Baustelle Knochen

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Mit über sieben Millionen Betroffenen gilt Osteoporose in Deutschland als Volkskrankheit, unter der nicht nur ältere Menschen leiden. Da die Knochendichte stetig abnimmt, neigen Osteoporose-Patienten schon bei geringsten Belastungen verstärkt zu Knochenbrüchen. Oft erkennen Ärzte den Knochenschwund viel zu spät, deswegen gilt er im Volksmund auch als „lautlose Krankheit“, die ohne spürbare Symptome fortschreitet. „Je eher wir Osteoporose diagnostizieren, desto besser können wir Folgeschäden wie Knochenbrüche durch entsprechende Therapiemaßnahmen verhindern“, weiß Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde aus München und Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga.

Skelett kein starres Gebilde
Knochen leben vom ständigen Austausch wichtiger Mineralstoffe und bestehen aus einer lebendigen Substanz, dem Zellgewebe. „Sie befinden sich in einer kontinuierlichen Umbau- und Erneuerungsphase, deren Gleichgewicht empfindlich reagiert, wenn Störungen auftreten“, erklärt Dr. Schneiderhan. Wechseljahre, Bewegungsmangel, Untergewicht, falsche Ernährung, aber auch Tabak- und Alkoholkonsum begünstigen einen vorzeitigen Knochenabbau. Um den Knochenmasseverlust rechtzeitig zu stoppen, stellt die Knochendichtemessung einen wesentlichen Bestandteil der Voruntersuchung dar. „Mithilfe einer weit verbreiteten und modernen Methode, der sogenannten DXA – dual energy X-Ray absorbtiometry – und der qCT, quantitativen Computertomografie, lassen sich frühzeitig Veränderungen erkennen und Gegenmaßnahmen einleiten.

Knochenzement für Stabilität im Rücken
Neben der Basistherapie mit Kalzium und Vitamin D, die den Knochenaufbau unterstützen, prüfen Ärzte den Einsatz weiterer Medikamente. Biophosphate, auch Wochentabletten genannt, stoppen die Erkrankung fast in jedem Stadium. Hormonersatzbehandlungen stehen zur Auswahl sowie Strontiumranelat, welches sich anstelle des Kalziums im Knochen einlagert und den vorzeitigen Abbau verhindert. „Kommt es zu Wirbelbrüchen, dann lassen sich diese Bruchstellen mithilfe eines neuartigen Verfahrens – der sogenannten Vesselplastie – wieder stabilisieren“, weiß Dr. Schneiderhan. „Dazu geben wir Knochenzement in ein neues ballonartiges Netz, das den Austritt der eingeführten Substanz verhindert, punktuell aushärtet und die Wirbelkörper wieder aufrichtet“. Nach dem Eingriff verschwinden die Beschwerden innerhalb weniger Stunden.

Natürliche Stabilitätgeber
Mit etwa 35 Jahren erreicht der Mensch die höchste Knochendichte, danach nimmt die Mineralisierung der Knochen kontinuierlich ab. Daher bleibt das Wichtigste auf eine knochengesunde Ernährung zu achten. Fisch, Milch und Gemüse zählen zu den idealen Mineralstofflieferanten. Übermäßiger Fleischverzehr, fetter Käse, aber auch Koffein oder Rauchen tragen zu einer negativen Kalziumbilanz bei. Als eine der effektivsten Maßnahmen um Knochenschwund vorzubeugen, gilt neben der ausgewogenen Kost vor allem die Bewegung. Kleine Spaziergänge, Treppensteigen oder der kontinuierliche Besuch eines Fitnesscenters. „Bei regelmäßiger Bewegung wachsen nicht nur die Muskeln, sondern es verdichtet sich auch die Skelettarchitektur“, erklärt Dr. Schneiderhan.

Weitere Informationen unter www.orthopaede.com

Beitrag von auf 20. April 2010. Abgelegt unter Rücken. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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