Bologna-Reform: Schavans “Runder Tisch“ bleibt ohne Ergebnis

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Anlaesslich der heutigen Gespraeche von Bundesministerin Schavan mit Studierenden und Hochschulvertretern zu Problemen der Studienreform erklaert der bildungs- und forschungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Ernst Dieter Rossmann:

Erneut konnte Schavan mit einer hastig gestrickten Image-Rettungsaktion nicht Punkten. Der heutige bildungspolitische „Runde Tisch“ in ihrem Ministerium mit Studierenden und Hochschulvertretern hatte genau die erwarteten Ergebnisse: naemlich keine. Dies liegt nicht nur daran, dass der Bund in Fragen der Studienreform keine Zustaendigkeiten hat. Es liegt vor allem an den persoenlichen Ueberzeugungen der stellvertretenden CDU-vorsitzenden Schavan, die zu keinem Zeitpunkt mit der offenen Protestform des „Bildungsstreiks 2009“ oder mit den Hauptanliegen der Teilnehmer etwas anfangen konnte – und dies ja auch oeffentlich gesagt hat. Heute wissen wir, das nicht die Foderungen der hunderrttausend und mehr Schuelerinnen und Schueler sowie Studierenden „gestrig“ waren, sondern die Ministerin selbst. Der „Schavanismus“ aktionistisch einberufener „Runder Tische“ ersetzt jedenfalls kein aktives verantwortliches Handeln – am wenigsten in der Bildungspolitik.

Nach den „Runden Tischen“ zur Gentechnik und auch zur Hochschulzulassung versucht Schavan erneut mit einer einmaligen Gespraechsrunde aus den negativen Schlagzeilen zu kommen. Nachdem Sie die Kritik der Studierenden zunaechst bruesk als „gestrig“ zurueckwies, die Initiatoren sogar in die Naehe linksautonomer Chaoten rueckte, verspricht sie nun gelaeutert sogar Nachbesserungen bei der oft kritisierten Studienreform zu Bachelor/Master-Studiengaengen. Die Diskussion mit den „Gestrigen“ hat Frau Schavan offenbar doch neue Erkenntnisse gebracht. Allerdings gab es in den vergangenen vier Jahren aus dem Schavan-Ministerium keine einzige Initiative zur besseren Umsetzung der Studienreformen. Dies waere ihr Job gewesen, selbst wenn der Bund hier nicht Hauptakteur ist. Ebenso kein Wort zum Ausbleiben der einst versprochenen kuerzeren Studienzeiten und sinkenden Abbrecherquoten. Insgesamt somit auch Fehlanzeige dieses „Runden Tisches“ zu konkreten Ergebnissen.

Die SPD dem entgegen hat das intensive Gespraech mit Schuelerinnen und Schueler sowie Studierenen bereits begonnen. Das Studium muss wieder studierbar werden und Spielraeume fuer mehr Eigenverantwortung und mehr Lernautonnomie eroeffnen. Nur so erhaelt das Studium wieder die Chance, auch persoenlichkeitsbildend und–aendernd wirken zu koennen. Das beides vereinbar ist zeigen positive Umsetzungsbeispiele an vielen Hochschulen. Wir muessen den Zugang zu Master-Studiengaengen deutlich verbreitern und entsprechend ausbauen. Nicht die BA/MA-Studiengaenge sind das eigentliche Problem, sehr wohl aber ihre schlechte Umsetzung in den Laendern.

Der „Runde Tisch“ kreiste ueber diese Fragen und gebar nicht einmal eine Maus. Aber vielleicht denkt die Ministerin ja auch von dem Bildungsstreik, dass dieser ebenfalls ein „Einzelfall“ ist, aus dem keine Schluesse gezogen werden sollten. Fuer eine Bildungsministerin waere dies allerdings mehr als inakzeptabel.

© 2009 SPD-Bundestagsfraktion – Internet: http://www.spdfraktion.de

Beitrag von auf 7. Juli 2009. Abgelegt unter Kunst & Kultur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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