NDR ?Kulturjournal?: Janosch will von Tigerente nichts mehr wissen

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„Scheiß-Tigerente! Ich halte die für Kitsch, ich hab die eigentlich aus Hohn da rein gemalt, weil da Platz war!“ sagte Janosch in einem seiner seltenen Interviews dem „Kulturjournal“ im NDR Fernsehen (Sendung: Montag, 19. April, 22.30 Uhr) anlässlich der Eröffnung seiner Ausstellung im Günter-Grass-Haus in Lübeck. Janosch hängen seine Tigerenten nach eigenen Angaben zum Hals heraus. Teil der Erklärung könnte sein, dass er vom Millionen-Umsatz nichts abbekommt, denn er hat die Rechte an der Tigerente nicht mehr. Das ärgert ihn. Wovon er dann lebt? „Von dem was blieb. Also ich habe sechs Prozent von dem gekriegt, was ich kriegen müsste, und das reicht für drei Leben, das ist genug.“ Jetzt sei er kein Kinderbuchautor mehr, da er nichts mehr damit verdienen könnte.

Auf seine Kindheit zurückblickend, sagte er, sie sei die Hölle gewesen. Beide Eltern seien Alkoholiker gewesen, er wurde oft verprügelt. Janosch: „Ich hab mit drei Jahren angefangen zu malen. Das war eine irre Geschichte: Da hatte mein Vater, der ja nie Bücher liest, der gar nicht weiß, was ein Buch ist, sich von irgendwem ein Buch geliehen, was er für Porno hielt. Da waren so kleine nackte Teufel drauf, und ich hab mit Kopierstift einen Busen drauf gemalt. Er hat mich fast totgeschlagen, weil das ein geliehenes Buch war, aber ich weiß nicht, woher ich einen Busen kannte.“

Von der Kunstakademie in München flog er. Begründung: unbegabt. Janosch: „Die hatten ja Recht. Ich bin nicht begabt, kein Talent. Ich musste mich immer besaufen, wenn ich was malen wollte. Als normaler Mensch konnte ich nicht zeichnen.“

Mit der katholischen Kirche hat er seit seiner Kindheit ein Problem. Janosch: „Also ich hatte einen Kumpel, mit dem war ich in einer Jesuitischen Jugendgruppe, und der ging mit einem Seelsorger nackt baden am See. Die sollten mal die Technik bekannt geben, mit der die Pfarrer das machen. Er hat ihm gesagt, das wäre nicht schlimm. Er hat ihm anschließend die Absolution erteilt.“ Hat er selbst in der katholischen Kirche mal solche Erfahrungen machen müssen? Janosch: „Nein, ich war zu jung, ich war erst 13, und da fing es gerade an ? und dann hörte es auf, weil dann die Russen das Land besetzten. Aber ich kam noch bis zur theoretischen Ausbildung.“

Im nächsten Jahr wird Janosch 80. Doch im Herzen ist er jung geblieben. „Wie ist denn Ihr gefühltes Alter?“ Janosch: „14, nein nein 19.“

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Beitrag von auf 19. April 2010. Abgelegt unter Kunst & Kultur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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