Bundesärztekammer zeigt Wanderausstellung „Erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus“

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„Das Geschehene kann man nicht ungeschehen machen.
Aber es bleibt die Verpflichtung, die Vergangenheit „gegenwärtig“ zu
halten, so dass Lehren aus ihr gezogen werden können.“ Mit diesen
Worten kündigte der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank
Ulrich Montgomery, die Wanderausstellung „Erfasst, verfolgt,
vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus“
an. Die Ausstellung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und
Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN)
dokumentiert die Beteiligung von Ärzten an der systematischen
Ermordung von Kranken. Sie ist für die Öffentlichkeit vom 9. bis 20.
November 2018 im Haus der Bundesärztekammer zugänglich.

Die als „Euthanasieprogramm“ getarnte Ermordung von mehr als
200.000 psychisch kranken und geistig behinderten Menschen war eine
nationalsozialistische Vernichtungsaktion gegen jeden, der nicht
ihren Vorstellungen entsprach und als Belastung für die deutsche
„Volksgemeinschaft“ diffamiert wurde. Nahezu 400.000
Zwangssterilisationen erfolgten ab 1934. Beteiligt waren nicht nur
Verwaltung, sondern auch Psychiater, Kinder- und andere Fachärzte
sowie Pflegekräfte.

Die Ausstellung greift exemplarische Biografien der Opfer und
ihrer Täter auf. Der Blick der an den Verbrechen beteiligten Akteure
auf ihre Patienten wird entlarvt und ihre Äußerungen werden mit dem
Schicksal der Opfer kontrastiert.

In fünf Kapiteln wird der Besucher an den Leidensweg der Menschen
herangeführt. Den Einstieg bieten Fotografien. Dann wird die Frage
nach dem Wert des Lebens gestellt, verknüpft mit propagandistischen
erbbiologischen Blickwinkeln. Der „Erbwert“ des Menschen als
rassenhygienische Politik mit dem Ziel, die Bevölkerung
„erbbiologisch“ zu kategorisieren – mit erschütternden Folgen:
Zwangssterilisation und Ermordung von Menschen.

Das vorletzte Kapitel beleuchtet die Handlungsspielräume der Täter
und Tatbeteiligten mit Wirkung der Morde in Gesellschaft, Familie und
Kirche. „Die Ausstellung schließt mit einer Darstellung über den
Kampf der Überlebenden und der Angehörigen ermordeter Patienten um
gesellschaftliche und juristische Anerkennung des Unrechts.“

Die Wanderausstellung der DGPPN wurde in Kooperation mit den
Stiftungen Denkmal für die ermordeten Juden Europas und Topographie
des Terrors erstellt und bereits von mehr als 355.000 Menschen
besucht. Nachdem sie 2014 im Deutschen Bundestag unter der
Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck eröffnet wurde,
war sie in 50 Orten in acht Ländern auf allen fünf Kontinenten zu
sehen (weitere Informationen zu der Ausstellung unter www.dgppn.de/sc
hwerpunkte/psychiatrie-im-nationalsozialismus/wanderausstellung.html)
.

Die Ausstellung wird vom 9. – 20.11.2018 (Montag bis Donnerstag in
der Zeit von 8.00 – 18.00, Freitags von 8.00 – 16.00 Uhr) im Haus der
Bundesärztekammer, Herbert-Lewin-Platz 1, 10623 Berlin, gezeigt.
Besucher werden gebeten, sich am Empfang im Foyer zu anzumelden.

Pressekontakt:
Bundesärztekammer
Stabsbereich Politik und Kommunikation
Herbert-Lewin-Platz 1
10623 Berlin
Fon +49 30 400 456 – 700
Fax +49 30 400 456 – 707
mobil: 0160 / 364 51 84
presse@baek.de

Original-Content von: Bundesärztekammer, übermittelt durch news aktuell

Beitrag von auf 5. November 2018. Abgelegt unter Gesundheit. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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