Die Diagnostik von morgen wird digitaler und personalisierter

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Einen sehr erfolgreichen Start legte die internationale Konferenz „Diagnostics-4-Future“ hin. Rund 160 Unternehmen, Ärzte und Wissenschaftler aus acht Ländern kamen auf Einladung des bodenseeweiten Gesundheitsnetzwerks BioLAGO in Konstanz zusammen, um neue Forschungsergebnisse und Produkte zur Diagnostik zu diskutieren. Branchenführer Roche stellte unter anderem eine Software vor, die Medizinern hilft bei der Behandlung von Krebs die richtigen Entscheidungen zu treffen und Therapien schneller einzuleiten.

Ein Höhepunkt der eintägigen Konferenz war der Vortrag von Orla Sheils von der Universität Dublin, einer der führenden Forschungseinrichtungen in Europa. Sie berichtete über Fortschritte in der personalisierten Medizin durch neue Diagnostikmethoden. Diese müssten laut Sheils in Zukunft für jeden zugänglich sowie bezahlbar sein und das dabei entstehende Datenvolumen von der Politik geschützt werden. Branchenführer Roche gab Einsichten in ein smartes Tool, das Ärzten bei der Behandlung von Krebspatienten als Entscheidungshilfe für die richtige Diagnostik und Therapie dient. Zu den Referenten zählten auch mehrere Experten aus der Bodenseeregion. So stellten Wolfgang Krüger, Chefarzt am Klinikum Konstanz und Johannes Zander vom Konstanzer Labor Brunner vor, wie durch Messung des Antibiotikaspiegels im Blut die Therapie bei einer Blutvergiftung schon bald verbessert werden könnte.

Bernd Schultes vom medizinischen Zentrum eSwiss in St. Gallen berichtete wie Apps in Zukunft die Diabeteserkennung und -prävention durch Verknüpfung mit künstlicher Intelligenz unterstützen werden. Um die Messung des individuellen Gesundheitszustands in Verbindung mit Ernährung ging es in der Podiumsdiskussion zum Abschluss der Konferenz. Auch hier könnten fundierte Software-Anwendungen und Apps in den nächsten Jahren helfen, dass Patienten ihre Werte wie Blutzuckerspiegel und EKG bequem per Smartphone an ihren Arzt übermitteln können.

Weiterer Schwerpunkt der Zukunftskonferenz waren neue Methoden zum Nachweis von antibiotikaresistenten Krankenhauskeimen. Marc Bonten vom Medical Center in Utrecht zeigte auf wie die Niederlande durch hohe Präventionsmaßnahmen die niedrigsten Infektionsraten in Europa erreiche.

Jungforschende und Start-ups aus Konstanz, Tübingen und Barcelona geehrt

Auf der Konferenz wurden zudem junge Forschende für innovative Ideen geehrt. Siegerin wurde Tamara Schuhmacher von der Universität Konstanz für neue Erkenntnisse zu Krankenhauskeimen. Zu den weiteren Preisträgern gehörten Wei Ding vom Start-up PathoVis aus Tübingen sowie Alvaro Cristobal-Sarramian vom Leitat Technological Center in Barcelona.

Diagnostik-Konferenz soll als europäische Leitveranstaltung etabliert werden

Veranstaltet wurde die Konferenz durch das von BioLAGO koordinierte internationale Kompetenznetz für Diagnostik „DiagNET“, in dem rund 50 Unternehmen, Ärzte sowie Forscher an neuen Diagnoseverfahren arbeiten. „Die starke Resonanz für die Konferenz freut uns sehr. Es bahnen sich daraus bereits internationale Kooperationen zwischen Industrie und Forschung an. Als einziges grenzüberschreitendes Kompetenznetz für Diagnostik im deutschsprachigen Raum möchten wir die Konferenz etablieren und damit neue Diagnostiklösungen intensiv fördern“, so Andreas Baur, Geschäftsführer von BioLAGO. Das DiagNET wird im Programm „Interreg V Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein“ sowie durch den Landkreis Konstanz und die Stadt Konstanz gefördert.

Beitrag von auf 6. Dezember 2018. Abgelegt unter Gesundheit. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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