Meine Blätterworte grünen auf im Weg zu Dir

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Die Schamanin des Wortes Stephanie Jans spürt in ihren „Blätterworten“ dem Lied der Liebe nach. Sie webt ihre verschlungenen Pfade in ihrer ersten lyrischen Symphonie in drei Sätze. Wie die Jahreszeiten der Liebe haben diese Sätze jeder eine eigene Klangfarbe zwischen Sehnsucht, Hoffnung und Sein.
Wie in der symphonischen Musik ist der mittlere Satz der langsamste und spricht von Melancholie und durchaus auch Verlust. Besonders macht diesen Satz eine Textcollage, die die Künstlerin mit ihrem Lebensgefährten Ingolf Heinemann gemeinsam spricht. Musik ist ebenfalls mit eingewoben in dieses Hohelied der Liebe, so daß für reichlich Abwechslung beim Hören gesorgt ist.
Die Wiederholung ist in diesem Werk wichtiges Gestaltungsmittel. Sie ermöglicht ein tieferes Eintauchen in die vielschichtige Bedeutung kleiner Wörter, mit dem die Heilerin im Gedicht einmal mehr Sehnsucht in Freude und Dank verwandelt.

Die Lyrikerin Stephanie Jans spielt gern mit der Macht der Wiederholung:
„Ich bin – gerade als Steinbock- und Drachenfrau – ein Mensch der prägnanten Kürze. Deshalb schreibe ich Gedichte und keine Romane. Und selbst meine Prosa ist lyrisch verdichtet, knapp. Da muß jedes Wort treffsicher sein, Überflüssiges wird gnadenlos ausgemerzt. Das führt dazu, daß meine Texte in meinen Augen irgendwann nicht nur fertig, sondern wie in Stein gemeißelt sind. Jedes Wort sagt das, was es meiner Meinung nach sagen soll.
Gleichzeitig spüre ich immer wieder Neid auf Musiker, die ein Stück covern und recovern können und so Neues aus Altem schaffen, ohne daß der Grundgedanke, das immer wiedererkennbare Grundmotiv, verloren geht. Das geht ja so weit, daß Beatles-Songs im Vivaldi-Stil neu erschaffen wurden, was mir persönlich einen irrsinnigen Spaß bereitet. Um nun den Widerspruch zwischen in Stein gemeißelten hart erarbeiteten Wortwerken und dieser herrlichen Spielfreude ein Stück weit aufzulösen, habe ich in meinen Lesungen lange mit Gedichtschichten und ihrem Verschieben experimentiert. Ein Ergebnis ist im zweiten Satz der „Blätterworte“ erlebbar, wo mein Lebensgefährte und ich einige Texte vortragen und diese sich schlußendlich zu einem neuen Wortteppich verweben. Derlei Spielerei reichte mir aber nicht – und deshalb habe ich nun, angelehnt an die Struktur dreisätziger Symphonien, meine erste lyrische Symphonie geschaffen. Bei der Konstruktion kam mir meine Erfahrung mit Text-Triptychen, in denen ich die Macht der Wiederholung ebenfalls erprobt habe, durchaus zugute.“
Audio-CD „Meine Blätterworte grünen auf im Weg zu Dir“, 42 min, ISBN 978-3-927639-32-4

Beitrag von auf 11. Oktober 2008. Abgelegt unter Literatur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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