Tag der Apotheke: Herausforderungen der Arzneimittelversorgung für Patienten annehmen (FOTO)

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Die mehr als 20.000 Apotheken in Deutschland nehmen die
demografischen, pharmazeutischen und sozialökonomischen
Herausforderungen des Gesundheitswesens an, um ihre täglich 3,6
Millionen Patienten auch in Zukunft gut mit Arzneimitteln zu
versorgen. Ob Nacht- und Notdienst, Polymedikation oder Rezepturen –
zur erfolgreichen Bewältigung dieser Herausforderungen braucht es
gesetzgeberische Planungssicherheit, einen intensiven Patientenbezug
und vernünftige Steuerungsimpulse in der Gesetzlichen
Krankenversicherung (GKV). So lautet das Ergebnis einer
Bestandsaufnahme der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher
Apothekerverbände vor dem morgigen Tag der Apotheke, der auf das
breite Leistungsspektrum pharmazeutischer Dienstleistungen vor Ort
hinweist. Dabei stützt sich die Berufsorganisation auf die Datenbasis
der heute neu herausgegebenen Statistikbroschüre „Die Apotheke 2016:
Zahlen, Daten, Fakten“.

„Die Apotheken stehen zu ihrem gesetzlichen Auftrag, die
Arzneimittelversorgung der Bevölkerung jederzeit sicherzustellen.
Eine halbe Million Nacht- und Notdienste jedes Jahr verdeutlichen das
Engagement und Verantwortungsbewusstsein des Berufsstandes“, sagte
ABDA-Hauptgeschäftsführer Dr. Sebastian Schmitz auf der heutigen
Pressekonferenz in Berlin. „Aber wir müssen uns mit den Konsequenzen
der demografischen Entwicklung auseinandersetzen, die auch beim
Fachpersonal in den Apotheken spürbar werden. Und wir müssen uns den
Herausforderungen der Polymedikation – also der dauerhaften Einnahme
mehrerer Medikamente – stellen. Wechselwirkungen können hier die
Lebensqualität von Millionen von Menschen beeinträchtigen.“ Darüber
hinaus hob Schmitz bestimmte Versorgungsbereiche als besonders
relevant hervor: „Mit mehr als 7 Millionen individuell angefertigten
Rezepturen im Jahr schließen Apotheken Versorgungslücken bei
Fertigarzneimitteln. Gerade für Kinder und ältere Menschen ist das
besonders wichtig. Entscheidend ist auch die Versorgung mit
Betäubungsmitteln, also z.B. stark wirkenden Schmerzmitteln, für die
es jährlich über 11 Millionen Verordnungen gibt. Der Sicherheits- und
Dokumentationsaufwand ist bei diesen Präparaten für die Apotheke sehr
groß.“

ABDA-Präsident Friedemann Schmidt appellierte auf der
Pressekonferenz zum Tag der Apotheke an die Politik: „Um die
Herausforderungen zu meistern, vor denen wir Apotheker gemeinsam mit
unseren Patienten stehen, brauchen wir mehr Planungssicherheit von
der Politik – regulatorisch genauso wie wirtschaftlich und fachlich.
Das betrifft ganz unterschiedliche Punkte.“ Schmidt erklärte im
Detail: „Um die Versorgungsanforderungen der Zukunft zu stemmen,
brauchen wir zum einen ein klares Bekenntnis von Politik und
Gesellschaft zur öffentlichen Präsenzapotheke, zum anderen aber auch
eine regelmäßige Überprüfung der Vergütung nach einer verlässlichen
Methodik. Um die Risiken von Polymedikation zu minimieren, ist die
fachliche Einbindung des Apothekers beim Erstellen von elektronischen
Medikationsplänen ab 2018 unerlässlich. Bei den versorgungswichtigen
und erklärungsbedürftigen Rezepturarzneimitteln muss es wie bei
Fertigarzneimitteln endlich auch ein Honorar für die Abgabe und
Beratung geben. Und der Mehraufwand beim Umgang mit Betäubungsmitteln
muss nach fast vierzig Jahren Stillstand endlich angepasst werden.
Wir brauchen zudem Rechtssicherheit für Dienstleistungsverträge mit
Krankenkassen. Und das Vorsorgepotenzial der Apotheken, z.B. durch
Impfpass- oder Diabetes-Checks, kann erst zum Tragen kommen, wenn sie
in den Präventionsleitfaden der gesetzlichen Krankenkassen
aufgenommen werden.“ Schmidt schlussfolgerte: „Unsere Forderungsliste
ist nicht kurz. Aber mit dem Perspektivpapier ‚Apotheke 2030‘ haben
die Apotheker eine fundierte Vorlage für die Zukunft der
Arzneimittelversorgung erarbeitet. Nun sollten Staat und Politik die
Ideen aufgreifen, mit uns diskutieren und schließlich auch umsetzen.“

Zum Hintergrund: Der Tag der Apotheke wird seit 1998 alljährlich
von der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände
ausgerufen. Ab diesem Jahr findet er immer am 7. Juni statt. Ziel des
bundesweiten Aktionstages ist es, auf das breite Spektrum der
pharmazeutischen Dienstleistungen in den Apotheken aufmerksam zu
machen. Die Apotheken vor Ort können sich dabei mit lokalen
Aktivitäten auf regionale Themen und Anlässe beziehen. Im Rahmen der
Imagekampagne „Näher am Patienten“ beteiligen sich mehr als 5.000
Apotheken am sechswöchigen Aktionszeitraum, der im Tag der Apotheke
am 7. Juni 2016 seinen Höhepunkt findet. Die Kampagnenmotive sind
darüber hinaus in Bahnhöfen und Bussen, auf Litfaßsäulen und in
Lesezirkelzeitschriften zu finden. Mehrere Radio- und Kinospots
zeigen den Comedian Bernhard Hoëcker in unorthodoxen
Beratungssituationen in der Apotheke.

Mehr Informationen unter www.abda.de und
www.wir-sind-ihre-apotheken.de

Pressekontakt:
Ansprechpartner:
Dr. Reiner Kern, Pressesprecher, 030 40004-132, presse@abda.de
Christian Splett, Pressereferent, 030 40004-137, c.splett@abda.de

Beitrag von auf 6. Juni 2016. Abgelegt unter Gesundheit, Vermischtes. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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