“Im Zeichen des Kreuzes. Die Limburger Staurothek“/ Kreuzreliquie erhält zum Kreuzfest erstmals eigene Ausstellung

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LIMBURG/ FRANKFURT. Der Limburger Staurothek wird erstmals eine eigene Ausstellung gewidmet. „In diesem byzantinischen Goldkasten besitzt das Bistum Limburg seinen größten Schatz, ein Stück vom Kreuz Christi“, sagt Pfarrer Dr. Matthias Kloft zur Bedeutung der Staurothek. Die Ausstellung“Im Zeichen des Kreuzes – die Limburger Staurothek“ wird am Freitag, dem 11. September, im Diözesanmuseum Limburg (Domstr. 12) eröffnet. Matthias Kloft, der sich in den vergangenen Jahren intensiv mit dem Reliquienbehältnis beschäftigt hat, wird zu Geschichte und Bedeutung der Staurothek sprechen. Das Museum zeigt insgesamt 23 Kreuzreliquien aus dem Bistum und verschiedene Kruzifixe, die größtenteils zum ersten Mal öffentlich gezeigt werden. Eine weitere Besonderheit sind die mit der Kreuzlegende bemalten Altarflügel aus der Justinuskirche in Frankfurt-Höchst. Die Kreuzverehrung im Bistum Limburg, wovon auch viele Heilig-Kreuz-Kirchen und Kreuzkapellen zeugen, wird neben der Staurothek ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung sein. In einem Video auf der Internetseite des Kreuzfestes (www.kreuzfest.bistumlimburg.de) beantwortet Matthias Kloft Fragen zur Limburger Kreuzreliquie. Zusammen mit Professor August Heuser, Direktor des Diözesanmuseums, hat er die Ausstellung konzipiert. Die Ausstellung ist vom 11. September (Eröffnung: 19.30 Uhr) bis zum 15. November in Limburg zu sehen. Danach wird sie vom 1. Dezember 2009 bis zum 31. Januar 2010 im Dommuseum in Frankfurt gezeigt. Zur Ausstellung erscheinen ein Katalog und ein Kalender.

Staurothek heißt „Kasten für das Kreuz“

„Kasten für das Kreuz“ ? so müsste man das Wort Staurothek wörtlich übersetzen. Es ist in der Tat eine Hülle für ein Kreuz und die darin eingearbeiteten Stücke vom Kreuz Christi. Wie die Kreuzreliquie zunächst vom Heiligen Land nach Byzanz und später zusammen mit dem im 10. Jahrhundert geschaffenen Goldkasten von Byzanz (dem späteren Konstantinopel) nach Limburg gelangte, erklärt Matthias Kloft so: „Der Legende nach hat Kaiserin Helena bei ihrer Pilgerfahrt ins Heilige Land um 320 das Kreuz des Herrn entdeckt und durch Wunder beglaubigt. Teile gelangten nach Rom und in den Palast des byzantinischen Kaisers.“ Von dort aus gelangte die Reliquie, ein sieben Millimeter dünnes Brettchen vom Kreuzesholz auf einem Trägerholz, im 13. Jahrhundert ins Erzbistum Trier. 600 Jahre später, Anfang des 19. Jahrhunderts durch die große Säkularisation kam sie in den Besitz des Fürsten von Nassau-Weilburg, des späteren Herzogs von Nassau, der sie 1835, seinem Landesbistum Limburg schenkte. Tausend Jahre nach ihrer Entstehung wurde sie zum Mittelpunkt des von Bischof Wilhelm Kempf (1949-1981) im Jahr 1959 eingerichteten Kreuzfestes, das in diesem Jahr am 20. September in Limburg gefeiert wird.

Himmlischer und irdischer Hofstaat auf der Staurothek

Der Deckel der Staurothek ist mit figürlichen Emailleplättchen geziert, „die den himmlischen Hofstaat in der Form des irdischen abbilden“, sagt Kloft. „Christos Pantokrator sitzt als Kaiser im Purpurgewand auf dem Thron. Ihm zur Seite stehen Maria und Johannes der Täufer mit den Erzengeln Michael und Gabriel als Leibgarde. Sie werden umgeben von den zwölf Aposteln, die durch Gewandung und Schriftrollen die Hofbeamten vertreten“, beschreibt er das Bildprogramm. Die Inschriften bei den einzelnen Fächern in dem Reliquiar geben die einst unter den Plättchen aufbewahrten Reliquien an: Heiliges Blut, Dornenkrone, Windeln Jesu, Grabtuch Christi, Kopftuch Mariens, Gürtel Mariens, Purpurmantel Jesu, Leintuch Jesu, Essigschwamm, Haar und Blut Johannes des Täufers. Seit 1908 befinden sie sich im eigens dafür vom Fuldaer Goldschmied Wilhelm I. Rauscher angefertigten Reliquienkreuz. Auch dieses Reliquienkreuz ist im Limburger Domschatz zu sehen.

Internationale Fachtagung zur Staurothek am 19. September

Unter dem gleichen Titel wie die Ausstellung „Im Zeichen des Kreuzes. Die Limburger Staurothek“ kommen am Samstag (19. September) Wissenschaftler aus dem In- und Ausland zu einer Fachtagung in Limburg an der Lahn zusammen. Theologen, Kirchen- und Kunsthistoriker beschäftigen sich mit dem wertvollen byzantinischen Reliquienbehältnis und der Kreuzreliquie.

Dabei thematisiert der Kunsthistoriker Holger Klein von der Columbia University (New York) „Die Limburger Staurothek und ihr byzantinisches Bildprogramm“. Die Geschichte der Staurothek nach 1208 steht im Mittelpunkt eines Vortrages von Pfarrer Matthias Kloft (Frankfurt a. M.). Die Historikerin Astrid Krüger (Bad Homburg) geht in ihrem Beitrag auf die Verehrung des heiligen Kreuzes im Mittelalter in Frankfurt und Limburg ein. Mit dem Thema „Bistumsfeste in Deutschland und das Kreuzfest im Bistum Limburg“ setzt sich der Theologe Claus Arnold von der Goethe-Universität (Frankfurt a. M.) auseinander.

Wer an der Tagung zu der Geschichte und dem Bedeutung der Staurothek teilnehmen möchte, kann sich bis per Post (Akadem. Zentrum Rabanus Maurus/ Domplatz 3/ 60311 Frankfurt a. M.) oder per Email (hausamdom@bistum-limburg.de) schriftlich anmelden. Die Kosten betragen 19 Euro (ermäßigt 10 Euro). Nach dem Symposion werden Ausschnitte der Vorträge als Videos auf der Internetseite www.kreuzfest.bistumlimburg.de zu sehen sein. Am Vorabend der Tagung (Freitag, 18. September) feiert Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst um 17 Uhr im Hohen Dom zu Limburg eine Pontifikalvesper. Ebenfalls am Freitag (18. September) um 19 Uhr hält Bundesverfassungsrichter Udo di Fabio einen Festvortrag im Bischöflichen Priesterseminar in Limburg.

Alle Informationen rund um das Kreuzfest, die Ausstellung und das Symposion zur Staurothek gibt es auf der Internetseite: www.kreuzfest.bistumlimburg.de.

Öffnungszeiten des Museums:
Dienstag bis Samstag: 10.00 – 13.00 h + 14.00 – 17.00 h
Sonntag und Feiertag: 11.00 – 17.00 h
Das Museum ist montags geschlossen.

Beitrag von auf 10. September 2009. Abgelegt unter Kunst & Kultur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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