Symphonieorchester Vorarlberg: Musik und Macht Thema beim Abokonzert 6

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Der Salzburger Violinist Schmid ist für sein großes Repertoire international bekannt. Foto: Salomon
 

Anlässlich der 80. Wiederkehr des sogenannten Anschlusses Österreichs an Nazi-Deutschland thematisiert das Symphonieorchester Vorarlberg die Instrumentalisierung von Musik durch den Faschismus. Zur Aufführung kommen mit Werken von Franz Liszt, Richard Wagner, Erich Wolfgang Korngold und Paul Hindemith je zwei missbrauchte und zwei verfemte Kompositionen. Dirigent an beiden Abenden und letztmalig als SOV-Chefdirigent in einem Abo-Konzert am Pult ist Gérard Korsten. Als Solist steht der Geiger Benjamin Schmid auf der Bühne.

„Musik soll auch Anlass zur kritischen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit sein“, erklärt SOV-Geschäftsführer Thomas Heißbauer das Motto des Konzerts: „Auf dem Programm stehen für Propagandazwecke genutzte Stücke und solche, die als entartet galten oder nicht gespielt werden durften, weil sie von jüdischen Komponisten stammen.“

Vereinnahmt und…
Am Beginn des Abends steht Franz Liszts symphonische Dichtung „Les Préludes“ Das Hauptthema seiner fulminanten Tondichtung wurde im Zweiten Weltkrieg als Erkennungsmelodie in den Wochenschauen und im Rundfunk verwendet.
Richard Wagner waren Nationalismus und Antisemitismus keineswegs fremd, aber seine mitreißende Ouvertüre zu den „Meistersingern“ wurde von den Nationalsozialisten regelrecht vereinnahmt und bei den Reichsparteitagen in Nürnberg aufgeführt.

…verfemt
Die Musik von Erich Wolfgang Korngold dagegen galt den Nazis nicht als „entartet“ im ästhetischen Sinn. Ihr Komponist gehörte aber zur „falschen Rasse“. Solist des Violinkonzerts von Korngold ist der Salzburger Benjamin Schmid. Der Künstler hat bereits mehrfach erfolgreich mit dem Symphonieorchester Vorarlberg zusammengearbeitet und gilt als international führender Interpret dieser melodienseligen Werke voller Klangfarben.

Im Finale kommt das Werk eines Komponisten zur Aufführung, der aus weltanschaulichen Gründen emigrieren musste: Paul Hindemiths in den 1930er Jahren geschriebene Symphonie „Mathis der Maler“ wurde inspiriert vom Leben von Matthias Grünewald und handelt vom Verhältnis von Kunst und Macht.

Abschiedskonzert
Das letzte Konzert der Saison ist zugleich das Abschiedskonzert von Gérard Korsten als Chefdirigent. Der gebürtige Südafrikaner leitete das SOV seit 2005 mit viel Engagement und großem künstlerischen Verständnis. „Mit seiner unbändigen Energie und Persönlichkeit hat er dem Orchester wichtige künstlerische Impulse gegeben“, betont Thomas Heißbauer. „Ich freue mich, dass Gérard Korsten dem Orchester nach dieser langen Zeit und über 170 Konzerten auch in Zukunft eng verbunden bleibt und bestimmt wieder in Vorarlberg zu sehen und zu hören sein wird“, sagt Heißbauer. Im Anschluss an die beiden Konzerte findet die offizielle Verabschiedung von Gérard Korsten statt.

Mit der Bitte um Aufnahme in den Terminkalender:

Konzert 6
Samstag, 26. Mai 2018, 19.30 Uhr, Montforthaus Feldkirch
Sonntag, 27. Mai 2018, 19.30 Uhr, Festspielhaus Bregenz

Gérard Korsten | Dirigent
Benjamin Schmid | Violine

„Missbraucht – Verfemt“

Franz Liszt: Les Préludes
Erich Wolfgang Korngold: Violinkonzert op. 35 D-Dur
Richard Wagner: Ouvertüre „Die Meistersinger von Nürnberg“
Paul Hindemith: Symphonie „Mathis der Maler“

Beitrag von auf 8. Mai 2018. Abgelegt unter Klassische Musik, Vermischtes. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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