Talent war gestern – Nur wer was tut, wird gut

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Hamburg, 7. Januar 2010. Talent galt bislang als das Geheimrezept für Erfolg und Ruhm. Talent hat etwas Magisches und die Suche nach dem Supertalent lockt regelmäßig Millionen Menschen vor den Fernseher. Talent macht neidisch, vor allem, wenn man es nicht hat. Leider kann man es sich weder verdienen noch käuflich erwerben. Man hat es – und das große Los gezogen – oder man hat es eben nicht, und bleibt im besten Fall mittelmäßig und im schlimmsten Fall glück- und erfolglos. Der Glauben an das Talent und Genie hat lange Zeit unser Denken beherrscht: Man denke nur an Goethe, Mozart und Van Gogh. Nun ist dieser Glaube von Wissenschaftlern erschüttert worden.

Laut einer Studie der Berliner Universität der Künste gibt es nämlich weder ein „Talent-Gen“ noch sonst irgendwelche Hinweise, dass außergewöhnliches Können etwas Angeborenes ist. Wissenschaftler haben in Untersuchungen an verschiedenen Probanden herausgefunden, dass die Besten ihres Faches einfach wesentlich mehr Zeit investiert hatten. Mit anderen Worten: Wer besser als die anderen ist, hat einfach mehr geübt.

Das eröffnet jetzt ganz neue Dimensionen, vor allem für kreative Menschen. Denn auch wer nicht als „hochbegabt“ gilt, kann in seiner Disziplin durchaus erfolgreich sein. Hauptsache er oder sie bringt Motivation, Ausdauer und die Bereitschaft, kontinuierlich zu trainieren, mit. Diese Philosophie, dass nicht nur Talent, sondern vor allem systematisches Training wichtig ist, wird an der Hamburger Akademie für Fernstudien bereits seit 40 Jahren gelehrt. Und fernab des Medienrummels um das Supertalent ist es zahlreichen Menschen hier schon gelungen, sich mit einem kreativen Fernlehrgang ihren eigenen künstlerischen Weg zu bahnen.

Von der Kauffrau zur ‚Auftragsmörderin’
Die Autorin Ingrid Schmitz ist eine von ihnen. Die Speditionskauffrau aus Krefeld hatte an der Hamburger Akademie das kreative Schreiben studiert und darüber ihre große Leidenschaft für Mord und Totschlag – zumindest auf dem Papier – wieder entdeckt. Vor einigen Jahren hatte sie einen mutigen Entschluss gefasst: Sie hängte ihren Beruf an den Nagel, um sich voll und ganz ihrer Liebe, dem Schreiben von Krimis, zu widmen. Inzwischen hat sie sich mit ausgeklügelten Krimis einen Namen gemacht, ist Herausgeberin von Anthologien und war 2009 Jury-Mitglied des renommierten Glauser-Debüt-Preises. Wovon viele träumen, ist ihr gelungen: Schreiben ist ihr Brotberuf geworden. Sie selbst sieht das eher pragmatisch: „Ich schreibe jeden Tag, mindestens 5 Stunden mit großer Leidenschaft. Ich glaube, das ist ein Teil meines Erfolgs“, so Schmitz.

Die Kreativität lieber ‚im Abseits’ entfalten
Für viele Bereiche wie das kreative Schreiben ist ein Fernstudium geradezu prädestiniert. Schreiben kann man ja bekanntlich am besten in den eigenen vier Wänden. „Viele kreative Menschen können sich schlecht unter dem Diktat fester Kurszeiten und unter dem Beobachtungsdruck einer Gruppe entfalten“, bestätigt Anno Stockem, Geschäftsführer der Hamburger Akademie. „Für sie ist der private, geschützte Raum, wie ihn ein Fernstudium bietet, natürlich ideal.“ Ein weiterer Vorteil: Man ist zeitlich und räumlich unabhängig. Der Studienleiter fragt nicht danach, ob die eingeschickte Geschichte auf einer Zugfahrt, während eines Aufenthalts auf einer einsamen Insel oder nach einer durchfeierten Nacht entstanden ist. Dennoch ist ein künstlerisches Fernstudium kein „Ticket in die Einsamkeit“, denn jeder Teilnehmer kann seinen Studienleiter anrufen, ihm bei Fragen E-Mails oder einen Brief schicken und sich mit anderen austauschen.

Alles ist möglich – auch der Traum vom Berufsmaler
Im Gegensatz zum Schreiben erscheint Malen und Zeichnen per Fernstudium auf den ersten Blick als ungewöhnliche Methode. Doch der Schein trügt. Die „Kreative Malschule“ der Hamburger Akademie hat den größten Zulauf unter den Kreativ-Lehrgängen. Anders als bei anderen Fernlehrgängen, schickt der Teilnehmer nicht einen Text ein, sondern mehrere Bilder, die der Studienleiter mit klaren Hinweisen und Korrekturzeichnungen kommentiert. Dazu benötigt der Studienleiter viel Präzision und Fingerspitzengefühl, um seine Malschüler anzuleiten, bestätigt Wilfried Meinhardt, der den Lehrgang betreut. Er ist selbst freischaffender Maler, hat früher im Präsenzunterricht Kunst gelehrt und die Erfahrung gemacht, dass viele Teilnehmer ihre alte Leidenschaft im Fernunterricht nachholen oder auffrischen.

