ttt – titel thesen temperamente (rbb) am Sonntag, 3. November 2019, 23:05 Uhr

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Die Themen:

Zwangsarbeit beim Keks-Imperium “Bahlsen”

“Ungelöste Fragen kommen teuer zurück” – mit diesem geflügelten Wort wird die
Gebäckfirma “Bahlsen” seit Monaten auf empfindliche Weise konfrontiert. Verena
Bahlsen, die 26-jährige Erbin des Traditionsunternehmens aus Hannover hat vor
einem halben Jahr erklärt, dass die Zwangsarbeiter bei “Bahlsen” während der
NS-Zeit “gut behandelt” worden seien und “Bahlsen sich nichts zuschulden” kommen
gelassen habe. Es hagelte internationalen Protest. Firmenpatriarch Werner M.
Bahlsen ließ seine Tochter eine Entschuldigung veröffentlichen und beauftragte
einen Historiker, die Firmengeschichte während der Nazizeit zu erforschen. Aber
diese Firmengeschichte ist seit Jahrzehnten offen einsehbar. “titel thesen
temperamente” hat die 95-jährige Helena Eljasik in Polen getroffen, die
dreieinhalb Jahre als Zwangsarbeiterin bei “Bahlsen” schuftete und hat sie nach
ihren Erlebnissen gefragt. Autor: Ulf Kalkreuth

Zwei Brüder und der Mauerfall

Norbert Bisky ist Maler und war 19 als die Mauer fiel. Jens Bisky ist Journalist
und war damals 23. “Ohne den Mauerfall wäre ich nicht Künstler geworden”, sagt
Norbert Bisky. 30 Jahre danach blickt er in zwei parallel stattfindenden
Ausstellungen in Berlin und Potsdam zurück auf das Ende der DDR, das Chaos der
Nachwendezeit und sein persönliches Erleben. Aufgewachsen in einem streng
sozialistischen Umfeld, wurde der Sohn des vor sechs Jahren verstorbenen
PDS-Politikers Lothar Bisky, unmittelbar nach dem Mauerfall als NVA-Deserteur
noch in das Ostberliner Militärgefängnis gesperrt. Erst die Implosion des alten
Systems brachte ihm die Freiheit, sich eine Zukunft als Künstler zu denken. Jens
Bisky, Redakteur der “Süddeutschen Zeitung” und Buchautor, hat gerade eine 900
Seiten starke Biografie der Stadt Berlin veröffentlicht. “titel thesen
temperamente” trifft die beiden Brüder im Atelier von Norbert Bisky. Autor: Lutz
Pehnert

“Das Forum” – die Geschichte des Treffens von Davos

Was ist das Weltwirtschaftsforum in Davos? Eine entscheidende Schaltzentrale der
Mächtigen, auf der Zukunftsfragen entschieden und die Welt zu einem besseren Ort
werden? Oder eine nutzlose Bühne für die Eitelkeiten von Autokraten und
selbstverliebten Konzernbossen? Zum ersten Mal wirft ein Dokumentarfilm einen
Blick hinter die Kulissen und spricht mit dem Gründer des Forums, Klaus Schwab,
was ihn vor 50 Jahren antrieb, dieses jährliche Treffen in den Schweizer Alpen
ins Leben zu rufen. Der 81-Jährige will alle zusammenbringen, um die Welt, wie
er sagt, ethischer zu machen. Genau das Gegenteil ist der Fall, sagt
Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan, die auch jedes Jahr das Forum besucht.
Beeindruckend treibt der Film diesen Konflikt auf die Spitze, wenn er Trump,
Bolsonaro, Firmenbosse und Greta Thunberg in Davos zeigt. “titel thesen
temperamente” hat den Regisseur Marcus Vetter nach seinen Dreharbeiten hinter
den Kulissen dieses Treffens gefragt. Autor: Norbert Kron

Ein letzter Thriller – Frederick Forsyth und sein neues Buch

Eine bestimmte Geschichte aus seinem Doppel-Leben als Bestseller-Autor und
Gelegenheits-Agent erzählt Frederick Forsyth immer wieder gern: Wie nämlich der
sowjetische KGB regelmäßig die ersten 50 Exemplare seiner druckfrischen
Spionage-Thriller gekauft und nach Moskau geschafft habe, um die Tricks und
Ideen erst zu studieren und dann im Spionage-Einsatz zu kopieren. Mit 80 Jahren
will Forsyth, der mit dem “Schakal” 1971 das Genre definierte und in den
sechziger Jahren auch in Ostberlin aktiv war, es noch einmal wissen. “Der
Fuchs”, sein 17. und – wie er im ttt-Gespräch ankündigt – definitiv letzter
Streich handelt vom Cyberkrieg und den Abgründen der Spionage-Welt. Auch in der
ist – wir ahnten es – nichts mehr wie früher. “titel thesen temperamente” hat
Frederyck Forsyth in London besucht. Autor: Andreas Lueg

Das “Artemis Quartett” wird 30

Streichquartett zu spielen gilt als Königsdisziplin der Kammermusik. Gefordert
sind spielerische Virtuosität und die Bereitschaft – so wird es oft beschrieben
– eine Ehe zu viert zu führen. Niemand ist ersetzbar. Das “Artemis Quartett”
gilt als eines der besten Streichquartette der Welt und feiert dieses Jahr
seinen 30. Geburtstag. Und das, obwohl das Quartett vor allem in den vergangenen
Jahren auch schwierige Zeiten durchlebt hat: 2015 begann der an Depressionen
leidende Bratschist Friedemann Weigle Suizid. 2018 verkündete Eckart Runge,
Gründungsmitglied des Quartetts, seinen Rückzug. Wie geht man mit Krisen um und
wie geht man aus ihnen hervor? “titel thesen temperamente” hat das Quartett in
neuer Besetzung kurz vor Saisonstart getroffen. Autorin: Charlotte Pollex

Im Internet unter www.DasErste.de/ttt
Moderation: Max Moor
Redaktion: Christine Thalmann, Ulf Kalkreuth

Pressekontakt:
Agnes Toellner, Presse und Information Das Erste,
Tel: 089/5900 23876, E-Mail: agnes.toellner@DasErste.de

Original-Content von: ARD Das Erste, übermittelt durch news aktuell

Beitrag von auf 1. November 2019. Abgelegt unter Kunst & Kultur, Literatur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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