Ehrengrab für Dora Kallmus / Fotografin zur ewigen Ruhe auf jüdischen Friedhof Graz überführt (FOTO)

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Die sterblichen Überreste der österreichischen Fotografin Dora
Kallmus wurden heute exhumiert und vom Friedhof Frohnleiten zum
jüdischen Friedhof Graz überführt. Dort erhält die Künstlerin, die
auch unter dem Namen Madame d´Ora internationale Berühmtheit
erlangte, ein Ehrengrab als letzte Ruhestätte. Das war möglich
geworden, weil Elie Rosen, Präsident der Jüdischen Gemeinde Graz,
sich dafür intensiv eingesetzt hat. “Wir erleben heute einen überaus
glücklichen Tag für die Jüdische Gemeinde in Graz”, sagt Rosen, “denn
die Umbettung von Dora Kallmus und die damit letzte und vor allem
ewige Ruhestätte ist uns ein sehr großes Bedürfnis.” Der bleibenden
Totenruhe kommt im Judentum eine große Bedeutung zu. Grabstätten
werden in keinem Fall aufgelöst. Anders als bei christlichen Gräbern,
die nach entsprechender Zeit, etwa zwischen zehn und 30 Jahren,
wieder belegt werden.

Internationalen Ruhm erlangte Dora Kallmus, die 1881 als Tochter
jüdischer Eltern in Wien geboren wurde, mit Mode-Fotografien und
Porträts berühmter Zeitgenossen. Als erste Frau hatte sie Zutritt zu
den theoretischen Kursen der Wiener Graphischen Lehr- und
Versuchsanstalt. In Berlin arbeitet sie bei Nicola Perscheid, dem
ersten deutschen Porträtfotografen. Ebenfalls als erste Frau wurde
sie 1905 Mitglied in der Kaiserlich Königlichen Photographischen
Gesellschaft. 1907 eröffnete sie mit Arthur Benda als Madame d´Ora
ein Atelier im ersten Wiener Gemeindebezirk. Vor allem die Wiener
Künstler- und Intellektuellenszene hatte es ihr angetan. So
porträtierte sie beispielsweise Alma Mahler-Werfel, Arthur
Schnitzler, Gustav Klimt, Max Reinhardt, Karl Kraus und Tina Blau und
1916 die Krönung Kaiser Karls in Budapest.

1927 eröffnete Kallmus in Paris ein Studio und lichtete dort
Josephine Baker, Pablo Picasso, Tamara de Lempicka und Coco Chanel
ab. Als Modefotografin war sie für die großen Pariser Modehäuser wie
Rochas, Patou, Lanvin und Chanel tätig. Zugleich bediente sie mit
ihren Fotos Magazine wie Die Dame, Madame und Officiel de la Couture
et de la Mode.

Nachdem die Deutschen in Paris einmarschiert waren, flüchtete
Kallmus nach Südfrankreich, wo sie sich zuletzt in Ardèche versteckt
hielt. Ihre einzige Schwester, mit der sie in Paris zusammen lebte,
wurde deportiert und im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Dora
Kallmus kehrte nach dem zweiten Weltkrieg nach Wien zurück und
fotografierte Flüchtlingslager und die zerstörte Stadt und es
entstanden die bekannten Bilder der Pariser Schlachthäuser. Infolge
eines Verkehrsunfalls übersiedelte Dora Kallmus 1959 endgültig nach
Österreich und verbrachte ihre letzten Lebensjahre im steirischen
Frohnleiten. Dort wurde sie 1963 auf dem Friedhof beigesetzt. Das
Grab wurde später aufgelöst und das Grabmonument zerstört. Die
sterblichen Überreste waren trotzdem dort verblieben.

Ab Mitte November 2019 zeigt das GrazMuseum mit Der Bruch das
Spätwerk der Künstlerin.

Pressekontakt:
Hirlehei Kommunikation, Rita Hirlehei, Telefon +49 173 5191646, Email
Hirlehei@web.de

Original-Content von: Jüdische Gemeinde Graz, übermittelt durch news aktuell

Beitrag von auf 24. Oktober 2019. Abgelegt unter Kunst & Kultur, Vermischtes. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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