So wie die Malerin Anita Guske: Durch eine Anzeige in einer Zeitschrift wurde Anita Guske auf den Malkurs per Fernstudium an der Hamburger Akademie aufmerksam. Sie beschloss daraufhin, ihre seit Kindertagen bestehende Leidenschaft fürs Malen wiederzubeleben. In der DDR aufgewachsen, wurde der Baustoffverfahrenstechnikerin das angestrebte Zweitstudium der Malerei verweigert. Nach dem Motto „besser spät als nie“ holte das die heute 59-Jährige an der Hamburger Akademie für Fernstudien nach. 2002 hat sie sich als freie Künstlerin selbstständig gemacht. Sie betreibt heute ein eigenes Atelier, gibt Malkurse und stellt regelmäßig aus. In Fachkreisen hat sie sich einen Namen als Künstlerin gemacht.

Auf einen ganz anderen künstlerischen Werdegang blickt Alina Steinhörster, 40, aus Brunsbüttel: Schon bevor sie sich bei der Hamburger Akademie einschrieb, hatte die gebürtige Russin in St. Petersburg Kunst und Geschichte studiert. 2005 begann sie zusätzlich ihr Fernstudium „Werbegrafik und Design“ an der Hamburger Akademie. Was hat sie bewogen, Design im Fernstudium zu studieren? „Ich wollte mich einfach weiterentwickeln und meine Qualifikationen ausweiten“, sagt Alina Steinhörster. Sie betreibt ein eigenes Maleratelier, malt und verkauft romantische Bilder im nostalgischen Stil, unterrichtet Malerei und ist Mitglied im Berufsverband bildender Künstler.

Doch nicht nur der Drang zu schreiben und zu malen zieht viele kreative Menschen an die Hamburger Akademie. Auch in der Fotografie, im Karikatur- und Comiczeichnen oder in der Raumgestaltung und Innenarchitektur bildet das Fernlehrinstitut fachmännisch aus. Auch in diesen Disziplinen gibt es immer wieder Absolventen, denen es gelingt, aus ihrem Hobby einen neuen Beruf, sei es einen Haupt- oder erst einmal einen Nebenberuf, zu machen. Dazu gehört auch der 30-jährige Guilio Fiore aus Frankfurt, der schon als Kind seine Zeit am liebsten mit Fotografieren verbrachte. Von Beruf Chemikant, war es dem Sohn italienischer Emigranten auf Dauer zu langweilig, immer nur mit Reagenzgläsern zu hantieren. Also beschloss er 2007, den Lehrgang „Fotografie in Theorie und Praxis“ bei der Hamburger Akademie zu belegen und sich nebenberuflich zum Fotograf weiterzubilden. Guilio Fiore betreibt heute ein Fotoatelier und arbeitet darauf hin, bald vollständig von der Fotografie zu leben.

Eine alte Leidenschaft, manchmal auch ‚heimlich’ nachholen
Sind Fernschulen also die idealen Kreativitätsschmieden? „Ja, für bestimmte Menschen und Lebenssituationen trifft das zu“, erläutert Anno Stockem. „Wer arbeitet oder Familie hat, ist viel flexibler. Aber auch Menschen, die unsicher sind, was ihr Können angeht, sind in einem Fernkurs häufig besser aufgehoben als in einem Präsenzkurs, wo man sich ständig mit anderen vergleicht, dadurch Selbstzweifel entwickelt und schneller aufgibt“. Manchmal komme es auch vor, so Stockem, dass Teilnehmer nicht einmal ihren Freunden oder ihrer Familie von ihrem Fernstudium erzählen. Dahinter stehe oft die Unsicherheit – gerade bei einem neuen Hobby – den eigenen Anforderungen gerecht zu werden. Erst wenn die ersten Erfolgserlebnisse da sind, „outen“ sich die Teilnehmer. Rund zehn Prozent der Absolventen aller Kreativlehrgänge, so Stockem, gehen mit ihren Werken später an die Öffentlichkeit.

Beruf, Karriere, Familie – die täglichen Pflichten oder die Lebensplanung sehen manchmal keine Freiräume für künstlerische Interessen vor. Und manchem hängt vielleicht noch immer die hämische Frage nach: „Hast du denn überhaupt Talent dafür?“ Wer seine Kreativität (wieder)entdecken will, hat an der Hamburger Akademie für Fernstudien zahlreiche Möglichkeiten. Die Befürchtung, das eigene Talent reiche nicht, gilt nicht mehr. Talent war gestern. Nur Nichtstun „schützt“ vor Erfolg.

Beitrag von auf 8. Januar 2010. Abgelegt unter Literatur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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