„secret areas“ – Spuren aus dem Raum

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„secret areas“ heißt die neue Fotoserie und Kunstedition des Fotografen und Fotokünstlers Marc Trautmann. Als Fortsetzung seiner Motivreihe „off the radar“, die er im Jahre 2006 auf dem Mojave Airport zwischen Los Angeles und Las Vegas (USA) fotografierte und als Ausstellung im vergangenen Jahr realisierte, zog es ihn 2008 erneut in die kalifornische Wüste – mit überraschenden Motiven.
Trautmanns „secret areas“ könnten Szenen aus Kubricks Endzeitsaga „2001: Odyssee im Weltraum“ oder Lukas“ Weltraumabenteuers „Star Wars“ entnommen sein, findet der Frankfurter doch offensichtlich Spuren vergangener Weltraumprojekte in der Wüste Nevadas.
Die Lektüre von „L“écran du desert“ (deutsche Übersetzung: „Krieg und Fernsehen“) des zeitgenössischen französischen Philosophen Paul Virilio inspirierte Trautmann zu seiner aktuellen Foto-Edition. Virilio“s Assoziationen liegen scheinbar über diesen Bildern, und es drängt sich dem Betrachter die Frage auf, ob diese sichtbaren Objekte aus der Zukunft oder der Vergangenheit, aus der Traumfabrik oder der Realität stammen. Virilio beschreibt in seinem Buch die Phase des „immateriellen Krieges der Wahrnehmung“ als den Moment, in dem „das Schussfeld zum Drehort und das Schlachtfeld zum Filmset“ wird. Virilio als auch Dziga Vertov, ein sowjetischer Filmemacher („Das bewaffnete Auge“), konstatieren eine parallele Entwicklung der Verfeinerung des Kameraauges und die Veränderung der Kriegsführung mit „sehenden Waffen“, die von Kampffliegern aus gleichzeitig schießen und den Feind beobachten können. „Keine Waffe funktioniert ohne Mystifikation und so können Film und Fotografie, wenn sie technische und psychologische Überraschungen hervorrufen, selbst zum Teil des Krieges, also zur Waffe werden“, zitiert Trautmann den französischen Philosophen.
„secret areas“ lautete auch die offizielle Bezeichnung für „Sperrgebiete, in denen die US Air Force in den Tagen des Kalten Krieges geheime Weltraumprogramme zur militärischen Nutzung entwickelte. Im Zeitalter der „Theaterwaffen“, also der Inszenierung und Vortäuschung der eigenen Schlagkraft, sollten Ende der 60er Jahre im Rahmen des geheimen Mondflugprogramms „Lunex“ Raumschiffe in Anlehnung an die Ästhetik der Science Fiction-Filme Hollywoods als atomare Erstschlagwaffen ins All fliegen.
Die neue Foto-Edition von Marc Trautmann enthält sieben Motive, die in zwei Auflagen erscheint:
– maximal drei handsignierte Exemplare je Motiv in den Maßen 220 x 79 cm
– maximal 50 Exemplare je Motiv in den Maßen 100 x 36 cm
Weitere Fotoarbeiten von Marc Trautmann sind in der Online-Fotogalerie „Blanc Cube“ unter www.shotboutique.com zu sehen.

Beitrag von auf 5. August 2009. Abgelegt unter Kunst & Kultur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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