Lyrik-Lesungen im Deutschen Literaturfernsehen – Autoren präsentieren ihre Gedichte aus der „Frankfurter Bibliothek 2009“

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Anke Hoges Gedicht „Der letzte Augenblick“ stimmt nachdenklich. Es handelt vom Ende. Vom Ende eines Weges, den jeder von uns gehen muss. Und vom Blick zurück auf den Anfang dieses Weges und das Unterwegseins auf ihm. Nichts ist tröstlicher als das Wissen, dass man diesen Weg nicht alleine gehen muss. Nichts stimmt zuversichlicher, als im letzten Augenblick jemandes Anwesenheit zu spüren.

In den schwersten Zeiten ihres Lebens hat Marlis Blasius eine sehr intensive Erfahrung gemacht. Diese bringt die Hobbydichterin nun mit einem Gedicht zur Ehre Gottes zum Ausdruck. „Der neue Weg“ hat eine eindeutige und hoffnungsvoll stimmende Botschaft: Jesus ist immer für dich da. An ihn kannst du dich wenden und er reicht dir stets die Hand, um dir zu helfen, auch wenn der Weg noch so steil ist.

Hanns Leeb, Jahrgang 1928, ist eine echt romantische Existenz. Von der Natur mit einem musikalischen, einem literarischen und einem zeichnerischen Talent ausgestattet, kam er durch seine erste Liebe zur Poesie. In den Jahren zwischen 1950 bis 1980 verfasste er aus einer inneren Notwendigkeit heraus viele Gedichte. „Der Wanderer“ fasst eines der Hauptmotive der literarischen Romantik in ein sprachgewaltiges Bild: das sehnsuchtsvolle Unterwegssein außerhalb von Raum und Zeit.

Informationen zur Frankfurter Bibliothek:

Bereits in der Literarischen Romantik wurde die Idee geboren, Lyrik aus der Mitte der Gesellschaft zu veröffentlichen. Die Wiederbelebung der Lyrik aus dem Geist des Volksliedes durch den Philosophen und Dichter Johann Gottfried von Herder und sein im Jahr 1778/79 erschienes Buch „Volkslieder“ führte zu einer breiten Strömung literarischen Schaffens, die das Märchen („Kinder und Hausmärchen“ der Gebrüder Grimm, 1812/15), das Volksbuch und das Volkslied („Des Knaben Wunderhorn“ von Clemens Brentano und Achim von Arnim, 1806) pflegte und der Idee der dichtenden Volksseele huldigte.

Wenn man auch heute nicht mehr von einer dichtenden Volksseele spricht, so gibt es doch zu Beginn des 21. Jahrhunderts ein breites dichterisches Schaffen, das sich durch alle Gesellschaftsschichten zieht. An die ganze Bandbreite und Vielfalt der Dichter wendet sich die „Frankfurter Bibliothek“. Alle Autoren, die Gedichte in deutscher Sprache schreiben, können sich mit einem Gedicht um Aufnahme in die große Lyrikanthologie bewerben. Die seit dem Jahr 2000 jährlich erscheinende „Frankfurter Bibliothek“ ist der romantischen Idee verpflichtet und beschreibt umfassend die lyrische Kultur unserer Gesellschaft. Der soziologische und wissenschaftliche Aspekt, der in der romantischen Idee von der dichtenden Volksseele enthalten ist und sich in den Bemühungen, Volkslyrik im Buch zu veröffentlichen, manifestierte, ist aktueller denn je.

Die „Frankfurter Bibliothek“ ist ein Werk zur Dokumentation deutscher Dichtung und eine Auslese deutschsprachiger Schriftsteller. Sie wird von der Deutschen Bibliothek als Nationalbibliothek Deutschlands nachgewiesen und ist in der Österreichischen Nationalbibliothek sowie in den Staatsbibliotheken zu Berlin, Hamburg und München, in der Schweizerischen Landesbibliothek, in der Französischen Nationalbibliothek und in der weltgrößten Bibliothek, der Library of Congress in Washington, eingestellt. Darüber hinaus ist sie auch ein Informationsmittel für Verlagslektoren, die sich über Autoren und ihre Beiträge zur Gegenwartsliteratur informieren wollen.

Jahrbuch für das neue Gedicht,
Frankfurter Bibliothek 2009
Brentano-Gesellschaft Frankfurt/M. mbH
1049 S.
ISBN: 978-3-933800-28-2

Beitrag von auf 17. Juli 2009. Abgelegt unter Literatur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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