Fenner Flügel B 215 – gebaut ohne Zeitlimit

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Der Resonanzboden wurde deshalb stärker als sonst mit bis zu zwei – drei Zentimetern in das massive Mahagoniegehäuse gestaucht. Die Schwingungen , die den Klang erzeugen sollen bei einem Fenner Flügel über die Saite, den Steg und den Resonanzboden in das Gehäuse fließen. Das Artcase-Gehäuse als Klangverstärker wird deshalb mit 5,20 Metern langen und 3 Zentimetern starken Mahagoniefurnieren gebogen und geleimt. Deshalb wird beim Fenner Flügel die Klangübertragung des Gehäuses nicht durch unterschiedliche Furnierstücke in einer Schicht unterbrochen. So lange Furniere können nur in einer Furnierfabrik in der Schweiz hergestellt werden.
Im Gegensatz zu einem modernen Fenner-Flügel wurde die Rundung am hinteren Bein mit zwei Eckmodulen aufgefüttert. So wurde das Artcase-Gehäuse deutlich schwerer und länger .
Zu dem Volumen eines Konzertflügels gehört aber auch das Optimum an klanglicher Nuancierungsfähigkeit einschließlich einer warmen, romantischen Facette des Ton-Spektrums.
Beim Resonanzbodenbau wurden die Rippen in der von Klaus Fenner entwickelten asymetrischen Resonanzbodenform mit dem Resonanzbodenholz verleimt. Dabei wird der Diskantbereich des Resonanzbodens in eine starke Wölbung gepresst, im Bass ist er dagegen nahezu eben. Dadurch soll jeder einzelne Ton bis zu 25 unterschiedliche Klangfarben erhalten. Um den Boden etwas elastischer zu gestalten, wurden die einzelnen Phasen dünner geschliffen, die Basis für einen warmen Klang.

Das Medium zwischen Mensch und Flügel, der Berührungspunkt, die Tastatur wurde so wertvoll wie möglich mit Knochen belegt. Die Feuchtigkeit der Hand wird vom Knochen bis zu einem bestimmten Maß aufgenommen, bei einem Plastikbelag wird es schnell eine „schmierige“ Angelegenheit.
Die Mechanikfabrik Renner fertigte nach genauen Anweisungen von Herrn Fenner das Spielwerk, die sogenannte Mechanik .
Die Regulierung der Mechanik und die Intonation der Hämmer wurden ohne Zeitlimit von unserem Klavierbaumeister Herrn Wagner ausgeführt. Er legte dabei großen Wert auf die Ausgeglichenheit des gesamten Tonsprektrums vom Bass bis in den Diskant. Beim ersten Anspielen des Instruments bemerkt man sofort , dass ihm das hier optimal gelungen ist. Den Hämmern die Wärme und das romantische Element des Flügelklangs zu entlocken und dabei den Klang nicht matschig und verschwommen werden zu lassen, dafür braucht man jahrzehntelange Erfahrung. Mit nur wenigen Nadelstichen zuviel ist der Hammerkopfsatz verdorben und der Klang entspricht nicht mehr den hohen Erwartungen unserer Kunden.
Ein Instrument mit einem unvergleichlichen Charakter: es ist kein Steinway oder Fazioli; aber ein Fenner, der vielleicht mehr oder anderes zu sagen hat, als seine beiden Mitbewerber.
Aber testen Sie selbst.

Beitrag von auf 18. September 2009. Abgelegt unter Klassische Musik. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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