Quod erat demonstrandum – Was zu beweisen war.

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Zu beweisen war, dass keiner der Spezies Mensch unfehlbar ist. Weder die Vertreter des gemeinen Volks, noch diejenigen, die Kraft ihres Amtes oder ihrer Position in der Wirtschaft ab und zu der Allmachtsfantasie verfallen. In der vierten Episode über die Kollegen der K 1, der Leipziger Kripo, werden vier Herren der feinen Gesellschaft von einem Irren gejagt. Der hält sich für den Grafen von Monte Christo und sitzt in der geschlossenen Anstalt Rösen. Gab es tatsächlich eine Intrige? Kriminaloberkommissar Holger Hinrich und seine Kollegen sind auf der Suche nach der Wahrheit. Doch die versteckt sich im Leipziger Sumpf.

Im Laufe der Handlung wird auf den Sohn von Kriminalassistent Engler ein Anschlag verübt. Ab jetzt ahnen die Kollegen, dass der Feind auch in den eigenen Reihen steht. Wahrheit und Lüge vermischen sich. Unbeweisbares zu beweisen erfordert besondere Maßnahmen. Spannung ist garantiert.
Normalerweise gibt es zwei Gute und einen Bösen. Jemand wird kaltblütig ermordet. Alle verdächtigen den Bösen. Und ganz, ganz am Ende stellt es sich heraus. Der Böse war es nicht, sondern einer der Guten. Genau so ist es bei Hemmanns Krimis nicht. „Ich wollte über den Leipziger Sumpf schreiben“, so der ambitionierte Autor aus der Messestadt an der Pleisse, „aber mir wurde aus Sicherheitsgründen davon abgeraten. Darum ging ich weg vom vielleicht Realen und baute mir eine fiktive Geschichte mit meinen ohnehin inzwischen ganz gut bekannten Protagonisten auf.“
Der Autor, Tino Hemmann, ist überzeugt davon, dass sein Krimi im Vergleich zur Wirklichkeit eher harmlos daher kommt. Im Buch wird ein gutmütiger Familienvater, dessen Frau und Kind bei einem Verkehrsunfall getötet wurden, auf mysteriöse Weise zum Mörder. Eben an Frau und Kind. Die zunächst Tatverdächtigen – aus bürgerlichem Hause stammend und hohe gesellschaftliche oder wirtschaftliche Positionen innehabend – genießen hingegen ihre Freiheit. Eine Monte-Christo-Geschichte der Gegenwart. Zehn Jahre später werden die damals wirklich Schuldigen aus den festen gesellschaftlichen Ankern gehoben. Kindesmisshandlung, Mord und andere Schandtaten führen Kommissar Hinrich, Chef der K1, auf deren Spur. Undurchsichtig ist die Sache, denn der damals Verurteilte sitzt als armer Irrer in der geschlossenen Anstalt Rösen, kommt als Drahtzieher der Intrige nicht in Frage. Vielleicht aber sind die feinen Herren Verbrecher? Was ist wahr? Was ist gestellt? Als dann Attacken auf Familienangehörige der Kripobeamten verübt werden, geht es richtig an die Nieren.
Hemmanns Krimis sind keine schnelllösbaren Fälle, wenn es denn überhaupt einmal ein Happyend gibt. Nach „Nomenclatura“, „Dialog“ und „Vogelgrippe“ veröffentlicht der Autor bereits den vierten Leipzig-Krimi. Bekannt wurde Hemmann allerdings durch seinen bedrückenden Kinder-Euthanasie-Roman „Hugo. Der unwerte Schatz“.

Tino Hemmann; „quod erat demonstrandum“. Krimi; ISBN 978-3-86703-939-0; 1. Auflage Oktober 2008, Engelsdorfer Verlag; deutsch; Taschenbuch, Format: 19×12; 260 Seiten; 10,00 EUR
www.tino-hemmann.de

Kerstin Rost (Ansprechpartner auch für Rezensionsexemplare)

Beitrag von auf 26. Juni 2009. Abgelegt unter Kunst & Kultur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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