Das „kleine“ Fischerdorf: Lloret de Mar an der Costa Brava

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Wer an Lloret denkt, bringt das automatisch mit Ballermann-Tourismus in Verbindung, einfachen Hotels und viel Lautstärke, aber Lloret de Mar ist weitaus mehr als nur eine reine Partydestination.

Ankunft in Lloret

Viele Menschen steigen am Samstag aus den Reisebussen, die noch ungebräunte Touristen aus Deutschland an die Costa Brava bringen. Unter den Reisenden ist auch die 18 jährige Sandra Nussbaumer aus München, die zum ersten Mal in Lloret de Mar ihre Ferien verbringe wird. Die Ankömmlinge werden von den Reiseleitern empfangen und in die gebuchten Hotels gebracht.
Alles klappt wie im Schnürchen, jede Woche das gleiche Procedere. Anni Zöpfgen aus der Nähe von Göttingen, Reiseleiterin bei Jam-Reisen bringt ihre Urlauber in das Hotel Flamingo, Jakob Pawlowski aus Berlin bringt andere ins Hotel Festa Brava, einem der besseren Häuser am Ort, darunter auch die Münchnerin Sandra. Im Hotel nach dem Check-In gibt es erstmal das obligatorische Bändchen am Arm mit Plombe, das dafür sorgt, dass der Eintritt in die meisten Discotheken in Lloret de Mar umsonst ist.

Blick auf die Skyline Llorets

Die Zimmer im Hotel sind groß, absolut in topform und komplett frisch renoviert. Sandra hat ihr Zimmer mit einem 140 cm breiten Bett im 5. Stock des Hauses und eine gigantische Sicht auf den Hotelpool und die Skyline von Lloret de Mar. „Wow das ist ja total schön hier.“ sagt sie ganz begeistert.
Sandra packt ihre Sachen und rund 90 Minuten nach der Ankunft geht es an den Strand. „Keine Zeit verlieren!“ meint sie. Der Weg zum Strand ist nicht weit, fünf Minuten später ist das Meer erreicht. Platz im goldgelben Sand suchen und „Piz Buin-Haltung“ einnehmen. Mitten im Urlaub angekommen! Das glasklare Meer hat an diesem Tag einladende 23 °C, das Rauschen ist vom Handtuch aus zu hören. Sandra springt in die Fluten, das Wasser ist glasklar.

Die Chefin in Lloret

Szenenwechsel. Anja Hautmann, Chefin von Jam-Reisen vor Ort sitzt an ihrem Schreibtisch unweit des Hotels Festa Brava und plant die kommende Woche. „Ich bin hier um Urlaubsträume wahr werden zu lassen und ich will zufriedene Gäste. Das ist daher ein 24 Stunden Job.“ Sagt sie. Sie absolviert seit einigen Jahren einen dualen Studiengang an der FH in Lübeck, ist 4 Monate im Jahr in Lloret und hat zur Hochsaison bis zu 10 Reiseleiter des Reiseunternehmens vor Ort, die sich um die Gäste kümmern. „Es gibt eigentlich nichts was es hier nicht gibt, alles ist so wie im normalen Leben, allerdings an so was richtig Außergewöhnliches kann ich mich nicht erinnern. Hier läuft alles in weitaus ruhigeren Bahnen als ich das manchmal vom TV in Deutschland suggestiert bekomme.“ Erzählt sie weiter.

Organisation

In der Tat ist zwar Lloret de Mar sicherlich eine der Partyhochburgen Europas, nirgendwo gibt es auf so engem Raum so viele Discotheken wie dort, aber betrunkene Menschen, die am Straßenrand zu finden sind, sind die absolute Ausnahme. „Die Polizei geht hier sehr rigide gegen ausufernden Alkoholkonsum vor, Bierflaschen auf der Straße sind verboten. Lloret de Mar will endgültig von dem „Sauf-Image wegkommen.“ Berichtet Anja Hautmann. Danach sitzt Anja mit ihren acht Reiseleitern, die in der Juliwoche 420 vorwiegend junge Urlauber betreuen, auf der Dachterrasse ihres Büros in Lloret de Mar zusammen und bespricht das Abendprogramm und den nächsten Tag. Urlaub ist für die Reiseleiter ein straff organisiertes Programm, viel freie Zeit bleibt da nicht, höchstens fünf bis sechs Stunden Schlaf am Tag. Am kommenden Tag steht ein Ausflug mit dem Katamaran an, 80 Gäste wollen mit auf das Schiff, viel Organisationsstress für die Reiseleiter, denn die Urlauber müssen abweichend zum normalen Ablauf in einen 20 km entfernten Hafen von Blanes gefahren werden. „Der Wellengang macht es unmöglich, dass wir am Strand von Lloret de Mar wegfahren können, deshalb stehen drei Busse um 12 Uhr am Hotel Flamingo bereit. Linda fährt von uns mit auf den Ausflug.“ teilt sie auf der Besprechung.

