Weltpremiere des neuen Kurzfilms“Me, Myself and I in the Age of Download“von Thomas Kutschker

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Auf dem European Media Art Festival, EMAF in Osnabrück ist am Donnerstag, den 22. April 2010 der neue Kurzfilm „Me, Myself and I in the Age of Download“ von Thomas Kutschker erstmalig zu sehen.

42-facher Download aus dem Internet verändert die Wahrnehmung

„Me, Myself and I in the Age of Download“ beginnt mit der Einstellung eines Mannes, der eine geschwungene Treppe in einem herrschaftlichen Treppenhaus hinaufgeht – der Upload. In der zweiten Einstellung läuft der Mann diese Treppe hinunter – der erste Download. Diese Szene wurde über das Internet bei einem Videoportal eingestellt und nachdem das Portal den Film konvertiert hatte, von dort wieder heruntergeladen. Diese heruntergeladene „Kopie“ wurde erneut hochgeladen, konvertiert und wieder heruntergeladen. Insgesamt entstanden so 42 Versionen dieser Szene.
In der letzten „Kopie“ wirkt das Bild wie aus einem Computerspiel aus den Anfängen des digitalen Zeitalters: Es ist grob gepixelt, die Farben sind auf einige wenige reduziert, dafür ab knallbunt. Was nichts anderes bedeutet, dass bei den wiederholten Up- und Downloads Informationen verloren gegangen sind.

Das Internet als Umschlagplatz von digitalem Kontent wird im Film genutzt um das Medium selbst zu dekonstruieren.

Der Film spielt auf „Per Anhalter durch die Galaxis“ an

Original und digitale Kopie unterscheiden sich nicht, solange gewährleistet ist, daß eine identische Kopie erstellt wird. Wird das Material über das Internet kopiert, wird es interessant. Ist der Datenstrom, die Datenrate oder der Transport nicht ideal dann ist die Kopie nicht identisch. Die daraus resultierenden Abweichungen sind zunächst aber kaum zu sehen oder zu hören. Das 42malige Hoch- und Runterladen der Szene potenziert diese Kopierfehler und macht sie wahrnehmbar. Die Anzahl von 42 Kopiervorgängen bezieht sich auf das Buch „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams, das die ultimative Antwort auf alle Fragen gibt: „42“. Allerdings haben die Forscher über den enormen Rechenaufwand ihre Frage vergessen. Der Film spielt ebenso auf das Gemälde „Akt, eine Treppe herabsteigend“ von Marcel Duchamp an und erinnert an den Wandel der Kinotechnik seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts.
Die Mär vom folgenlosen Kopieren digitaler Inhalte – was die Qualität angeht – wird hier in 4 Minuten und 14 Sekunde auf kurzweilige Weise widerlegt.

Der Film ist zu sehen auf dem Eurpean Media Art Festival, Osnabrück am 22. April um 18:00 in der Reihe „Lines and Traces“.

Die Filme und Videoarbeiten von Thomas Kutschker werden seit Jahren unter der Marke „filmisches Berlin“ realisiert und vertrieben. Seine dokumentarischen Arbeiten, sowie Auftragsarbeiten für ARD, ZDF und ARTE sind immer wieder im Fernsehen zu sehen. Seine freien, experimentellen Filme laufen weltweit auf Festivals und im Kunstkontext von Galerien. Die medialen Arbeiten, die er als Produktion „filmisches Berlin“ produziert, befassen sich mit dem Erinnern sowie der Wahrnehmung und hinterfragen die Authentizität des Mediums. Er lebt in Berlin und Köln.

Weitere Informationen im Internet unter www.filmischesberlin.de und
www.emaf.de

Beitrag von auf 16. April 2010. Abgelegt unter Kunst & Kultur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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