Der Sonnengesang des heiligen Franziskus im Kunsthaus Meiningen

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Der Sonnengesang des heiligen Franz von Assisi
Ein Werk der Weltliteratur, gleichzeitig das bedeutendste Gebet des Heiligen Franziskus von Assisi und Dauerbrenner der Meditation – das ist der Sonnengesang (Il Cantico di Frate Sole). Bis heute hat das im 13. Jahrhundert auf dem Todesbett vollendete Gebet nichts an Aktualität und Brisanz eingebüßt. Das Wirken des charismatischen Giovanni Battista Bernardone, wie der Heilige Franziskus (1181-1226) mit gebürtigem Namen hieß, strahlt bis in unsere Zeit. Ein Beispiel dafür ist das Franziskaner-Kloster auf dem Kreuzberg, das sich an den Regeln des damals in Umbrien gegründeten Bettelordens orientiert. Oder der Franziskusweg, ein meditativer Pilgerweg von 5 Kilometern mit 17 Stationen, der an der Thüringer Hütte bei Roth/ Rhön beginnt. Zu dessen Initiator Günter Werner wie zu den Franziskaner-Brüdern selbst haben die Künstler des außergewöhnlichen Projektes „Sonnengesang“ Kontakt aufgenommen. Überregional verwurzelt und beworben wird es im Kunsthaus Meiningen als Ort der Ausstellung realisiert. Ein Veranstaltungsprogramm setzt neben der Vernissage interessante Akzente.
Der Meininger Fotograf Gerhard Bretschneider, die Keramikerin Andrea Magnus und die Cellistin Renate Kubisch haben sich einerseits von den gelebten Zeugnissen in der Nachfolge des Heiligen Franziskus inspirieren lassen, andererseits von den zehn Strophen des Gesanges selbst. „Bruder Mond und Geschwister Sterne“ werden wie die Ur-Elemente unseres Daseins Feuer, Wasser, Erde und Sonne in der Preisung der Schöpfung angerufen. Im Lob des Herrn findet sich aber auch der Dank für den „leiblichen Tod; kein lebender Mensch kann ihm entrinnen.“ Die so einfachen wie elementaren Strophen werden von den Künstlern in unsere Zeit transponiert und illustriert. Sie verleihen ihnen ein aktuelles Gesicht und ein akustisches Pendant.
Gerhard Bretschneider gibt in seinen großformatigen Fotografien Naturzerstörung, Tod und Demut, aber auch Schönheit und Lebensfreude ein nachdenkliches Gesicht. Seine Aufnahmen aus der ganzen Welt weichen bewusst vom traditionellen Weg ab. Seit einem Jahr beschäftigt er sich intensiv mit der Thematik – er hat das Projekt angeregt. Eine Umsetzung des Textes in den zweidimensionalen Raum seiner Bilder war ihm zu wenig, deshalb hat er sich für die Realisation der Inhalte im dreidimensionalen und klanglichen Raum Andrea Magnus und Renate Kubisch mit ins Boot geholt. Beide werden aus ihrer eigenen Sicht, unter Beachtung der heutigen Zeitsituation, Interpretationen und Denk-Anstöße zum Sonnengesang liefern. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einer AudioCD.
Vernissage 20.02. um 19 Uhr – Laudatio Franziskanerpater Stanislaus Wentowski (Kloster Kreuzberg). Musik von Renate Kubisch und eine Performance von Julius Kubisch rahmen die Veranstaltung, bei der originales Klosterbier vom Kreuzberg ausgeschenkt wird.
Veranstaltungsprogramm:
Ausstellungsdauer: 20.02.2010-05.04.2010
20.02.2010 19 Uhr – Vernissage Ausstellung Sonnengesang
16.03. 2010 um 19 Uhr Leben und Werk des heiligen Franziskus. Klosterleben der Franziskaner heute – Pater Stanislaus, Musik Renate Kubisch
30.03.2010 um 19 Uhr Interpretation des Sonnengesangs in Wort und Klang – ein meditativer Abend
05.04.2010 15.00 Uhr Finissage

Kunsthaus Meiningen
Ernestinerstraße 14
98617 Meiningen
www.kunsthaus-meiningen.de
Öffnungszeiten:
NEKSTGalerie: Do-So 15-18 Uhr und nach Vereinbarung
Café/Bar im Kunsthaus täglich ab 17 Uhr, Sa+So ab 15 Uhr

Beitrag von auf 13. Januar 2010. Abgelegt unter Kunst & Kultur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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