Ohne Abi geht nichts

Wenige Stunden später holt Reiseleiterin Anni Zöpfgen ihre Gäste vom Hotel ab, um dann gemeinsam in das Nachtleben zu starten. „Manchmal ist das schon ein echt harter Job mit wenig Schlaf, aber wenn es nicht so viel Spaß machen würde, wäre ich nicht immer wieder dabei.“ Erzählt die 23 jährige Göttingerin, die im Herbst mit dem Studium der Zahnmedizin beginnt. Sämtliche Reiseleiter des Unternehmens haben übrigens eine allgemeine Hochschulreife in der Tasche. „Darauf legen wir großen Wert, um einen gewissen Anspruch umsetzen zu können.“ Sagt Christian Mertgen, Geschäftsführer und Mitgründer von Jam-Reisen. Anni ist inzwischen mit ihren Urlaubern im Locco Beachclub angekommen. Es ist kurz nach elf, die Tanzfläche ist gut gefüllt, die gekühlten Getränke fließen in Strömen. Junge Menschen kommen sich näher, die ersten versteckten Berührungen sind zu bemerken. „Vieles würde hier genauso gut ohne jeden Alkohol funktionieren, unsere Beachparty ist komplett ohne und die Leute haben den gleichen Spaß als wenn es Sangria oder Bier geben würde.“ Meint Anja Hautmann, die inzwischen auch frisch geduscht im Locco Beachclub angekommen ist. Der Beachclub ist aber nur ein erstes Warm-Up, bevor es kurz nach Mitternacht in die richtig großen Discotempel des Ortes geht.

Diskotempel der Extraklasse

An diesem Abend steht die Discothek St. Trop auf dem Programm, ein Laden der sich über vier Etagen zieht und in dem jeden Abend in der Saison zwischen 3- 5000 junge Leute tanzen. Für den direkten Einlass ohne Warten sorgt das Bändchen am Arm und schon geht es in den Tanztempel über einen eigenen VIP-Zugang. Innen warten Hightech, eine riesige Soundanlage und eine Dachterrasse auf die Urlauber. „Wahnsinn, so was habe ich zu Hause noch nicht gesehen.“ Meint Sandra aus München und schwingt sich auf die Tanzfläche. In einer Woche bietet das Abendprogramm des Reiseveranstalters 10 verschiedene Lokalitäten an sieben Abenden, die Krönung erfolgt am letzten Abend mit dem Revolution, das insbesondere durch den Sound und einer großen Lasershow aus der breiten Angebotspalette hervorsticht.

Ein Abstecher nach Barcelona

Kultur gefällig? Mit Barcelona liegt eine der schönsten Städte am Mittelmeer nur eine knappe Autostunde entfernt. Donnerstags steht dieses Highlight auf dem wöchentlichen Ausflugsplan. In wenigen Stunden versuchen die Reiseleiter mit dem angestaubten Image einer normalen Stadtrundfahrt aufzuräumen und schaffen das auch auf der ganzen Linie. Nach einem Schnellkurs zum Thema Gaudi (der berühmteste Künstler Barcelona), Olympia 1992, Columbus und dem alltäglichen Verkehrschaos darf natürlich auch der berühmte FC Barcelona nicht fehlen, bei dem selbst der Papst eine Dauerkarte besitzt. Als letzter Programmpunkt werden am Abend in Barcelona, bevor es wieder mit dem Bus zurück nach Lloret de Mar geht, die Wasserspiele Fuentes angesteuert, das absolute Highlight der Stadtrundfahrt. Zu den Klängen aus Aida, von Freddy Mercury und vielem mehr wird Wasser mit 1500 PS gegen Himmel gedrückt und mit einmaligen Lichteffekten garniert. Dazu gibt es einen einzigartigen Blick auf die Metropole Kataloniens, da die Brunnen oberhalb der Stadt liegen. Die Wasserspiele beginnen abends ab ca. 21 Uhr.

Nach sieben Tagen geht es wieder heim

Und wie immer im Urlaub gehen für Sandra und die anderen Reiseteilnehmer die sieben Tage viel schneller zu Ende als ihnen lieb ist. „Eine tolle Zeit war das, ein super Urlaub.“ Findet die junge Münchenerin am Bus nach einer Woche an der Costa Brava geht die Zeit dort zu Ende, wo sie am Samstag zuvor begann. Die inzwischen braun gebrannten Urlauber/Innen besteigen gut gelaunt etliche Busse, die sie wieder nach Deutschland bringen. Letzte Küsse für den Urlaubsflirt vor dem Abschied und schon verlässt der Bus das „kleine“ Fischerdorf an der Costa Brava. Die Rückfahrt ist dann meist weitaus leiser als die Anreise. Sieben Tage Partyspaß hinterlassen auch bei dem vorwiegend jungen Publikum Spuren: Schlafen ist angesagt. Sandra schläft schon am Ortsausgang im Bus.

Sämtliche Bilder zu der Woche gibt es unter: http://www.lloret.eu.tp , mehr zu JAM! Reisen unter http://www.jam-reisen.de

Beitrag von am 4. August 2009. Abgelegt unter Hotel & Gaststätten. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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