Boehringer Ingelheim und Priaxon geben Zusammenarbeit zur Erforschung und Entwicklung neuartiger Krebstherapien bekannt

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München, Ingelheim, 18. Januar 2010 – Boehringer Ingelheim und Priaxon haben eine weltweite Zusammenarbeit zur Erforschung und Entwicklung von MDM2-/p53-Inhibitoren zur Krebsbehandlung vereinbart. Priaxon stellt dabei seine innovative Expertise im Bereich niedermolekularer Wirkstofffindung zur Verfügung, welche insbesondere für die Erforschung der Hemmung von Protein-Protein-Wechselwirkungen von Bedeutung ist. Die Zielstruktur p53 ist ein menschliches Tumorsuppressorprotein. Es konnte gezeigt werden, dass eine Interaktion von mdm21 mit p53, wenn sie gehemmt wird, bei Tumoren mit Wildtyp-p53 die tumorunterdrückenden Funktionen von p53 wieder herstellt. Dadurch könnte die „Genomwächter“-Funktion von p53 reaktiviert werden. Daher ist die Hemmung der Interaktion ein interessanter Ansatz zur Behandlung verschiedener onkologischer Indikationen.

Im Rahmen der Kooperations- und Lizenzvereinbarung übernimmt Boehringer Ingelheim unter Nutzung seiner globalen Marketing- und Vertriebskompetenz die Führungsrolle bei der Entwicklung und Vermarktung der potenziellen Produkte mit mdm2/p53-Hemmern. Boehringer Ingelheim wird an Priaxon bei Vertragsunterzeichnung sowie in naher Zukunft Zahlungen in beträchtlicher Höhe leisten, um weiterer Aktivitäten zur Wirkstofffindung bei Priaxon zu ermöglichen. Außerdem kann Priaxon bei Erreichung bestimmter Entwicklungs-, Zulassungs-, und Vermarktungs-Meilensteine Zahlungen in Höhe von 86 Millionen Euro sowie Royaltyzahlungen aus möglichen künftigen Produkterlösen von Boehringer Ingelheim erhalten.

Beide Unternehmen arbeiten gemeinsam daran, Wirkstoffkandidaten zu identifizieren und diese in die präklinische Entwicklung zu bringen. Danach wird Boehringer Ingelheim die klinische Entwicklung und die Vermarktung der aus der Zusammenarbeit entstandenen, potenziellen Krebsmedikamente übernehmen.

„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Priaxon im Bereich neuartiger gezielter Krebstherapien, um unsere Onkologie-Pipeline noch weiter auszubauen. Die Entdeckung von p53 und seinen Protein-Protein-Wechselwirkungen in einem breiten Spektrum von humanen Karzinomen war ein Meilenstein in der Krebsbiologie, doch war es eine große Herausforderung, wirksame Hemmstoffe dieser Wechselwirkungen zu finden. Zusammen mit unseren Partnern sehen wir ein bedeutendes Potenzial für diesen Therapieansatz bei Patienten mit lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden Tumoren, für die die bisherigen Behandlungsmöglichkeiten nicht zufriedenstellend sind“, erklärte Dr. Wolfgang Rettig, Corporate Senior Vice President Research bei Boehringer Ingelheim.

„Dank unserer leistungsstarken, einzigartigen Plattformen zur Wirkstoffindung konnte Priaxon neue vielversprechende mdm2-/p53-Hemmer mit hoher Potenz entwickeln,“ erklärte Dr. Jürgen Kolb, CEO von Priaxon. „Unsere Zusammenarbeit mit Boehringer Ingelheim und seinen Onkologie-Experten liefert nun die nötigen Kenntnisse und Ressourcen, um dieses Programm optimal voranzubringen. Boehringer Ingelheim und Priaxon freuen sich beide auf diese Kollaboration mit dem Ziel, vielversprechende niedermolekulare Hemmstoffe für diese Protein-Protein-Wechselwirkung zu entwickeln.“

Zur mdm2-/p53-Inhibition
P53 ist eines der am intensivsten untersuchten Proteine in der Krebsforschung, da sich bei über 50% aller menschlichen Krebserkrankungen ein mutationsbedingter Funktionsverlust und/oder eine Deregulierung des menschlichen Tumorsuppressorproteins p53 feststellen lassen. Aufgrund der zentralen Bedeutung von p53 bei der Kontrolle des Zellzyklus und der Überwachung der Integrität des Genoms wird es auch als „Genomwächter“ bezeichnet. Abgesehen von einem mutationsbedingten Funktionsverlust von p53 kann es auch durch Überexpression oder Vervielfältigung von mdm2 inaktiviert werden (Murine Double Minute 2), was bei vielen Wildtyp-p53-Tumoren zu beobachten ist. Eine Störung der Wechselwirkung zwischen mdm2 und p53 gilt daher als neuartiger Therapieansatz für Krebszellen, die noch über Wildtyp-p53 verfügen, und es gibt bereits eine Vielzahl niedermolekularer wirkstoffähnlicher Verbindungen, die an die p53-Bindungsstelle von mdm2 binden.

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