Das Erste / “ttt – titel thesen temperamente” am 18. März 2012

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“ttt” kommt am Sonntag, 18. März, um 23.05 Uhr vom
Mitteldeutschen Rundfunk und hat folgende Themen:

Ein Haus aus Euroscheinen – wie der Künstler Frank Buckley die
Finanzkrise verbaut / In Dublin steht die wohl teuerste
Privatresidenz der Welt. Sie gehört Frank Buckley. 1,4 Milliarden
Euro hat er in seine Unterkunft gesteckt – das Haus besteht komplett
aus Euroscheinen. Dabei verfügt der Ire weder über außerordentlich
viel Geld, noch über ein geregeltes Einkommen. Er büßte er fast
seinen gesamten Besitz ein, als er seine Hypothek nicht mehr bezahlen
konnte. Buckley ist ein Verlierer der Bankenkrise – ein Schicksal,
das er mit vielen Iren teilt. Doch er ist kein Typ, der resigniert –
vielmehr macht den Kollaps zu seinem Programm. In einer materiellen
Welt macht der Künstler Buckely Geld zu seinem Arbeitsmaterial. Er
formte Ziegel aus geschredderten Banknoten und baute das Haus daraus,
in dem er seit Dezember lebt. Ein denkwürdiges Kunstwerk mitten in
der Krise, das auch als Metapher zu verstehen ist. Was also läuft
schief in einer Gesellschaft, in der die Milliarden wie Spielgeld
über Casinotische geschoben werden und derart gigantische Summen
praktisch jeden Wert verloren haben? “ttt” besuchte Frank Buckley und
sprach mit ihm über eine moderne Form des Existenzialismus in der
Bankenkrise. Autor: Andreas Lueg

“Der Amokkomplex oder die Schule des Tötens” – Ines Geipel über
die Dynamik des Amoks / Ende Februar stürmen SEK-Beamte die
Internationale Schule in Leipzig, im Gebäude wurde – versehentlich –
Amokalarm ausgelöst. In Weilerbach schießt ein krebskranker Rentner
in einer Arztpraxis um sich – er tötet drei Menschen. Vor wenigen
Tagen verlässt ein US-Soldat mitten in der Nacht seinen Stützpunkt
und ermordet 16 Afghanen. Mit steigender Anzahl dieser Ereignisse,
scheint die mediale Beachtung zu erlahmen. Gibt es eine Dynamik des
Amoks? Ist er alltäglich geworden in unserer Gesellschaft? In “Der
Amokkomplex” analysiert die Publizistin Ines Geipel fünf solcher
Taten exemplarisch – darunter drei in Deutschland: Emsdetten,
Winnenden und den Amoklauf am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt. Vor zehn
Jahren richtete Robert Steinhäuser an seiner ehemaligen Schule 17
Menschen hin. Gibt es wiederkehrende Muster innerhalb solcher
Massaker? Wie ist die Gesellschaft beschaffen, in der sie
stattfinden? Amokläufe, versucht Ines Geipel zu zeigen, spiegeln auf
entsetzliche Weise den Effizienz- und Leistungsdruck unserer Zeit
wider. Sie sind ein globales Handlungsmodell unserer Gesellschaften
geworden. Und es ist nicht damit getan, Amoknotfallpläne
aufzustellen, Polizeischulungen durchzuführen und abschließbare
Klassenräume einzurichten. Der nächste Amok kommt bestimmt. Autor:
Rayk Wieland

“Ein ganz normaler Feind – Das Leben des Peter Wulkau in den Akten
der Stasi” / Zwei junge Männer lernen sich in der DDR kennen und
freunden sich an – eine Begegnung, die sie beide verändern wird. Denn
ihre Leben laufen in eine grundlegend verschiedene Richtung: Der eine
verliert wegen zu kritischer Fragen seinen Studienplatz, der andere
glaubt an das System und wird von der Staatssicherheit angeworben. Er
wird den unbequemen “Freund” bespitzeln und ihn schließlich ins
Gefängnis bringen – eine Täter-Opfer-Geschichte, wie sie sich
unzählige Male zu DDR-Zeiten abspielte. Doch sie zerstört zwei Leben.
Denn nicht nur der inhaftierte Peter Wulkau, sondern auch der Spitzel
Hartmut Rosinger alias “IM Hans Kramer” zerbrechen an ihrem
Schicksal. Rosinger hat Gewissensbisse. Er startet den Versuch einer
Aufarbeitung, er wagt sogar eine Entschuldung. Die Journalistin Heike
Bachelier arbeitet diesen Fall auf. Nach ihrem bewegenden
Dokumentarfilm “Feindberührung” erscheint nun ihr Buch “Ein ganz
normaler Feind”. Autor: Ulf Kalkreuth

Streifzug mit Dieter Moor über die Leipziger Buchmesse / Dieter
Moor sucht nach Amüsement auf der Leipziger Buchmesse und findet
einen Gleichgesinnten: Hellmuth Karasek. “Soll das ein Witz sein?”
fragt der in seinem neusten Werk und legt damit eine erstaunliche
Sammlung von Scherzen vor. Tierwitze, Arztwitze, politische Witze,
Sexwitze – Karasek hat eine Expertise fürs Komische und erforscht in
seinem Buch Hintergrunde der deutschen Witzkultur, die es angeblich
ja gar nicht geben soll. Und auch ernstere Sujets streift Dieter Moor
auf der Messe. Mit Rafik Schami spricht er über die Aufstände in
dessen Heimat Syrien und über die Haltung des Westens. Schami
veröffentlicht mit “Das Herz der Puppe” eigentlich ein Kinderbuch
über Freundschaft, Fantasie und Hoffnung – doch was ihm damit
gelingt, ist nicht viel weniger als eine moderne Parabel über Werte,
die vielen Erwachsenen verloren gegangen sind. Autor: Andreas
Ammer/Dieter Moor

Redaktion: Jens-Uwe Korsowsky / Matthias Morgenthaler

Pressekontakt:
Agnes Toellner, Presse und Information Das Erste,
Tel: 089/5900 3876, E-Mail: agnes.toellner@DasErste.de
Fotos unter www.ard-foto.de

Beitrag von auf 16. März 2012. Abgelegt unter Kunst & Kultur, Literatur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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