Systemgastronomie „schmeckt“ Azubis auch in der Krise

Abgelegt unter: Hotel & Gaststätten |


Mit System erfolgreich sind hierzulande die bekannten Fastfood-Ketten, große Fullservice-Restaurants, die stark frequentierten Lokale der Handels- und Verkehrsgastronomie oder die angesagten Betriebe im jungen Segment der Freizeit- und Erlebnisgastronomie. In der unter dem Dach der Systemgastronomie agierenden Branche sind weit über 100.000 Mitarbeiter beschäftigt; darunter etwa 7.000 Auszubildende zum Fachmann oder zur Fachfrau für Systemgastronomie. Das Profil dieses 1998 eingeführten Ausbildungsberufes ist so vielfältig wie die Betriebe und deren Konzepte. Und es scheint zunehmend attraktiver für junge Berufssuchende beiderlei Geschlechts zu sein. Fast überall zeigten sich 2008 bereits Auswirkungen rückläufiger Schulabgängerzahlen. Die Systemgastronomie war davon nicht betroffen. Im Gegenteil – die Azubi-Zahlen wuchsen 2008 zweistellig auf 12 Prozent! Kein Wunder, denn 84 Prozent der von der DEHOGA, dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband, befragten Lehrlinge schätzen ihre Berufsaussichten nach Abschluss der Ausbildung als „gut“ beziehungsweise „sehr gut“ ein. Diese Einschätzung trügt nicht und Ausbildungsergebnisse sowie Übernahmequoten sind im Vergleich zu anderen Berufen überdurchschnittlich hoch.

Dass die Karriere in der Systemgastronomie für engagierte junge Menschen deutlich schneller verlaufen kann als anderswo, zeigt der Werdegang von Nicole Noack: Die heute 24-jährige Berlinerin begann nach dem Fachabitur 2004 eine Ausbildung zur Fachfrau für Systemgastronomie in einem der 40 „Alex“ Ganztages-Kneipencafés, die die Mitchells & Butlers-Gruppe hierzulande in 34 Städten im faszinierenden Teilsegment der Freizeitgastronomie betreibt. Heute ist sie bereits stellvertretende Betriebsleiterin im bei Touristen und Berlinern gleichermaßen angesagten „Alex“ am Alexanderplatz. Im Wechsel und in Zusammenarbeit mit dem Betriebsleiter wacht sie damit über 230 Innen- und 220 Außenplätze, begrüßt täglich durchschnittlich 530 Gäste und koordiniert in Spitzenzeiten bis zu 40 MitarbeiterInnen.

So schnell kann es auf der Karriereleiter vorwärts gehen! Vor allem dann, wenn der im offiziellen Lehrplan vorgesehene Ausbildungsweg durch zusätzliche, betriebsinterne Förder- und Ausbildungsprogramme ergänzt und unterstützt wird. Die „Alex“-Azubis beispielsweise besuchen kontinuierlich ihre unternehmenseigene „The Academy“. In dieser Trainings-Akademie vertiefen Praktiker aus den einzelnen gastronomischen und kaufmännischen Disziplinen zusätzliche Ausbildungsinhalte und verstärken so die berufliche Kompetenz der Lernenden. Für Bernd Riegger, der als Geschäftsführer die hiesigen „Alex“-Betriebe steuert, sind die damit verbundenen beträchtlichen Aufwendungen „Investitionen in unsere gemeinsame Zukunft, an die wir trotz der gegenwärtigen Wirtschaftslage voll glauben. Aus diesem Grund wollen und werden wir auch unser Ausbildungsplatzangebot nicht zurückschrauben.“ Die Nachfrage ist gerade auch bei „Alex“ groß, weil das Gastrounternehmen mit Betrieben in 34 deutschen Städten nahezu flächendeckend präsent ist.

Was die Ausbildung in der Systemgastronomie so beliebt macht? Für die Insider und Branchenanalytiker ist es vor allem die facettenreiche Umsetzung eines weitgehend standardisierten und multiplizierbaren Betriebskonzeptes, das dennoch viele Freiräume individueller Gestaltung lässt. Letztere zeigt sich vor allem im Umgang mit den Gästen. Nirgendwo wird Dienstleistung in der Gastronomie mehr „gelebt“ als in der Systemgastronomie. Verständlich daher, dass für den Systemgastronomen im abwechslungsreichem Alltag und im täglichen Umgang mit anderen Menschen ein besonderer Reiz liegt.

Hier setzt denn auch das Profil und Berufsbild “Fachmann/-frau für Systemgastronomie“ an, das auf eine Verbindung kaufmännischen Wissens mit praktischer Dienstleistungskompetenz setzt. Ein mittlerer Schulabschluss oder Abitur sind als Einstieg in diesen Lehrberuf ebenso von Vorteil wie entsprechende Englischkenntnisse. Die Ausbildungsdauer – mit Blockunterricht in der Berufsschule – beträgt drei Jahre (eine Verkürzung ist möglich). Auf dem Lehrplan der Azubis stehen neben dem klassischen Service und der Warenkunde vor allem auch kaufmännische Inhalte, wie z.B. Organisation von Arbeitsabläufen, Planung des Personaleinsatzes und Bearbeitung von Personalvorgängen, Durchführung von Kostenkontrollen, Auswertung betrieblicher Kennzahlen, Werbung und Verkaufsförderung, Büroorganisation und -kommunikation oder Recht. Das bedeutet jede Menge Abwechslung und immer wieder viel „Action“ in der täglichen Praxis. Vor und hinter den Kulissen. Gerade aber dies ist der Grund, warum die Systemgastronomie den Azubis so gut „schmeckt“…

Den Appetit auf eine Ausbildung kann man sich bei „Alex“ übrigens auch während einer zweiwöchigen Schnupperlehre holen, die in nahezu allen 40 Betrieben angeboten wird. Weitere Infos dazu und über die Ausbildungsmöglichkeiten gibt es in der Alex-Zentrale (Tel.: 0611-1605-98), über www.alexgastro.de oder über den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA (www.dehoga.de oder www.gast-star.de) und die Agenturen für Arbeit.

Beitrag von auf 6. Mai 2009. Abgelegt unter Hotel & Gaststätten. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.




Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de TopBlogs.de das Original - Blogverzeichnis | Blog Top Liste