Skeptischer Journalist trifft modernen Heiligen

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„Ich hatte mich nie in meinem Leben vor jemandem verbeugt“, beschreibt François Gautier seine kritische Haltung bei der ersten Begegnung mit Sri Sri Ravi Shankar. Gesundheitliche Probleme haben den Reporter der französischen Tageszeitung Le Figaro nach Bangalore (Indien) geführt, wo er auf Anraten von Freunden den „Art of Living“-Kurs ausprobiert. Die yogischen Atemtechniken, die Sudarshan Kriya, die er hier lernt, verändern sein Lebensgefühl von Grund auf. Auf körperlicher und seelischer Ebene wird er von einem nie gekannten Glücksgefühl erfüllt. Neugierig geworden sucht er die Nähe zum Erfinder dieser inzwischen weltweit erfolgreichen Kurse.

Seelenfrieden kann der Mensch nur finden, wenn er gesund ist und Stress bewältigen kann, glaubt Sri Sri Ravi Shankar. Seine humanitäre Organisation hat Projekte in mehr als 150 Ländern initiiert. Mit verblüffendem Erfolg setzt er Sudarshan Kriya – ein tiefgreifender Atemprozess – in Gefängnissen, in der Jugendarbeit und zur Traumaheilung in Kriegsgebieten ein. Im Kosovo, im Irak oder nach dem Tsunami oder Hurrikan Katrina spenden Sri Sri und seine Organisation Nahrung, Medikamente und Trost.

Wer ist dieser Mann? Diese Frage lässt den Journalisten fortan über viele Monate nicht mehr los. Ravi Shankar, ein Prophet des Friedens, den viele spirituell Suchende in einem Atemzug mit dem Dalai Lama und Mutter Teresa nennen, ist seit seiner Nominierung für den Friedensnobelpreis 2005 auch im Westen populär. Bei seinen Recherchen über den Werdegang des indischen Meisters und in Gesprächen mit Familie und Umfeld versucht François Gautier hinter den Menschen und seine Mission zu blicken.

Die Suche nach der Banane

Gautier begleitet den spirituellen Leher „mit dem unerschütterlichen Lächeln eines Kindes“, der vor Parlamenten und der UNO eine Rückkehr zu menschlichen Werten fordert. Werten wie Freundlichkeit und Mitgefühl, die, wie der Erleuchtete betont, die Basis aller Religionen der Welt sind. Glaubenskonflikte und Fanatismus entstünden nur dort, wo die Menschheit sich auf äußerliche Unterschiede konzentriere. „Ohne Gebet und Meditation – die spirituellen Aspekte des Lebens – wird Religion nur zu einer leeren Hülle. Ich sage oft: Religion ist die Bananenschale und Spiritualität die Banane. Das Elend in der Welt ist entstanden, weil wir die Banane wegwerfen und an der leeren Schale festhalten! – Wir müssen also den spirituellen Aspekt unseres Lebens stärken“, sagt Sri Sri Ravi Shankar.

Statt Ravi Shankar als kindlichen Narren zu entlarven, kapituliert der Autor allmählich vor der magnetischen Anziehungskraft des Weisen aus Bangalore, der sagt: „Erweitert Eure Sichtweise, denn die ganze Welt gehört Euch.“

Im zweiten Teil des Buches kommt neben wissenschaftlichen Studien über die Wirksamkeit von „Sudarshan Kriya“ auch Sri Sri Ravi Shankar selbst ausführlich zu Wort, sodass der Leser sich sein eigenes Urteil über der Vision des „Guru of Joy“ bilden kann.

Ein inspirierendes Buch, das die Frage aufwirft, ob es nicht zu allen Zeiten auf allen Kontinenten unabhängig von Kultur und Religion göttliche Heilige gegeben hat – und weiterhin gibt.

François Gautier
Der 1950 in Paris geborene Indien-Experte erhielt 2003 für seine journalistische Arbeit eine Auszeichnung. Vor seiner Begegnung mit Sri Sri Ravi Shankar arbeitete der Autor fünfzehn Jahre lang als politischer Indien- und Südasienkorrespondent. Gautier ist mit einer Inderin verheiratet.

Titel: The Guru of Joy – Sri Sri Ravi Shankar & Die Kunst des Lebens
Autor: François Gautier
ISBN: 978-3-937883-21-2

Beitrag von auf 1. Februar 2009. Abgelegt unter Literatur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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