Kopf aus dem Sand!

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Zur Diskussion um einen möglichen Lehrermagel erklärt Cem Özdemir, Bundesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

„Angesichts des drohenden Bildungsnotstands an deutschen Schulen hilft es nichts, den Kopf in den Sand zu stecken. Die Kultusministerkonferenz will die vom Deutschen Philologenverband geschätzten Zahlen zum erwarteten Lehrermangel ab Herbst zunächst prüfen, anstatt gleich zu handeln. Es geht am Ende nicht darum, ob es 40 000 oder 30 000 fehlende Lehrkräfte sein werden. Den dringenden Handlungsbedarf werden die betroffenen Schülerinnen und Schüler in jedem Fall zu spüren bekommen.

Aus unserer Sicht muss es nun vor allem darum gehen, mehr Studierende ? auch und vor allem männliche ? für den Lehrerberuf zu gewinnen und Abbrecherzahlen zu senken. Ziel- und Leistungsvereinbarungen zwischen den Ländern und den Hochschulen können dafür sorgen, dass die Qualität des Lehramtsstudiums gesteigert wird.

Um die Lücken durch die enormen Pensionierungszahlen in den kommenden Monaten und Jahren zu schließen, muss die Kleinstaaterei im Bildungsbereich ihre Grenzen finden. Bildung ist eine gesamtstaatliche Aufgabe, daher müssen die Bundesländer künftig auch über den eigenen Bedarf Lehrkräfte ausbilden. Außerdem müssen endlich die bestehenden Pilotprojekte zum Seiteneinstieg für Lehrkräfte evaluiert und gegebenenfalls verbessert und ausgeweitet werden.

Ein weiteres Abwandern von Bewerbern in die Wirtschaft wird dagegen nur durch eine konsequente Aufwertung des Lehrerberufs erreicht. Eine Gesellschaft, in der die pädagogischen Berufe insgesamt nicht die höchste Anerkennung genießen, ist nicht nur zukunftsblind, sondern steht früher oder später vor größten sozialen Problemen. Weitere Sparmaßnahmen im Bildungsbereich, sei es bei der Bezahlung oder der Anzahl der Referendariatsplätze, sind daher im höchsten Maße unverantwortlich. Investitionen in Bildung, wie im grünen New Deal vorgesehen, sind das Gebot der Stunde.“

PRESSEDIENST BUENDNIS 90/DIE GRUENEN Bundesvorstand
Dr. Jens Althoff, Pressesprecher
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Beitrag von auf 21. Juli 2009. Abgelegt unter Kunst & Kultur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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