Wenn die Augen Schwerstarbeit leisten ?

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Die Digitalisierung verändert nicht nur das Freizeitverhalten, sondern auch die Berufswelt. Mehr als die Hälfte aller Erwerbstätigen verbringt heute zumindest einen Teil der Arbeitszeit vor dem Bildschirm. Und auch die private Nutzung von Smartphones, Tablets und Computern nimmt immer weiter zu. Neben der Volkskrankheit Rückenschmerzen, die sich mehr und mehr etabliert, bedeutet die Arbeit vor dem Monitor auch Schwerstarbeit für die Augen.

Studien haben ergeben, dass bereits bis zu 80 Prozent der Menschen, die überwiegend am Bildschirm arbeiten, das sogenannte Computer Vision Syndrome (CVS) oder auch “Office Eye” an sich beobachten. “Bemerkbar macht sich das mit trockenen, geröteten Augen, schweren Lidern und einem Gefühl der Ermüdung, erhöhter Blendempfindlichkeit bis hin zur Veränderung des Farb- und Kontrastsehens und Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen”, sagt Klara Ermeding von Optik Sehgenuss, einem der führenden Augenoptiker (www.sehgenuss.de) mit zwei Filialen in Mönchengladbach (Albertusstraße) und Rheydt (Hauptstraße) sowie einem Hörgeräteakustiker (Bismarckstraße). Das seit 1897 bestehende, traditionsreiche Geschäft ist auf Brillen, Kontaktlinsen und vergrößernde Sehhilfen spezialisiert. Diese Symptome treten auf, wenn man lange Zeit fokussiert vor dem Computer sitze, die Lichtverhältnisse nicht angemessen sind und es eventuell zieht oder die Luft zu trocken ist.

“Beim Arbeiten am Bildschirm verändert sich die Anzahl der Lidschläge auf bis zu fünf pro Minute. Beim normalen dynamischen Sehen blinzeln wir etwa fünf bis acht mal so häufig”, sagt Augenoptikermeister Erich Ermeding. “Ist das Auge lange geöffnet, verdunstet mehr Tränenflüssigkeit, das Auge wird trocken und verursacht die Beschwerden.”

Dem kann man vorbeugen, indem man zunächst mechanische Auslöser wie die Klimaanlage oder den Ventilator so einstellt, dass die Augen keine Zugluft abbekommen. Auch bei optimaler ergonomischer Einstellung des Arbeitsplatzes ist es nötig, regelmäßig fünf- bis zehnminütige Pausen einzulegen, um den Blick in die Ferne zu ermöglichen oder die Augen kurz zu schließen. Die akuten Symptome wie trockene Augen können mit geeigneten Tropfen behandelt werden. Hilft das alles nichts, empfiehlt sich der Gang zum Augenoptiker, der die Augen auf Störungen des Binokularsehens und der Akkomodation prüfen und den Vergenzstatus feststellen kann. Liegt eine Fehlsichtigkeit vor, lässt sich diese in den meisten Fällen mit einer geeigneten Sehhilfe korrigieren. “Übrigens gibt es spezielle Brillen für die Bildschirmarbeit. Werden diese zwingend und ausschließlich für die Arbeit benötigt, ist der Arbeitgeber verpflichtet, ein Teil der Kosten zu übernehmen”, rät Erich Ermeding.

Den Augenoptikern fällt auf: “Viele Menschen, die häufig und lange am Monitor arbeiten, haben den Eindruck, dass sie in immer kürzeren Abständen eine stärkere Brille benötigen.” Der Zusammenhang zwischen Kurzsichtigkeit und Bildschirmarbeit wurde viel erforscht, je nach Studiendesign werden Hinweise auf Zusammenhänge gefunden oder langfristige Effekte ausgeschlossen. Fest steht aber, dass das Bildschirmsehen durch den dauerhaft gleichbleibenden Sehabstand eine größere Belastung als das reguläre dynamische Sehen darstellt.

Augenoptikermeister Erich Ermeding nennt darüber hinaus noch ein spezielles Merkmal hochwertiger Brillen für die Bildschirmnutzung. “Wir setzen immer häufiger Brillengläser, die blaues Licht blocken, ein, denn die Einstrahlung von blauem Licht ist für viele Menschen anstrengend beziehungsweise störend und schädigt die Netzhaut. Der Blaufilter kann helfen, schärfer zu sehen.” Das führe regelmäßig zu sehr guten Ergebnissen, wie Erich Ermeding betont. “Unsere Kunden spüren eine wesentliche Entlastung bei der Bildschirmarbeit und sind wesentlich konzentrierter und entspannter.”

Weil auch in der Freizeit häufig ein Display angeschaut wird, werden die Phasen des dynamischen Sehens immer seltener. So kann auch eine sogenannte Naharbeit-induzierte transiente Myopie (NITM) entstehen, bei der die Werte um bis zu eine Dioptrie schwanken, je nachdem, wie das Auge gerade gefordert wird. “Diese Information ist für unsere Arbeit von großer Bedeutung, denn wir müssen das bei der Erstellung einer Sehhilfe unbedingt berücksichtigen”, betont Erich Ermeding. Er rät: “Man sollte unbedingt versuchen, durch genügend Zeit für Entspannung und Abwechslung vorzubeugen.”

Beitrag von auf 29. November 2019. Abgelegt unter Gesundheit. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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