Ein klares JA zu Zivilcourage zum Gedenktag „Nein zu Gewalt gegen Frauen“ am 25.11.

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Die Schamanin des Wortes Stephanie Jans kommt in ihren vielen engagierten Texten rund um Frauen und ihr Leben in unserer Gesellschaft immer wieder auf ihre zentrale Forderung nach mehr Zivilcourage zu sprechen. Besonders deutlich wird dies in ihrem Buch „Danke, daß niemand geschwiegen hat!“ sowie in der um einige Texte ergänzten Hörbuchversion „Drachenfrauen schweigen nicht!“.

Am 25. November 1960 wurden die drei Schwestern Mirabel in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst gefoltert, vergewaltigt und getötet. Die drei Frauen waren im Untergrund tätig und hatten sich in diesem Zusammenhang an Aktivitäten gegen den tyrannischen Diktator Trujillo beteiligt.
Auf einem Treffen von lateinamerikanischen und karibischen Feministinnen 1981 in Kolumbien gedachten die Teilnehmerinnen dieser Frauen und riefen den 25. November als internationalen Gedenktag an die Opfer von Gewalt an Frauen und Mädchen aus.
Gewalt an Frauen und Mädchen ist immer noch ein brisantes Thema. Jährlich fliehen allein in Deutschland 40.000 Frauen vor ihren gewalttätigen Männern ins Frauenhaus. 75 Prozent aller Vergewaltigungen werden von Tätern aus dem sozialen Umfeld begangen. Davon werden allerdings nur 10-30 Prozent der Polizei gemeldet.
Gewalt ist immer Ausdruck von Herrschaft und Macht. Sie bedeutet Zwang und geht für die Opfer einher mit Machtlosigkeit, Hilflosigkeit und der demütigenden Kraft von Ohnmacht. Sie begegnet uns täglich, überall, in vielerlei Gestalt.

Die engagierte Künstlerin Stephanie Jans nimmt kein Blatt vor den Mund: „Ich sage „Nein“ zu Gewalt – nicht nur am 25. November – und „Ja“ zu Zivilcourage und habe dafür auch schon mehrfach im wahrsten Sinne des Wortes eins auf die Nase bekommen.
Ich möchte mich mit meinen Texten nicht in die blutrünstige Trivialisierung von Gewalt, wie sie in den Massenmedien stattfindet, einreihen. Aber ich möchte den Fokus auch nicht einseitig auf Gewalt ausrichten, die von Männern gegenüber Frauen verübt wird. Denn obwohl 95 Prozent der von Gewalt betroffenen Menschen Frauen sind, gehören auch Frauen zum Täterkreis, Männer zu den Opfern.
Gewalt kann jeden treffen. Und in einer Gesellschaft, in der es notwendig geworden ist, mündige Bürger in Kursen zu einem Mindestmaß an Zivilcourage mühsam zu erziehen, halte ich den Mut jedes und jeder Einzelnen von uns, sich Gewalt entgegenzustellen, für unabdingbar. Ebenso wie Wachsamkeit im Alltag gerade versteckter, oder, schlimmer noch, bereits als „normal“ tolerierter Gewalt gegenüber. Ein schönes Beispiel dafür ist meine Kurzgeschichte „Danach dauert manchmal zu lange“, in der aus der Sicht einer Schlaganfallpatientin die alltäglichen unter die Haut gehenden Boshaftigkeiten ihrer Tochter, die mit der Pflege durchaus überfordert ist, geschildert werden.“

Stephanie Jans ist nicht umsonst eine Schamanin des Wortes. So hat sie das „Nein zu Gewalt an Frauen“ umgewandelt in ein tatkräftiges „Ja zu Zivilcourage“.
Nachdenklich, kritisch und kraftvoll sind ihre meist lyrischen Texte. Eine Kraft-quelle für innere Stärke umschreibt sie in ihren Gebeten an alte Göttinnen, deren mächtigste die (innere) Drachenfrau ist.

„Danke, daß niemand geschwiegen hat!“, 64 Seiten, ISBN 978-3-927639-17-1, 10 Euro
Audio-CD „Drachenfrauen schweigen nicht!“, 48 min, ISBN 978-3-927639-31-7, 10 Euro

Beitrag von auf 22. November 2008. Abgelegt unter Literatur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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