Buchmesse Leipzig 2010: Heidi Busch-Manzel – Persimplex Verlag

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Buchmesse Leipzig 2010: Heidi Busch-Manzel – Persimplex Verlag
Im Januar 2010 erhielt ich von meinem Verlag PERSIMPLEX eine Einladung auf die Buchmesse in Leipzig, in der der Verleger Peter Göring mir schrieb:
„Sehr geehrte Frau Busch-Manzel, wir würden uns sehr freuen, wenn Sie unserer Einladung folgen können, als unsere Autorin auf der diesjährigen Buchmesse in Leipzig aus Ihrem neuen Tierroman „Ich liebe meine Menschen – trotzdem!“ im Leseforum zu lesen.“
Ob ich die Einladung annehmen sollte? Na klar! Gerne und ganz bestimmt! Denn ich schreibe, damit ich meine Gedanken mitteilen kann. Und ganz besonders gerne auf DER wichtigen Buchmesse im Frühjahr. Wenn nicht da, wo dann?
Alleine die Zahlen konnten schwindelig machen: 156.000 Besucher, davon 45.000 Fachbesucher, 2.071 Aussteller aus 39 Ländern, 65.000 Quadratmetern in 6 Hallen.
Mehr als 3.000 Journalisten suchten und berichteten über die literarischen Neuerscheinungen des Frühjahrs 2010.
Es war der Frühjahrsbranchentreff der Verlage, Autoren, Übersetzer, Buchhändler und des lesefreudigen Publikums für Literatur aller Genres von Abenteuerromanen bis hin zu Zynismus.
Und es war spürbar: volle, teilweise überfüllte Gänge, Trauben von Zuschauern und Zuhörern vor und in den Ständen, die oft jeden Verkehr an den Ständen vorbei zum Stillstand brachten, volle Stuhlreihen und im Hintergrund stehende Zuhörer bei zahlreichen Lesungen, mobile Rundfunk- und Kamerateams mit Ad-hoc-Aufnahmen an Ständen und in den Gängen, Gedränge und Gewusel nach sehenswerten Ereignissen und Auftritten von Autoren aller Genres und einer dauernden fast schmerzhaften Applaus- und Stimmungsgeräuschkulisse – und mittendrin ich mit meinem Tierroman, der im Dezember 2009 erschienen war und der zur Freude meines Verlages – und natürlich meiner Freude – richtig gut nachgefragt wird.
Prof. Dr. Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, resümierte: „Auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse wurde ein neues Selbstbewusstsein bei Verlegern und Buchhändlern spürbar. Sie haben erkannt, dass ihre zentralen Kompetenzen – das Selektieren von Inhalten, das Werten und das Positionieren in der Öffentlichkeit – zu einer Ausweitung des Kerngeschäfts beitragen. Diese Kompetenzen sind in der Informationsgesellschaft wichtiger denn je.“
Was meine Autoren-Wenigkeit im Vergleich zu Buchpreisträgern und anderen namhaften Autoren betrifft, darf ich mit etwas Stolz sagen, dass ich die Atmosphäre wirklich genossen habe, in der ich am ersten Tag der Buchmesse ankam. Sie wurde allein an dem Tag von mehr als 61.000 Besuchern geprägt, was mir zeigt, dass das Interesse an Literatur und am Lesen riesengroß ist. Und die Besucherzahlen der anschließenden Tage haben das nachhaltig belegt.
Also konnte ich mich auf meine Autorenlesung freuen, die für den Freitag am Nachmittag angesetzt war.
Als ich mich mit meinem Verlagsteam kurz vor Beginn meines Lesetermins dem „Leseforum“ näherte, waren wir fassungslos über den Besucherandrang, denn mehr als 100 Zuhörer waren bereits im Forum versammelt. Leider warteten die aber nicht auf mich.
Ich wusste nicht, dass unmittelbar vor mir Deutschlands zur Zeit berühmtester Krimiautor Andreas Franz im Leseform auf dem Stuhl aus seiner Neuerscheinung las, den ich einige Minuten später einnehmen sollte – und natürlich die große Zahl der Zuhörer für ihn gekommen war.
Aber das hatte auch sein Gutes, denn als ich danach meinen Platz einnahm, blieben fast die Hälfte seiner Besucher für mich sitzen.
Mein Verleger kündigte mich, ohne dass ich darauf vorbereitet war, mit der Begrüßung an: „Verehrte Anwesende, ich freue mich ganz besonders, Ihnen heute unsere Top-Autorin Heidi Busch-Manzel mit ihrem frechen und aufregenden Tierroman „Ich liebe meine Menschen – trotzdem!“ präsentieren zu können …“
Nun hatte ich es zum ersten Mal gehört, vor einer größeren Zuhörerzahl: seine Top-Autorin. Und in dieser hochwertigen Stimmung gelang es mir dann, die Zuhörer mit meiner Lesung so in Schwung zu bringen, dass sie nach einer guten halben Stunde eigentlich noch mehr hätten hören wollen.
Leider stand aber das zugeteilte Zeitlimit dagegen. Mit dem anschließenden florierenden Verkauf des Buches und dem Signieren von Büchern kam ich dann wieder in der Wirklichkeit an. Der Messetag ging zu Ende – und ich spürte seine Folgen im Kopf und im Rest des Körpers: richtig müde und innerlich wie ausgelaugt von mehr als 8 Stunden in der Mühle von Messebetrieb und Messerummel.
Trotzdem blieb die Freude und Spannung auf die nächsten zwei Messetage – und ganz überraschend hatte ich am Samstag sogar Besuch aus Pfungstadt, meiner Heimatstadt.
Meine Abreise nach der Buchmesse hatte die bayerische Oberpfalz zum Ziel.
Von dort war ich vom Bürgermeister der Gemeinde Fuchsmühl Wolfgang Braun als besonderer Gast zu einer Lesung aus meinem ersten Buch zum „Tag der offenen Tür“ eingeladen worden, weil das Buch mit diversen Kapiteln dort spielt, wo der Buchheld „Max“ seine große Liebe „Cora“ gefunden hatte.
Meine Lesung in der Mehrzweckhalle konnte ich vor einem „vollen Haus“ durchführen, wieder vor aufmerksamen, gespannten und dankbaren Zuhörern im Alter von 9 – 99 Jahren, allerdings ohne den Rummelbetrieb von Messe und Schau aus der vorherigen Woche in Leipzig.
Eine Teilnahme als Jurorin eines Schülerlesewettbewerbs der Schule in Fuchsmühl war mit meinem Besuch und meiner Lesung auch verbunden, zwei Aufgaben, die mir zeigten, dass Literatur sich nicht alleine auf Buchmessen darstellt – und dass Schreiben und Lesen Menschen zusammen bringt …
busch-pr

Beitrag von auf 30. März 2010. Abgelegt unter Literatur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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