Neu: In Berchtesgaden eröffnet Europas erste Klettersteigschule

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Am 1. April eröffnet in Berchtesgaden die erste
Klettersteigschule Europas. Auf Übungsrouten am
Königssee können Einsteiger lernen, wie sie die
Herausforderungen in der Vertikalen am besten meistern.
„Dieses Angebot ist einmalig in Europa“, so Michael Graßl,
der Vorsitzende des Verbands der deutschen Bergführer,
auf dessen Initiative die Eröffnung der „1. Salewa
Klettersteigschule Berchtesgaden“ zurückgeht.

Klettersteige, die den Weg am Berg durch fest verankerte
Stahlseile und Trittbügel vorgeben und die man ohne
Seilpartner bewältigt, erfreuen sich wachsender Beliebtheit.
Seit den 1970-er Jahren, als der Prototyp des Klettersteigs
in den Dolomiten geboren wurde, öffnen jedes Jahr im
gesamten Alpenraum neue Steige. „Viele wissen nicht,
dass teilweise großes technisches Können vorausgesetzt
wird“, warnt Michael Graßl. „Wer als absoluter Laie
einsteigt, bringt sich schnell in ausweglose Situationen.“

In der „1. Salewa Klettersteigschule Berchtesgaden“
machen staatlich geprüfte Bergführer die Kursteilnehmer
innerhalb von sechs Stunden fit für die Herausforderungen
am Berg. Von Tipps zur Ausrüstung über Technik und Taktik
bis hin zu Bergung und Selbstrettung vermitteln die Profis
zentrale Grundlagen. Für die praktischen Module wurde am
Hanauerstein am Königssee eigens ein neuer
Übungsklettersteig angelegt, ein bereits vorhandener
moduliert. Der Klettersteigkurs eignet sich für Kinder ab
zehn Jahren bzw. ab 1,30 Meter Körpergröße und kostet 65
Euro, die Ausrüstung kann vor Ort geliehen werden. Wer
schnuppern möchte, zahlt 28 Euro für zweieinhalb Stunden
inklusive Leihausrüstung.

„Im Prinzip ist Klettersteiggehen nichts anderes als
Bergwandern für Fortgeschrittene – und zugleich eine
sinnvolle Vorbereitung aufs freie Klettern“, so Michael
Graßl. Eine gute Grundkondition, Trittsicherheit und
Schwindelfreiheit sind zentrale Voraussetzungen.

Nach dem Kurs am Königssee bietet sich für Newcomer der
Grünstein-Klettersteig an – der einfachste im
Berchtesgadener Land, der im vergangenen Jahr eröffnet
wurde. Besonders anfängerfreundlich ist der Einstieg über
den Isidorsteig, für Geübtere gibt’s eine Variante mit
höheren Schwierigkeitsgraden. Aber egal, für welchen Weg
man sich entscheidet: Die Aussicht auf Watzmann und
Königssee ist unvergleichlich.

An ihre Grenzen gehen können Gäste auf dem
Berchtesgadener Hochthronsteig, der durch die 400 Meter
hohe Untersberg-Ostwand führt. Fortgeschrittene schwärmen
von dieser Route, die vor drei Jahren als moderner
Sportklettersteig angelegt wurde. Sie beginnt oberhalb des
Ortes Marktschellenberg und ist überwiegend in den
höchsten Schwierigkeitsstufen angesiedelt. Bis zum
Anseilplatz auf 1580 Metern sind es allein zwei Stunden
Fußmarsch, für den Klettersteig an sich müssen noch
einmal zweieinhalb Stunden bis zum Gipfel kalkuliert
werden. Wer anschließend noch genügend Muße hat, sollte
auf dem Weg zurück ins Tal in der Eishöhle
Marktschellenberg vorbeischauen. Sie ist die größte ihrer
Art in Deutschland – mit bis zu 30 Meter dicken
Eisformationen, die innerhalb der letzten 3000 Jahre
entstanden sind. Da die Zivilisation drei Wanderstunden
entfernt ist, können sich Besucher hier auf ein exklusives
Besichtigungserlebnis freuen.

Zu den absoluten Highlights für versierte Alpinisten zählt
zudem der Pidinger Klettersteig, der an Technik und
Kondition gleichermaßen hohe Anforderungen stellt. Viele
fahren mit dem Mountainbike zur Einstiegsstelle auf 1020
Metern, atmen noch einmal tief durch – und starten dann
zu einem gut siebenstündigen Abenteuer mit schwierigen
Passagen in der Wand und mindestens ebenso
beeindruckenden Ausblicken ins Land. Der Steig führt durch
die imposanten Nordabstürze des Hochstaufens bis zum
Gipfel in 1771 Meter Höhe. Zwei Notausstiege gibt es,
einer davon ist in der Karte treffend als „Fluchtmöglichkeit
zum Normalweg“ gekennzeichnet.

Die Übungsklettersteige am Hanauerstein dagegen
kommen ohne Fluchtwege aus: „Die Wände sind nur 40
Meter hoch“, sagt Graßl, der auch Anfängern
Erfolgserlebnisse garantiert. Viele Tipps und Tricks, die er
und seine Kollegen in der ersten Klettersteigschule Europas
vermitteln, dienen übrigens dem Kräftesparen. „Je
anstrengender der Steig, desto wichtiger ist es, dass man
sich nicht unnötig auspowert und weiß, wo und wie man
zwischendurch neue Kräfte sammeln kann.“

Beitrag von auf 16. März 2010. Abgelegt unter Freizeit. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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