Gesetzliche und private Krankenversicherung: Aenderungen 2012

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Hamburg / Wentorf, 20. Januar 2012 – Für Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen startet das neue Jahr auf den ersten Blick erfreulich. Dank der guten konjunkturellen Entwicklung 2011 verfügen die Kassen über ein unerwartet starkes Beitragsplus. Die Beitragssätze konnten deshalb stabil bei 15,5 Prozent gehalten werden. Viele Kassen haben zudem die Abschaffung der Zusatzbeiträge noch für dieses Jahr angekündigt.

Experten warnen jedoch vor voreiliger Euphorie, da die strukturellen Probleme der Krankenkassen durch konjunkturelle Sondereffekte überdeckt werden. “Die gute Konjunktur hat den Kassen, die teilweise nahe an der Insolvenz operierten, kurzfristig Luft verschafft. Zudem wird der Wettbewerb verstärkt über den Leistungskatalog ausgetragen: trotz einheitlichem Beitragssatz unterscheiden sich die gesetzlichen Krankenkassen untereinander immer stärker”, sagt Jan Schust, Vorstand von TARIFCHECK24, seit mehr als zehn Jahren eines der führenden unabhängigen Vergleichsportale mit mehr als 25 Millionen Nutzern im Jahr (www.tarifcheck24.com).

Anpassungen bei der Gebührenordnung für Zahnärzte und Beitragsbemessungsgrenze

Merklich teurer sind seit Jahresanfang Kronen, Brücken und Inlays für gesetzlich Versicherte geworden. Durch die zum 1. Januar in Kraft getretene Novelle der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) wurde der Eigenanteil beim Zahnersatz weiter erhöht. Die Krankenkassen müssen der GOZ-Änderung zufolge nur noch 50 Prozent der Regelleistung tragen; Mehrleistungen, wie etwa Vollkeramikkronen, müssen im Regelfall vom Versicherten getragen werden. “Zahnersatz ist bereits erschreckend teuer – und eine Trendumkehr ist nicht in Sicht. Patienten sollten daher vor Behandlungsbeginn die Kosten klären. Es ist immer vorteilhaft, einen Kostenvoranschlag von einem zweiten Zahnarzt einzuholen”, rät Versicherungsprofi Schust.

Auch wenn der Beitragssatz bei 15,5 Prozent verharrt, müssen einige Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung 2012 dennoch steigende Beiträge leisten. Der Grund hierfür ist simpel: Die Beitragsbemessungsgrenze wurde zum Jahreswechsel von 3.712,50 auf 3.825 Euro angehoben. Damit erhöht sich der Teil des Einkommens, auf den Besserverdienende Beiträge abführen müssen, um monatlich mehr als 100 Euro.

Zusatzbeiträge: Krankenversicherungen konkurrieren zunehmend über Leistungskatalog

Die Zahl der Krankenkassen, die eine Abschaffung des Zusatzbeitrages angekündigt oder bereits vollzogen haben, nimmt stetig zu. Erste Experten gehen bereits davon aus, dass alle Krankenkassen den Zusatzbeitrag bis Ende des Jahres abgeschafft haben werden.

Verursacht wird diese positive Entwicklung durch die verbesserte Ertragslage der Versicherungen, aber auch durch die schlechten Erfahrungen, welche die Krankenkassen selbst mit den Zusatzbeiträgen gemacht haben. Versicherungsnehmer reagierten in der Vergangenheit äußerst sensibel; selbst geringfügige Erhöhungen führten zu einem Mitgliederschwund. Deshalb verlagern die Krankenkassen den Wettbewerbs- und Spardruck immer stärker auf den Leistungskatalog, da Versicherungsnehmer auf Leistungskürzungen deutlich weniger sensibel reagieren.

Als Folge unterscheiden sich die gesetzlichen Krankenkassen trotz Einheitsbeitragssatz erheblich im Leistungsspektrum. Ein Wechsel zu einer anderen gesetzlichen Krankenkasse ermöglicht vielen Versicherungsnehmern deshalb häufig ein besseres Leistungsangebot – bei gleicher Beitragshöhe. Komfortabel lassen sich die Angebote der gesetzlichen Krankenversicherung im Internet vergleichen, zum Beispiel kostenlos auf www.tarifcheck24.com/gesetzliche-krankenversicherung/vergleich/.

Private Krankenversicherung von Beitragserhöhungen betroffen

Im Gegensatz zu den gesetzlichen Krankenkassen kam es bei den privaten Krankenversicherungen zu teilweise deutlichen Beitragserhöhungen. Einzelne Versicherer haben die Beiträge für Neukunden sogar um bis zu zwanzig Prozent erhöht. Bei Bestandskunden fiel die Erhöhung in der Regel niedriger aus. “Einige private Krankenversicherungen verlangen 2012 deutlich höhere Beiträge, während vergleichbare Konkurrenten gänzlich auf Beitragserhöhungen verzichteten. Wer mit dem Gedanken spielt, zu einer privaten Krankenversicherung zu wechseln, sollte daher unbedingt die verschiedenen Tarife möglichst vieler Versicherungsgesellschaften vergleichen”, rät Branchenkenner Jan Schust. Wechselwillige können auf www.tarifcheck24.com/private-krankenversicherung/vergleich/ kostenlos die Versicherungsangebote von unterschiedlichen privaten Krankenversicherungsanbietern vergleichen.

Ab 21.12.2012 (Maya-Weltuntergangsdatum) nur noch Unisex-Tarife für Versicherungen

In den letzten Wochen haben die Medien viel über den vermeintlich von den Mayas für den 21.12.2012 vorhergesagten Weltuntergang berichtet. Der Termin ist aber aus einem ganz anderen Grund von großer Bedeutung: Ab spätestens 21. Dezember 2012 dürfen Versicherungsgesellschaften in Deutschland aufgrund der europäischen Rechtsprechung nur noch “Unisex-Tarife” anbieten. Tarife, die nach dem Geschlecht differenzieren, haben dann ab diesem Datum nur noch für Bestandsverträge Gültigkeit.

Da private Krankenversicherungen bisher für Frauen deutlich teurer waren – der Unterschied zu Männern bewegte sich in der Regel zwischen fünf und zwanzig Prozent – gehen Experten davon aus, dass die einheitlichen Unisex-Tarife deutlich über den bisherigen Tarifen für Männer liegen werden. Wechselwillige sollten deshalb unbedingt noch vor der Einführung der Unisex-Tarife in die private Krankenversicherung wechseln, um auf diese Weise noch rechtzeitig in einen günstigen “Männer-Tarif” einzusteigen.

Beitrag von auf 20. Januar 2012. Abgelegt unter Gesundheit, Vermischtes. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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