ein ergänzendes telemedizinisches Versorgungsmodul: Versicherte mit schwerer Herzinsuffizienz werden zusätzlich mit einer telemetrischen Waage ausgestattet, die eine kontinuierliche Überwachung des Gewichts als wichtigen Indikator einer schleichenden Dekompensation ermöglicht. Die Messdaten werden verschlüsselt an das 4sigma-CareCenter weitergeleitet und dort in einer elektronischen Patientenakte gesammelt. Qualifiziertes medizinisches Personal analysiert die eingehenden Informationen im Sinne eines Frühwarnsystems und leitet bei bedenklichen Veränderungen des klinischen Zustands eine schnelle Krisenintervention ein.

Mit dem Angebot des telefonischen und telemedizinischen Betreuungsprogramms „AOK- HerzAktiv“ verfolgt die AOK PLUS in erster Linie ein Ziel: Die Versorgungs- und Lebensqualität ihrer Versicherten, die von einer Herzinsuffizienz betroffen sind, zu verbessern und sie im Umgang mit ihrer Erkrankung zu unterstützen. Dazu gehört insbesondere auch, den Patienten häufige und lange Klinikaufenthalte infolge akuter Verschlechterungen und Komplikationen im Krankheitsverlauf zu ersparen. Die AOK PLUS ist davon überzeugt, dass die Stärkung der Patientenkompetenz durch gezielte telefonische Beratung und ein mit Hilfe der Telemedizin verbessertes Notfallmanagement hier zielführend sind. Bei der praktischen Umsetzung ihres neuen Herzinsuffizienz-Programms setzt die AOK PLUS, die mit 2,7 Millionen Versicherten die sechstgrößte Krankenkasse in Deutschland ist, auf einen starken Partner: Die 4sigma realisiert bereits seit über 15 Jahren erfolgreich patientenorientierte Versorgungskonzepte auf Basis telekommunikativer Techniken. Ab sofort übernimmt der Gesundheitsdienstleister sowohl das telefonische Coaching als auch die telemedizinische Betreuung der am Programmteilnehmenden Versicherten.

Beitrag von auf 11. Februar 2011. Abgelegt unter Behandlung & Beratung, Vermischtes. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.




Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de TopBlogs.de das Original - Blogverzeichnis | Blog Top Liste