Politisches Sorgenkind und Publikumsliebling MüPa Budapest feierte Geburtstag

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Die Geburtstagsfeier des MüPa, Palast der Künste, war da eher die rühmliche Ausnahme; und die hat das stolze Gebäude des Architekten Gabor Zobaki, dass 2005 eingeweiht wurde, auch redlich verdient. „Als es geplant und endlich gebaut werden sollte, war sich die politische Landschaft in Budapest nicht sicher, ob ein derart voluminöses Mehrzweckhaus wirklich notwendig und bezahlbar sei“, so Kulturminister Istvan Hiller in einer unpolitisch Wahlkampf freien und seiner Herkunft als Historiker angemessenen prägnanten Festtagsansprache. Dabei bedurfte es in der Hauptstadt Ungarns unbedingt einer Konzerthalle mit zusätzlichem Festival- und Studiotheater, um dem Status einer europäischen Metropole und dem Image der Musikstadt Budapest gerecht zu werden. Die Liszt-Akademie war viel zu klein und dringend überholungsbedürftig, das Erkel-Theater schon lange nicht mehr bespielt, die Redoute seit ewig in Renovierung begriffen.

In direkter Nachbarschaft an der Donau zum ungarischen Nationaltheater, das eher eine riesige Cremetorte daherkommt, hatten endlich „Mut, Einsatzfreude und Weitsicht gesiegt, das MüPa entstehen zu lassen, ein Gebäude, das mittlerweile wegen seiner Architektur und seiner kulturellen Inhalte weit über die Landesgrenzen gepriesen tagtäglich die Zahl von Besuchern und Gästen anlockt, die notwendig sind, um die 1.500 Sitzplätze des Bela-Bartok-Konzertsaals zu füllen und das Haus auf einer ökonomisch ausreichenden Plattform zu wissen, “ so der Minister weiter

Dazu gehören zahlreiche ungarische Eigenproduktionen, die nach Europa verkauft werden, so wie jüngst die halbszenischen Wagneraufführungen. Von klassischer Musik bis zu Folklore, von Jazz bis Unterhaltungsmusik zeugt ein gut gemischter Kalender, erweitert durch kleiner Events, die im Festivaltheater mit rund 500 Plätzen eher zeitgenössischem Tenor und nicht dem Mainstream entsprechen müssen.
Ausstellungen in den weitläufigen Foyers, Treppenhäusern und großzügigen Nischen runden die Zahl der Darbietungen ab, die bereits über 5 Millionen Besucher angezogen haben. Dem angeschlossenen Ludwig Museum für zeitgenössische Kunst, das in Eigenregie weltweite Ausstellungsprojekt in die ungarische Hauptstadt bringt, ist ebenfalls zu verdanken, dass hier ein kulturtouristischer Magnet mit besonderer Anziehungskraft entstanden ist.

Zoltan Kocsis und das philharmonische Orchester des Hauses gaben mit Brahms und Bartok der Veranstaltung des musikalisch runden Beitrag, Laszlo Fassang führte mit einer Eigenkomposition die Symbiose der „Königin des MüPa, der mächtigen Orgel und ausgezeichneten Akustik zu Gehör.

„Die unterschiedlichsten politischen Couleurs haben an diesem Haus mitgewirkt, und auch die nachfolgenden Politiker können nicht anders, als stolz auf das MüPa zu sein und die notwendigen finanziellen Kultursubventionen loszueisen“, bemerkte Hiller sehr richtig. Und da kam die Geburtstagsfeier des Hauses, in dem sich die ungarische und Welt-Elite der Musik ein Stelldichein geben, direkt vor den Wahlen genau richtig. Und um dem Stolz gebührend Ausdruck zu verleihen wurde die Leitung jeder Abteilung des Hauses mit einem stattlichen Orden versehen. Auch diesen kann keine nachfolgende politische Partei mehr nehmen. Dass vor allem der Architekt ausgezeichnet wurde, mag ihn versöhnen, der durch einer Wüste von Unsicherheit und Ablehnung schreiten musste, bis endlich ihm und dem exzeptionellen Haus der Budapester und der Ungarn Erfolg bescheinigt wurde. Und so mag man sich auf den nächsten runden Geburtstag des Budapest MüPa freuen.

Weitere Infos www.mupa.hu

Beitrag von auf 17. März 2010. Abgelegt unter Klassische Musik. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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